3. Oktober

Wie gelungen ist die Deutsche Einheit? OZ-Leser stellen ein schlechtes Zeugnis aus

Deutschlandfahnen am Tag der Deutschen Einheit auf dem Reichstagsgebäude, dem Sitz des deutschen Bundestags, in Berlin

Deutschlandfahnen am Tag der Deutschen Einheit auf dem Reichstagsgebäude, dem Sitz des deutschen Bundestags, in Berlin

Rostock. Zum 32. Mal jährt sich in diesem Jahr am 3. Oktober die Deutsche Wiedervereinigung. Grund genug, an diesem Jahrestag, Bilanz zu ziehen. Wie blicken Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf dieses Ereignis? Und wie bewerten Sie die Entwicklung seit 1990?

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Das wollte die OSTSEE-ZEITUNG in einer Umfrage von Ihnen wissen. Wir haben die Frage gestellt: Wie gelungen ist aus Ihrer Sicht die Deutsche Einheit? Wir haben Sie gebeten, Schulnoten von 1 bis 6 zu vergeben.

Leser geben überwiegend schlechte Noten

Zum Zeitpunkt der Zwischenauswertung hatten sich 350 Menschen an der Umfrage beteiligt. Die Bilanz fällt ziemlich ernüchternd aus. Die Note, die am häufigsten vergeben wurde, ist die 6 – insgesamt 86 Teilnehmer, das sind fast ein Viertel, vergaben das Prädikat „ungenügend“. Hinzu kommen weitere 21,1 Prozent (74 Teilnehmer), die mit Note 5 („mangelhaft“) abgestimmt haben.

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Im Gegensatz dazu bewerteten die Deutsche Einheit als absolut gelungen nur 21 Teilnehmer (6 Prozent). Sie vergaben die Note 1, also ein „sehr gut“. Immerhin eine 2 („gut“) gaben 40 Leserinnen und Leser – das sind 11,4 Prozent.

Die Note 3 („befriedigend“) verteilten 19,4 Prozent der Umfrageteilnehmer, die Note 4 („ausreichend“) 17,4 Prozent. Das ergibt insgesamt eine Durchschnittsnote von 4,1 – im Abitur wäre man damit durchgefallen und müsste wiederholen.

Die Umfrage der OZ ist ein Stimmungsbild und nicht repräsentativ. Die Teilnahme an der Umfrage ist weiter möglich, hier können Sie abstimmen.

Zweifel an Demokratie wachsen laut Studie

Besonders überraschend fällt dieses Resultat allerdings nicht aus. Bereits eine Studie, die von Carsten Schneider (SPD), dem Ostbeauftragten der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde, kam zu einem ähnlichen Ergebnis. In Ostdeutschland wachsen Zweifel an der Demokratie. In dieser Umfrage sagten nur noch 39 Prozent der Teilnehmer, sie seien zufrieden mit der Demokratie, so wie sie in Deutschland funktioniert – im Vergleich zu 48 Prozent vor zwei Jahren.

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Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten im Osten sind laut Umfrage der Auffassung, dass Ostdeutsche häufig als Menschen zweiter Klasse behandelt werden.

Manuela Schwesig: „Kann Sorgen und Ängste verstehen“

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat den am 3. Oktober begangenen Tag der Einheit als großen Freudentag bezeichnet und daran erinnert, dass mutige Bürger im Osten Deutschlands den Weg dazu bereiteten. In ihrer Rede am Samstag bei einem Festakt in Schwerin verwies sie darauf, dass der Tag der Einheit auch der Geburtstag des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ist.

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Die Entwicklung des Landes in den zurückliegenden 32 Jahren gebe Anlass, stolz auf das Erreichte zu sein, sagte die Regierungschefin. Die Wirtschaftsleistung habe sich seit 1991 mehr als verdreifacht, die Zahl der Arbeitslosen sei drastisch reduziert worden. Dies dürfe auch angesichts der aktuellen Sorgen um horrend gestiegene Energiepreise und hohe Inflation nicht in Vergessenheit geraten.

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Aus Angst vor dem Verlust des Erreichten gingen nun erneut Menschen auf die Straße, Handwerker, Unternehmer, Bürger aus der Mitte der Gesellschaft. „Ich kann diese Sorgen und Ängste verstehen“, sagte Schwesig und versicherte, sich mit all ihrer Kraft für die Umsetzung der angekündigten Energiepreisbremse einzusetzen: „Ich verspreche den Bürgerinnen und Bürgern des Landes: Ich habe nicht vergessen, wie hart die Aufbaujahre waren. Deshalb werde ich nicht zulassen, dass das wieder kaputtgemacht wird“, betonte die Ministerpräsidentin.

Von Marco Schwarz/dpa

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