#FreeAnonNewsDe: Twitter begründet Sperrung des „Anonymous“-Accounts

Ein von „Anonymous“ gehackter Rechner (Symbolbild).

Ein von „Anonymous“ gehackter Rechner (Symbolbild).

Nach der Übernahme mehrerer Onlinekanäle des rechtsradikalen Kochbuchautors Attila Hildmann durch „Anonymous“ ist der Twitter-Account des Hackerkollektivs gesperrt worden. Das Hackerkollektiv hatte in einem Blogbeitrag die Übernahme der Kanäle für sich reklamiert und behauptet, im Besitz zahlreicher E-Mails von Hildmann und anderen sensiblen Daten zu sein.

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Nach der Sperrung des Twitter-Kontos forderten unter dem Hashtag #FreeAnonNewsDe zahlreiche Personen in sozialen Netzwerken, den Account wieder freizugeben – das wird aber offenbar nicht passieren. Auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) erklärte ein Sprecher das Vorgehen mit einem Verstoß gegen die Richtlinien des Netzwerks. „Das Konto wurde dauerhaft gesperrt, weil es gegen unsere Richtlinie zur Verbreitung von gehacktem Material, die Richtlinie zu privaten Informationen und gegen die Richtlinie zu Plattformmanipulation und Spam verstoßen hat.“

Demnach sei es verboten, „private Informationen anderer Personen ohne deren Erlaubnis zu tweeten“. Laut dem Sprecher falle darunter auch die Verbreitung von illegal erworbenen oder gehackten Informationen. Darüber hinaus sei nicht erlaubt, mit der Veröffentlichung von privaten Informationen zu drohen oder auf Twitter dazu aufzurufen.

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Attila Hildmann.

Attila Hildmann.

„Anonymous“ behauptet, die Daten gäben einen tiefen Einblick in die Welt des Holocaust-Leugners. In den kommenden Tagen würden Details veröffentlicht werden, damit die Presse und Strafverfolgungsbehörden sie auswerten könnten. So soll aus den erbeuteten E-Mails hervorgehen, welche Unternehmen nach der Radikalisierung Hildmanns sich von ihm distanziert und eine Zusammenarbeit mit dem einst erfolgreichen TV-Koch eingestellt haben und welche Firmen die Kooperation fortgesetzt haben.

„Anonymous“ will „tiefen Einblick“ in die Welt des Holocaust-Leugners geben

In dem Bekennerbeitrag schreibt „Anonymous“ auf der Internetseite anonleaks.net zudem, das Kollektiv sei im Besitz von Bildern, die den Vorwurf untermauern würden, dass der Haftbefehl gegen Hildmann aus der Berliner Justiz durchgestochen worden sei. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte im Mai 2021 mitgeteilt, dass gegen unbekannt wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen ermittelt werde. Es werde vermutet, dass Informationen über einen Haftbefehl gegen Hildmann aus den eigenen Reihen unzulässig weitergereicht wurden.

Gegen Hildmann wird auch wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Im Juli teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit, dass ein Ende der Ermittlungen nicht abzusehen sei. Es kämen auch neue Verdachtsfälle durch aktuelle Äußerungen im Internet hinzu, sagte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft. Es gebe keinen Stillstand in dem Ermittlungsverfahren.

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RND/goe/al/dpa

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