Neues Bildungskonzept

Tausende ukrainische Schüler in MV - Land will „Kraftakt“ unterstützen

Neben den Herausforderungen durch die Corona-Pandemie stehen Schulen auch aufgrund der Flüchtlingsbewegung infolge des Krieges in der Ukraine vor großen Aufgaben. (Symbolfoto)

Neben den Herausforderungen durch die Corona-Pandemie stehen Schulen auch aufgrund der Flüchtlingsbewegung infolge des Krieges in der Ukraine vor großen Aufgaben. (Symbolfoto)

Rostock. Angesichts Tausender zusätzlicher Schüler und Schülerinnen aus der Ukraine will die Landesregierung die Schulen mit mehr Personal und einem Bildungskonzept vor der Überlastung schützen. „Es ist ein Kraftakt aller Beteiligten“, betonte Landesbildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) bei der Vorstellung des Konzeptes am Montag in der Rostocker Krusensternschule.

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Rund 3000 ukrainische Schülerinnen und Schüler besuchten bereits öffentliche Schulen in MV. Im kommenden Schuljahr könnten es bis zu 5000 werden. Den Angaben zufolge wurden bisher 41 ukrainische Vertretungskräfte eingestellt. Zusätzlich dazu seien über 100 Stellen ausgeschrieben worden.

Ob man diese Stellen auch besetzen könne, sei eine andere Frage, sagte Oldenburg unter Verweis auf den Fachkräftemangel. Neben Pädagogen sollen mehr als 100 sogenannte Alltagshelfer und -helferinnen vorrangig in den Klassen eins bis sechs Lehrkräfte bei alltäglichen Tätigkeiten unterstützen.

Schüler lernen mindestens zehn Stunden Deutsch als Fremdsprache pro Woche

Ab dem kommenden Schuljahr setzt das Land laut Bildungskonzeption zudem auf Vorklassen in sogenannten Standortschulen. Dies sind bestimmte Schulen, die in einem Gebiet für die Aufnahme der ukrainischen Schülerinnen und Schüler zuständig sind.

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In den Vorklassen haben die Schüler 20 Stunden Unterricht pro Woche – davon mindestens zehn, in denen sie Deutsch als Fremdsprache lernen. Darüber hinaus entscheiden die Schulen, ob sie die Kapazitäten haben, um die Schülerinnen schon teilweise in reguläre Klassen zu integrieren oder ob sie anderweitige schulische Angebote machen.

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Die Schüler sollen ein, höchstens aber zwei Jahre in den Vorklassen bleiben. Derzeit gibt es laut Bildungsministerium im Nordosten 95 Standortschulen mit entsprechenden Angeboten zum Deutschlernen. Bei Bedarf könnten 140 weitere aktiviert werden.

„Es wird kein Kind nach Hause geschickt“

Ukrainische Kinder und Jugendliche, die bereits an andere Schulen gehen, müssten nicht an Standortschulen wechseln, sagte Oldenburg. Der Unterricht soll durch digitale Angebote ergänzt werden. Zudem könnten die Schülerinnen und Schüler auch die digitalen Angebote des ukrainischen Bildungssystems in Anspruch nehmen.

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Die 5000 Schüler aus der Ukraine ergäben umgerechnet 17 neue Schulen samt 340 Lehrerinnen und Lehrern, rechnete Oldenburg vor. „Und damit 30 Millionen jährlich, die das Land ausgeben müsste.“ Alle wüssten aber, dass man 340 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer nicht finde. Trotz der Herausforderungen gab sich Oldenburg überzeugt: „Es wird kein Kind nach Hause geschickt und auch die Qualität unseres Unterrichts wird nicht leiden.“

Von RND/dpa

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