Schiffbau in MV

Aufatmen bei den Beschäftigten der MV-Werften: Transfergesellschaft wird verlängert

Ein Schiffbauer aus einer der drei insolventen MV-Werften in Mecklenburg-Vorpommern steht bei einer Protestaktion mit seinem Bauhelm auf dem das frühere Logo der MV-Werften klebt vor dem Landtag in Schwerin.

Ein Schiffbauer aus einer der drei insolventen MV-Werften in Mecklenburg-Vorpommern steht bei einer Protestaktion mit seinem Bauhelm auf dem das frühere Logo der MV-Werften klebt vor dem Landtag in Schwerin.

Schwerin/Wismar. Die Transfergesellschaft für die insolvente MV-Werften-Gruppe wird um einen Monat bis Ende November verlängert. Das kündigte die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern am Mittwoch in Schwerin an. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sagte bei einer Kundgebung der Gewerkschaft IG Metall vor dem Landtag in Schwerin, er erwarte kurzfristig eine Entscheidung zum angestrebten Weiterbau des Kreuzfahrtschiffes „Global One“ in Wismar. „Deswegen haben wir uns gestern im Kabinett verständigt, dass wir die Transfergesellschaft um einen Monat verlängern werden.“

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Mit der Vollendung des zu 75 Prozent fertiggestellten Schiffes soll eine Beschäftigungsbrücke geschaffen werden. Ziel ist es, dass möglichst viele der 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Transfergesellschaft durch den neuen Eigner des Werftstandorts Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) übernommen werden. Dieser will in Wismar im Jahr 2024 mit dem Bau von U-Booten beginnen.

Manuela Schwesig spricht auf IG-Metall Kundgebung

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betonte mit Blick auf die „Global One“: „Wir müssen diese Chance nutzen, dass das noch zu Ende gebaut werden kann. Das kann keiner versprechen, aber versprechen können wir, dass wir die Chancen zusammen nutzen.“ In diesen Krisenzeiten könne man die ehemaligen MV-Werften-Standorte den Investoren nur schmackhaft machen, wenn man guten Gewissens sagen könne: „Das sind gute Standorte, die sind wirtschaftlich gut aufgestellt, die sind infrastrukturell gut aufgestellt, aber da habt ihr vor allem super-gute Fachkräfte, auf die ihr euch verlassen könnt.“

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Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht vor den Schiffbauern aus den drei insolventen MV-Werften in Mecklenburg-Vorpommern.

Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht vor den Schiffbauern aus den drei insolventen MV-Werften in Mecklenburg-Vorpommern.

Erfreut über die schnelle Zusage der Landesregierung zeigte sich Stefan Schad, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Rostock. Er wies jedoch darauf hin, dass die Gewerkschaft eine Verlängerung bis Jahresende anstrebe. Der Arbeitnehmervertreter hofft zudem, dass mit dem belgischen Metallbauer Smulders in Rostock weitere bis zu 1000 Industriearbeitsplätze entstehen. Das Land teilt die Hoffnung der Gewerkschaft, laut Meyer bedarf es hier jedoch noch Überzeugungsarbeit in Berlin.

MV-Werften: Zukunft in Wismar weiter ungewiss

Wie der Wirtschaftsminister ausführte, prüft das Verteidigungsministerium als neuer Eigentümer der ehemaligen MV-Werft in Rostock, ob die von Smulders angefragten Flächen für das Marinearsenal benötigt werden. Die Zeit läuft den Angaben der Gewerkschaft zufolge jedoch davon, in den nächsten Wochen müsse das Unternehmen wissen, wie es weitergeht.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster, nannte die Verlängerung folgerichtig. „Monatelanges Hoffen auf eine Festanstellung bei einem neuen Arbeitgeber einerseits und explodierende Energiekosten andererseits bereiten den Werftarbeitern und ihren Familien große Sorgen. Auch deshalb ist die Entscheidung der Landesregierung, den Verhandlungen des Insolvenzverwalters mit einem an der Fertigstellung der Global One in Wismar interessierten Investor eine Chance zu geben, richtig.“

Von dpa/OZ

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