ARD-Talk „Hart aber fair“

Personalnot an Flughäfen: „Es wird ein Sommer voller Überraschungen“

„Werden nicht den ganzen Sommerurlaub permanent Schlangen haben“: Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft.

„Werden nicht den ganzen Sommerurlaub permanent Schlangen haben“: Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft.

Personalmangel bei den Airlines und an den Flughäfen wecken Sorgen vor einem chaotischen Flugreise­sommer. Lufthansa, Eurowings und Easyjet haben für Juli jeweils schon Hunderte Flüge gestrichen, bereits jetzt kommt es an deutschen Flughäfen zu langen Wartezeiten. „Es wird ein Sommer voller Überraschungen“, prognostizierte deshalb auch Claudia Müller, Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, am Montagabend im ARD-Talk „Hart aber fair“.

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Zuletzt war es am Wochenende am Düsseldorfer Flughafen zu chaotischen Szenen gekommen – ist die Flugbranche also nicht vorbereitet auf den ersten richtigen Reisesommer nach Beginn der Corona-Pandemie? Nein, sagte Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrs­wirtschaft. Nach den zwei Jahren des „totalen Einbruchs“ sei wieder sukzessive Personal aufgebaut worden, so der Lobbyvertreter, der betonte: „Es ist nicht so, dass wir den ganzen Sommerurlaub permanent Schlangen haben werden.“

Wegen Personalnot: Lufthansa streicht Hunderte Flüge

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Richtig sei aber auch, dass noch immer Personal fehle. „Der deutsche Arbeitsmarkt ist leer gefegt, wir suchen auch im Ausland“, so von Randow. Eine mögliche kurzfristige Lösung: Es gebe 2000 türkische Arbeit­nehmerinnen und Arbeitnehmer, die sofort bereit wären, nach Deutschland zu kommen. Das Problem: „Da muss man auch mal eine Ausnahmegenehmigung geben, dass so was möglich ist“, sagte der Chef des Luftverkehrswirtschaftsverbands in Richtung der Bundesregierung.

„Die Branche steht immer wieder vor neuen Krisen“

Personalmangel ist allerdings nicht nur an Flughäfen und bei Fluggesellschaften ein Problem, betonte Ute Dallmeier, die Chefin eines Reisebüros ist. „Die Branche steht immer wieder vor neuen Krisen, wir machen nichts als Krisenmanagement.“

Nicht schönreden konnte von Randow, der sich immer wieder im Mittelpunkt der kritischen Nachfragen wiederfand, angesichts von Tausenden bereits gestrichenen Flügen. „Das ist viel zu viel.“ Doch woran liegt’s? Angeblich vor allem an fehlenden „Kapazitäten“, etwa bei Sicherheitskontrollen.

Dass der Andrang an Flughäfen in den kommenden Monaten sicherlich nicht nachlassen werde, betonte Ute Dallmeier: Es gebe bei den Deutschen ganz klar ein Nachholbedürfnis zu reisen. „Und noch ist nicht das Niveau von vor Corona erreicht.“

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Ein halbwegs versöhnliches Fazit zog am Ende Frank Plasberg: „Ich glaube, wir haben den Drahtseilakt geschafft, den Urlaub nicht zu vermiesen, auf den wir uns freuen, aber auf ein paar Probleme hinzuweisen“, sagte der Moderator – und verabschiedete sich bis August in den Sommerurlaub.

RND/seb

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