Teuerste Serie aller Zeiten

Der „Herr der Ringe“ kehrt zurück: noch drei Tage bis Amazons „Die Ringe der Macht“

Junge Elbenfürstin: „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ startet am 2. September bei Amazon Prime Video. Und sie steht im Fokus: Galadriel (Morfydd Clark).

Junge Elbenfürstin: „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ startet am 2. September bei Amazon Prime Video. Und sie steht im Fokus: Galadriel (Morfydd Clark).

Trommeln und Fanfaren: Eine „Herr der Ringe“-Serie naht – 18 Jahre nach dem grandiosen Schlussstrich unter Peter Jacksons Filmtrilogie nach dem Epos von J. R. R. Tolkien. Dieser wurde damals im Kodak Theatre in Los Angeles gezogen. Die dortige Oscarverleihung des Jahres 2004 waren reine Tolkien- und Peter-Jackson-Festspiele: In welchen Kategorien Jacksons bombastisches Finale seiner Fantasytrilogie auch immer nominiert war, da siegte es. Nie zuvor in der Geschichte der Awards hatte ein in elf Kategorien nominierter Film auch elf Goldkerle abgeräumt („Ben Hur“ und „Titanic“, die beiden anderen „Elfender“, hatten zwölf und 14 Nominierungen verbucht).

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Seit Ewigkeiten gab es keinen wuchtigeren Film als die „Herr der Ringe“-Trilogie

Den tolkienschen Erfolg sah man damals mit Sympathie: Hier siegten mal die wirklich Guten, und vor allem visuell war seit Ewigkeiten kein Film annähernd so eindrucksvoll gewesen. Wie in den alten Monumentalfilmen glühten die Farben der Roben. Die Brillanz der (wegweisenden) Spezialeffekte und die Tiefe der Charaktere hatte Peter Jackson gleich wichtig genommen. Die höfische Veredelung des gesprochenen Worts ging im Schlachtenlärm nicht unter. Aus Achterbahnkino wurde Erhabenes – Drama, Tragödie, Himmelfahrt.

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Die „Herr der Ringe“-Trilogie war ein Neunstundenwerk über wahre Liebe, äußersten Mut, unverbrüchliche Treue, über das Ende der Rassenschranken und die Salbe des Spirituellen in einer allzu harten Realität. Ein Film über Hoffnung, Wunder und Tatkraft, ein Dreifilmefilm, der nicht belehren wollte, sondern unterhalten, bezaubern, mitreißen. Weg mit dem Alltag, rein ins Geträume von einer klareren Welt. Geliebtes Mittelerde, wo Zwerg Gimli Sprüche klopft und Elb Legolas der Skaterkönig ist, einen Olifanten mit links abserviert und den Rüssel des sterbenden Giganten runtersaust, als wäre er in der Halfpipe. Die Messlatte ist also hoch für die Serie „Der Herr der Ringe – Die Ringe der Macht“.

Denn genauso wollen die (meisten) Freunde von Jacksons Fantasyfilmen nun auch in der neuen Amazon-Serie ihre Helden sehen: märchenhaft, edelmütig und ultimativ kolossal. Auch deshalb wird die Serie, deren erste beiden Episoden (die Staffel hat acht Folgen) am kommenden Freitag bei Amazon Prime Video zu sehen sein werden, mit Spannung erwartet. Es soll nicht weniger geben als grandiose Landschaften, Überwältigungsarchitektur, Helden, Bösewichte, nie gesehene Kreaturen in realistischer Ausführung und – ganz große Gefühle.

Die ersten Bilder zeigen Kontinuität zu Jacksons Filmen

Gut möglich, dass diese Hoffnungen in Erfüllung gehen: 468 Millionen Dollar hat die erste von fünf geplanten Staffeln angeblich gekostet (mehr als eine Milliarde soll insgesamt investiert werden). Ein Billiglook ist bei der Serie also praktisch ausgeschlossen. Die Trailer zeigen dabei durchaus die erhoffte ästhetische Kontinuität zu Jacksons Filmen. Und die ersten Reaktionen von Zeitgenossen, die bei Previews in Kinosälen schon mal hineinschauen durften, waren überwiegend positiv (bis enthusiastisch) – all dem Fangemeckere über Zwerginnen mit glattem Kinn (Gimli hatte zuletzt in den „HdR“-Filmen versichert, auch die Zwergenfrauen hätten Bärte) und rassistisch anmutenden Auslassungen über die Authentizität von schwarzen Elbinnen und Elben zum Trotz.

