Dorf Mecklenburg

Wiedersehen nach 50 Jahren

Haben sich 50 Jahre nach ihrem ersten Lehrtag wiedergetroffen: Horst Reek, Peter Schröder, Uwe Hoppe, Helga Weiß, Berthold Völsen, Brigitte Neumann, Paul Schmidt und Ortwin van Riesen (v.l.).

Haben sich 50 Jahre nach ihrem ersten Lehrtag wiedergetroffen: Horst Reek, Peter Schröder, Uwe Hoppe, Helga Weiß, Berthold Völsen, Brigitte Neumann, Paul Schmidt und Ortwin van Riesen (v.l.).

Dorf Mecklenburg. Ein halbes Jahrhundert ist es schon her, 50 Jahre – „das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen“, sagt Ortwin van Riesen (65). Er und vier andere ehemalige Lehrlinge des ehemaligen Volkseigenen Guts (VEG) Groß Strömkendorf haben sich nun wiedergetroffen – zum ersten Mal seit ihrer Ausbildungszeit.

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Von dem ehemaligen Gut und dem Gutshaus, das damals als Lehrlingsheim diente, ist nicht mehr viel übrig. Es wurde schon vor Jahren abgerissen, angeschaut hat es sich die Gruppe aus alten Lehrlingen, Erziehern und Lehrmeistern trotzdem. „Nur noch der Kuhstall und der Pferdestall stehen“, sagt Uwe Hoppe 64). Er hatte das Wiedersehen organisiert, war noch in Kontakt mit seinem alten Lehrlingsfreund Ortwin van Riesen, der inzwischen im südlichen Brandenburg lebt, und mit Horst Reek (65), der genauso wie Uwe Hoppe selbst noch in der Region wohnt.

Nachricht kam aus Griechenland

Insgesamt gehörten damals, ab dem 1. September 1967, neun Lehrlinge zu den angehenden Agrotechnikern. Fünf von ihnen haben sich nun wieder getroffen. Mit dabei waren auch noch Berthold Völsen (64) und Peter Schröder (64).

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Letzterer bekam die Nachricht von dem Lehrlingstreffen über einen Umweg. „Meine Tochter hatte mich aus Griechenland angerufen und mir erzählt, dass ich gesucht werde“, berichtet Schröder. Sie habe im Internet gelesen, dass ein Wiedersehen der ehemaligen VEG-Lehrlinge geplant sei. „Das war schon witzig, dass ich die Nachricht aus Griechenland bekam“, sagt der heutige Rentner, der nach seiner Ausbildung 23 Jahre bei der LPG in Glasin beschäftigt war – unter anderem als Traktorist – und dort euch seinen Meister gemacht hat. Anschließend hat er weitere 13 Jahre beim Kieswerk in Neukloster gearbeitet. „Als die Autobahn fertig war, waren wir mit der Arbeit dort auch fertig“, sagt Schröder dazu. Vor der Rente hat er dann noch als Sicherheitsmann gearbeitet.

Unterschiedliche Lebensläufe

Überhaupt sind die Lebensläufe der fünf ehemaligen Lehrlinge, die sich auch das Kreisagrarmuseum in Dorf Mecklenburg noch angeschaut hatten, ganz unterschiedlich. Uwe Hoppe hat unter anderem nach der Lehre sein Diplom als Agraringenieur gemacht, war bis zu Wende bei einer großen Warenkontrollgesellschaft, hat dann noch einmal eine dreijährige Ausbildung zum Bootsbauer gemacht. „Mit diesem Job habe ich dann ganz Europa gesehen“, berichtet er.

Lehrmeister erinnert sich nur an Gutes über „seine Jungs“

Berthold Völsen war beruflich mehrere Jahre im Irak, hat nach der Wende als Lkw-Fahrer gearbeitet, auch im Westen gelebt: „Aber ich bin zurückgekommen. Ich wohne jetzt in Hohen Viecheln.“

Die einzige, die noch – oder besser gesagt, wieder – in Groß Strömkendorf lebt, ist Helga Weiß. Sie war damals Erzieherin, selbst noch eine junge Frau. „Die Lehrlinge waren damals ja erst 14 oder 15 Jahre alt, aber eigentlich alle ganz pflegeleicht“, erinnert sie sich. Elternbesuche gab es dennoch ab und zu, berichtet sie schmunzelnd.

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„Den einen oder anderen Streich haben wir den anderen Lehrlingen, Erziehern und Lehrmeistern schon gespielt, aber die bleiben lieber unter uns“, lacht Uwe Hoppe.Einer, der sich besonders über das Treffen gefreut hatte, ist Paul Schmidt. Der heute 82-Jährige war damals Lehrmeister und Fahrschullehrer. „Ich kann nur Gutes über meine Lehrlinge sagen. Das war damals eine tolle Gruppe. Hätten wir uns damals nicht schon so sehr gemocht, hätten wir uns heute nicht getroffen.“

Für Organisator Uwe Hoppe war es ebenfalls ein „unvergesslicher Tag“. Und er sagt: „Vielleicht treffen wir uns ja noch einmal wieder.“

Michaela Krohn

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