„Kopp Online“ stellt Dienst ein

Das Portal „Kopp Online“ hat seinen Dienst eingestellt.

Das Portal „Kopp Online“ hat seinen Dienst eingestellt.

Rottenburg. Bis zu 25.000 Bücher verschickt der Kopp Verlag nach eigenen Angaben täglich in alle Welt. Die Themen sind nicht nur vielfältig, sondern auch weit abseits demokratischer Werte: verbotene Archäologie, Geheimbünde, Enthüllungen und Neue Weltbilder gehören zu den Auswahlmöglichkeiten. Mit sogenannten alternativen Medien beschäftigt sich auch das Online-Portal des Verlages – „Kopp Online“. Doch seit dem 10. März gibt es auf der Internetseite keine neuen Informationen mehr. „Den redaktionellen Teil und die Weltnachrichten mussten wir einstellen“, schrieb der Verlag Ende März an das „Gelbe Forum“.

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Schnell wurden Spekulationen laut, der Kopp Verlag sei eingeschüchtert, denn inzwischen werden Nutzer von der Nachrichtenseite auf die Homepage des Verlages weitergeleitet. Doch bei dem Aus soll es sich um ganz andere Gründe handeln, wie ein Statement des Verlages im Internet suggeriert: "Obwohl das Interesse an Kopp Online überwältigend groß war (in der Spitze weit über 600.000 Besucher pro Tag) hat uns leider die Unterstützung unserer Leser gefehlt", heißt es in dem Schreiben, das im Internet kursiert.

„Mitarbeiter können Arbeit nicht verschenken“

Demnach habe das Nachrichtenportal trotz zahlreicher Aufrufe „nur 6000 Euro an Spenden erhalten“. „Das reicht nicht einmal um die Seite eine Woche lang zu betreiben“, monierte der Verlag. Die Mitarbeiter und Autoren könnten ihre Arbeit nicht verschenken.

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Gegründet wurde der Verlag von dem ehemaligen Stuttgarter Polizisten Jochen Kopp. Neben Medien in Rubriken wie Phänomene, Selbstversorgung und Überleben sowie Lebenskunst verschickt der Verlag auch Saatgutpakete und Lebensmittel. Kopp wolle „auf unterdrückte Informationen, Entdeckungen und Erfindungen hinweisen“. Dabei versammelte der Verlag ein ganzes Sammelsurium an rechtsradikalen Verschwörungstheoretikern um sich.

Über die Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg berichtete „Kopp Online“ beispielsweise, möglicherweise hätten „ganz andere Mächte mit eingegriffen“, „um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen. Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste“, schrieb Autorin Eva Herman.

Von RND/are

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