„Der Herr der Ringe – Die Ringe der Macht“ könnte also mehr werden als die „teuerste Serie aller Zeiten“ oder – wie das Magazin „Der Spiegel“ vorab gemeinerweise titelte – „die teuerste Seifenoper der Geschichte“.

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Gegenüber dem Branchenblatt „Variety“ äußerten sich die bislang meritenlosen Showrunner Patrick McKay und JD Payne, beide 41 Jahre alt, beide große Tolkien-Bewunderer, dass man die „Stimmung“ der Jackson-Filme habe beibehalten wollen, ohne jedoch das Detail zu kopieren. Das Schwert Narsil etwa, mit dem Menschenkönig Isildur den vom Bösen beseelten Einen Ring von Saurons Finger schlug, ist – so zeigt es ein Filmposter – detaillierter designt als seine Bruchstücke im ersten „HdR“-Film „Die Gefährten“.

Dass viele der Handlungsorte aus Jacksons Filmen nicht vorkommen, gibt den Machern schöpferische Freiheiten. Und das noch intakte Khazad-dûm, die Minenstadt der Zwerge im Nebelgebirge, war bei Jackson ja schon zur Ruine Moria geworden, dem „dunklen Abgrund“, in dem nur noch Orks und Höhlentrolle lebten und Zauberer Gandalf die „Fellowship of the Ring“ gegen den mythischen Feuerteufel Balrog verteidigte.

Die Macher müssen sich nicht an einer Romanvorlage messen

Anders als bei der ersten Trilogie (2001–2003) und Jacksons stark aufgeblasenem „Der Hobbit“-Dreiteiler (2012–2014) müssen sich die Macher diesmal nicht an einer Buchvorlage messen. Sie müssen sich nicht von Hardcore-Tolkienisten vorwerfen lassen, dass erfundene Szenen wie Jacksons Flusskampf der Elbin Arwen gegen die Ringgeister vorkommen. Sie sprechen bezüglich ihrer Serie dann auch von „dem Roman, den Tolkien nie schrieb“. Viele Figuren werden neu sein, ohne Unmut zu erregen, wie etwa die für die „Hobbit“-Filme hinzuerfundene Elbin Tauriel.

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Und die Links zum bislang Bekannten sind Sauron sowie Elb Elrond und Elbin Galadriel, deren jugendlichere Versionen von anderen Schauspielern und Schauspielerinnen als in den Filmen übernommen werden. Vielleicht erfährt man, wie diese ikonischen Figuren wurden, wer sie sind. Die 99-prozentig edle Galadriel etwa offenbarte im ersten „HdR“-Film angesichts des Einen Rings unverhofft eine dämonische Seite.

Erzählerisch wird ins Zweite Zeitalter geleuchtet, das laut Tolkien fast 3500 Jahre dauerte und 3000 Jahre vor der Mission „Ring in den Vulkan“ von Hobbit Frodo und seinen Gefährten endete. Die Zeitspanne wurde für die Serie angeblich verdichtet, weil man nicht von Staffel zu Staffel völlig neue Menschenfiguren einführen wollte (Elben haben ja quasi das ewige Leben). Es ist die Zeit, die im Prolog von Jacksons Filmen im Zeitraffer betrachtet wurde: Schmieden der Ringe durch den Finsterling Sauron, letztes Bündnis von Elben und Menschen, Schlacht am Schicksalsberg, Sieg über Sauron. Der genaue Inhalt der Serie wird bis zuletzt geheim gehalten.

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Interessant dürfte sein, wie sich der Tolkien Estate diesmal äußert, dem Prime Video (Netflix überbietend) 250 Millionen Dollar für die Rechte zahlte, um diese Serie machen zu dürfen. Mit Jacksons Filmen war der vor zweieinhalb Jahren verstorbene Tolkien-Sohn Christopher nicht glücklich. Für ihn waren es „Actionfilme für ein junges Publikum zwischen 15 und 25 Jahren“, wie er nach langem Schweigen 2012 in einem Interview mit der französischen Tageszeitung „Le Monde“ verächtlich geäußert hatte.

Die Macher hoffen nun auf eine Serie, „sie zu bannen, sie alle zu finden, vor den Bildschirm zu treiben und ewig zu binden“ (oder doch zumindest über fünf Staffeln). Eine Serie für Emmys in mindestes elf Kategorien. Werden die Erwartungen erfüllt?

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