Entgegen katholischer Traditionen

„Homosexualität ist gottgewollt“: Bischof von Aachen positioniert sich progressiv

Eine Regenbogenfahne weht vor der Autobahnkirche St. Christophorus am Rande der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren. (Symbolbild)

Eine Regenbogenfahne weht vor der Autobahnkirche St. Christophorus am Rande der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren. (Symbolbild)

Aachen. Der katholische Bischof von Aachen, Helmut Dieser, hat Homosexualität als „gottgewollt“ bezeichnet. „Homosexualität ist keine Panne Gottes, sondern gottgewollt im selben Maß wie die Schöpfung selbst“, sagte Dieser der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“. Er habe in diesem Punkt dazugelernt. „Ja, meine Sicht hat sich verändert.“

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Katholischen Weltkirche: Homosexualität dürfe nicht ausgelebt werden

Die katholische Kirche betrachtet Homosexualität traditionell als Sünde. Heute wird für gewöhnlich zwar betont, dass Homosexuelle auf keinen Fall diskriminiert werden dürften und dass die Veranlagung an sich noch keine Verfehlung sei. Doch gleichzeitig pocht die Zentrale der katholischen Weltkirche darauf, dass Homosexualität nicht ausgelebt werden dürfe. Im vergangenen Jahr hatte die Glaubenskongregation noch einmal klargestellt, dass es „nicht erlaubt“ sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen, da solche Verbindungen „nicht als objektiv auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden“ könnten.

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Bischof Helmut Dieser: „Liebe kann nicht Sünde sein“

Bischof Dieser sagte, ihm sei klar, dass Rom Homosexualität immer noch als Sünde deute. Das sei hier jedoch ein fragwürdiger Begriff: „Wenn es aber um Liebe geht, um diese Spielart der Liebe, die ja dann eine erotische Form ist, wenn der Leib Ausdruck dieser Liebe wird und die Sprache dieser Liebe, dann denke ich: Liebe kann nicht Sünde sein.“ Ob ein Priester in seinem Bistum homosexuelle Paare segne, sei eine persönliche Gewissensentscheidung. So geschehe es in Aachen auch.

Papst Franziskus fordert Bekämpfung von sexuellem Missbrauch

Bei einem Treffen mit Vertretern der katholischen Kirche Kanadas hat Papst Franziskus ein konsequentes Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch gefordert.

Am Donnerstag beginnt in Frankfurt/Main die vierte Synodalversammlung der deutschen Katholiken zur Reform der Kirche. Bischof Dieser leitet das Synodalforum zu Partnerschaft und Sexualität. Er gilt als einer der fortschrittlichsten katholischen Bischöfe in Deutschland.

RND/dpa

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