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Gemäuer mit Geschichte

Zu Besuch in der Burg Trechow

Die Eigentümer der Burg Trechow, Christian Schierning und Frau Nicole Schierning, nehmen an der Mittsommer-Remise teil.

Die Eigentümer der Burg Trechow, Christian Schierning und Frau Nicole Schierning, nehmen an der Mittsommer-Remise teil.

Trechow. Max und Hexe gähnen – und dösen weiter. Die beiden Katzen liegen in dem kleinen Ort Kurzen Trechow vor einem Gebäude, das nicht nur die Mangelwirtschaft der DDR, die beiden Weltkriege, sondern auch, wenngleich geplündert, den Dreißigjährigen Krieg vor 400 Jahren überlebt hat: die Burg Trechow.

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Zehn Kilometer von Bützow (Landkreis Rostock) entfernt öffnet Christian Schierning (55) die Tür zu seiner Burg. Der schlanke Hausherr trägt kurze Hosen, ein Lacoste-T-Shirt und streift sich regelmäßig seine Haare aus dem Gesicht. Seine Frau Nicole (47) nennt seinen Scheitel keck Popperlocke. Beide lachen.

Gutshäuser öffnen am Wochenende

Beide freuen sich aufs kommende Wochenende, auf die Mittsommer-Remise, „Die Nacht der nordischen Guts- und Herrenhäuser“. 80 mecklenburgische und pommersche Häuser sind dabei, am Sonnabend die westlichen, am Sonntag die östlichen. „Vor elf Jahren begann das Happening mit nur elf Stationen“, sagt Robert Uhde, der Spiritus Rector, Projektentwickler, und Ideengeber des Ereignisses. Geschätzt 2000 Schlösser, Guts- und Herrenhäuser gibt es zwischen Ostsee und Seenplatte, von der luxuriösen Herberge bis zur Ruine.

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Die Burg, ein Stück Familiengeschichte

Seit 27 Jahren lebt Christian Schierning in dem Kleinod in Kurzen Trechow. Seit 2004 gehört ihm der Renaissance-Bau und fiel gewissermaßen wieder in den Schoß seiner Familie. Ist Schierning doch ein direkter Nachfahre der ehemaligen Besitzer, der Familie von Plessen.

An die 4000 Granitblöcke wurden einst in dem 1601 fertiggestellten Gebäude verbaut – schön zu sehen an der Front-Fassade. Zwei Meter dick sind die Mauern im Erdgeschoss. „Es ist fantastisch, sich mit so einem Gebäude zu beschäftigen, das mich überdauert“, sagt der Betriebswirt fröhlich, der hier Landwirtschaft betreibt. Um für die Kultivierung seines Landes das nötige Rüstzeug zu bekommen, hat Schierning vor einiger Zeit sogar extra eine landwirtschaftliche Lehre absolviert.

Fertig ist Schierning noch lange nicht

Eine halbe Million Euro hat er bereits in die Schwammsanierung gesteckt, 700 000 allein in die „Entgiftung“ der Dachbalken. Fördergelder plus Eigenkapital. Die 2500 Quadratmeter Wohnfläche sind zu großen Teilen noch nicht fertig saniert, manches harrt noch der Aufarbeitung. Schierning, der Ex-Hamburger, lebt mit seiner Frau, vier Kindern, sechs Katzen und drei Hunden im früheren Wirtschaftstrakt. Fünf Pferde gehören ebenso zum engeren Familienkreis.

Gutshäuser liegen dicht beisammen

In allen Mittsommer-Remise-Häusern wird ein Blick hinter die Türen, Tore und Mauern gewährt. Oft liegen die Adressen nur wenige Kilometer voneinander entfernt, so dass ein Besuch mehrerer Güter durchaus problemlos möglich ist. Nebeneffekt der zweitägigen Veranstaltung: Wenn jemand unsicher ob seiner Heimat ist, wird er hier in gewisser Weise vielleicht wieder etwas festen Boden unter seine Füße bekommen. Boden, den im übertragenen Sinne Schierning an seiner linken Hand trägt: einen Siegelring. Einen besonderen. „Den Ring trug schon ein Vorfahr von mir vor 268 Jahren.“

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Klaus Amberger

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