Lesermeinung

Debatte zu Wildwuchs in Städten: Störendes Unkraut oder wichtig für Mensch und Tier?

Unkraut und weiterer Wildwuchs am und um den Alten Markt in Rostock

Unkraut und weiterer Wildwuchs am und um den Alten Markt in Rostock

Rostock. Rund um den Alten Markt in der Östlichen Altstadt in Rostock wachsen wilde Gräser und Pflanzen aktuell unkontrolliert – zum Ärger einiger Anwohner und Besucher. Den zuständigen Ämtern fehlt es jedoch oftmals an Kapazitäten, um sich aller Fälle anzunehmen. Leserinnen und Leser der OSTSEE-ZEITUNG berichten von ähnlichen Zuständen in anderen Städten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Unkraut ist nicht schön“

Manja Scheppan erzählt: "Nicht nur da kommen die nicht hinterher. Viele Bäume hängen so tief, dass man auf dem Weg kaum noch laufen kann. Hecken, die ewig auf dem Weg wachsen. Wenn die Stadtplaner meinen, dass es so dicht an Wegen sein muss, dann sollen sie auch dafür sorgen, dass es vernünftig aussieht. Und nein, Unkraut was einfach irgendwo rauswächst, ist nicht schön."

Auch Dirk Schumacher ist mit der Stadtpflege nicht zufrieden. "Geht mal den Petridamm lang in Richtung Mühle. Da wachsen die Bäume aus den Ruinen der alten Pension und man muss als Fußgänger über die Straße ausweichen. Interessiert aber niemanden, ist ja nicht in der Innenstadt. Genauso wie die illegale Müllhalde im Altkarlshöfer Weg. Wird täglich größer und keiner unternimmt was", merkt er an.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Schön für Insekten und schön fürs Auge“

Nicht alle sehen Wildwuchs jedoch als Problem. Steffi Kähler sieht darin eine Chance, etwas für die Umwelt zu tun: " Es ist so schön, wenn das Grün ein bisschen wachsen kann. Schön für Insekten und schön fürs Auge. Lasst es doch einfach stehen." Sie und Facebook-Userin Kerstin Pape wünschen sich mehr heimische Blumen im Grün statt grauem Asphalt.

Auch Christian Krüger ist die Begrünung ein wichtiges Thema. "Ich finde, es muss mehr gemacht werden für Insekten und Bienen und so weiter. Überall werden Häuser Wand zu Wand gebaut und auch kleine Flächen werden auf einmal bebaut. Nichts ist in Rostock mit Blumen und so beschmückt. Es gibt nur Hecken und Bäume, es fehlen allgemein Blumen. Für unsere Natur muss was gemacht werden", fordert er.

„Dann nehmt Samentüten in die Hand“

Für Monique Franiel liegt die Lösung auf der Hand. "Dann nehmt im Frühjahr Samentüten in die Hand – es gibt auch recht günstige – und streut die dort aus. Da gibt's dann noch was für die Bienen und Hummeln", schlägt sie vor. Das Ganze ist allerdings leider einfacher gesagt als getan: "Das ist meines Wissens nicht (überall?) erlaubt. Viele der Samentüten sind auch gar nicht geeignet, weil sie Samen nicht einheimischer Pflanzen beinhalten, die die hier heimischen Arten verdrängen, was der Insektenpopulation mehr schadet als nutzt. Zudem werden die Grenzbereiche ja ständig gemäht, so dass auch die gestreuten Blumen nicht wirklich wachsen und Insekten nähren können", merkt Steffi Kähler dazu an.

Von Finn Loose

Mehr aus Mecklenburg-Vorpommern

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken