Tierische Hilfe im Wasser

Wismarer Feuerwehr plant Seehundstaffel für Wasserrettung

Seehund Dirk während der spielerischen Ausbildung für die Wasserrettung.

Seehund Dirk während der spielerischen Ausbildung für die Wasserrettung.

Wismar. Nach langer Test- und Ausbildungsphase freut sich die Freiwillige Feuerwehr Wismar Altstadt über eine Erweiterung ihrer Einsatzpalette. Außer dem stationierten Rettungsboot ( RTB1) setzt sie ab sofort auch Taucher ein, die zudem tierisch unterstützt werden. „Wir planen eine Seehundstaffel für die Wasserrettung“, teilt Andreas Vagt mit, der bei der Altstadt-Feuerwehr für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. In Kooperation mit dem Robben-Forschungszentrum in Warnemünde können wir die Seehunde ab heute für Einsätze anfordern.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Meeressäuger sind sehr gelehrig und gute Schwimmer. Sie können bis zu 200 Meter tief und 30 Minuten lang tauchen. Bereits vor zwei Jahren wurde die Idee geboren, berichtet Vagt. „Seehunde können sich dank ihrer Barthaare auch in trüben Gewässern hervorragend orientieren. Das wollen wir uns zunutze machen“, erklärt er. „Da unsere Taucher bei Einsätzen in der trüben Ostsee sich lediglich auf den Tastsinn verlassen können, sind die Seehunde eine hilfreiche Unterstützung.“

Das Kennenlernen und erste Annäherungen zwischen einigen Kameraden und Seehunden sind im Forschungszentrum in Warnemünde erfolgt. „Am Anfang war es etwas ungewohnt für Mensch und Tier“, berichtet Andreas Vagt, „doch wie bei Hunden gewöhnten sich auch die Seehunde schnell an die Fremden von der Feuerwehr.“ Trainiert wurde zunächst im Seehundbecken. „Wie bei den öffentlichen Fütterungen lernten die Tiere spielerisch, nach Gegenständen im Wasser zu suchen. Sobald ein Gegenstand entdeckt wurde, gab es zur Belohnung einen Fisch.“

Seehund Dirk ist für die Wasserrettung ausgebildet.

Seehund Dirk ist für die Wasserrettung ausgebildet.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Dann wurde das Training ausgedehnt. Erste Übungen fanden im Wismarer Westhafen statt. „Damit die Tiere nicht das Weite suchen, haben wir eine spezielle Seehundeleine entwickelt“, sagt Andreas Vagt und erläutert, wie sie funktioniert: „Die Leine wird wie bei den Kommunikationsleitungen der Taucher mittels Leitungstrommel von Land aus vom Seehundeführer überwacht. Sobald der Seehund einen Gegenstand im Hafengebiet oder auf dem Grund bemerkt, gibt er durch ruckartige Bewegungen ein Signal an den Seehundeführer, der wiederum den Einheitsführer informiert.“

An der Seehundeleine entlang gelangt der Taucher direkt zum Seehund und kann den Gegenstand sichern. Bei den Übungen habe sich gezeigt, dass Gegenstände im trüben Wasser bis zu ein Drittel der Zeit schneller gefunden wurden als ohne Seehundunterstützung.

Zur Logistik berichtet Andreas Vagt: Die Seehunde werden in einer speziellen Transportkiste sicher und zügig zu den Einsatzstellen gebracht. Die Wehrleitung denkt darüber nach, ein neues Fahrzeug (GW-Seehund) anzuschaffen und mit einer Sondersignalanlage auszustatten, um bei zeitkritischen Einsätzen zügig vor Ort zu sein.

Das Forschungszentrum und die Mitglieder der Feuerwehr Wismar Altstadt sind sich sicher, dass dieses Projekt auch bei anderen Feuerwehreinheiten Schule machen wird.

Peter Lirpa

Mehr aus Mecklenburg-Vorpommern

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Spiele entdecken