Jones für haftbar erklärt

Sandy-Hook-Schulmassaker: US-Moderator Alex Jones steht erneut vor Gericht

US-Moderator und Verschwörungstheoretiker Alex Jones steht im US-Bundesstaat Connecticut erneut vor Gericht. (Archivbild)

US-Moderator und Verschwörungstheoretiker Alex Jones steht im US-Bundesstaat Connecticut erneut vor Gericht. (Archivbild)

Waterbury. Der amerikanische Radiomoderator und Verschwörungserzähler Alex Jones steht erneut wegen Lügen über das Massaker an der Sandy-Hook-Schule vor Gericht. Jones erschien am Dienstag am Gerichtsgebäude in Waterbury im US-Staat Connecticut. In dem Verfahren geht es um die Höhe des Schadenersatzes, den er zahlen muss, weil er seinem Millionenpublikum erzählte, das Massaker mit 26 Toten sei fingiert gewesen.

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Jones traf am Vormittag am Gericht ein, es war allerdings unklar, wann er in den Zeugenstand gerufen werden könnte. Während der ersten vier Tage des Verfahrens in der vergangenen Woche und am Wochenende hatte Jones den Prozess von seinem Studio in Texas aus scharf kritisiert. Er sprach von einem Schauprozess und einem manipulierten Gericht, das darauf abziele, ihn zum Schweigen zu bringen und aus dem Geschäft zu drängen. Dabei werde sein Recht auf freie Meinungsäußerung ignoriert. Auf seiner Website verspottete er das Gericht und den Anwalt der Opferfamilien.

Jones muss Entschädigung zahlen

Jones wurde bereits für sein Handeln für haftbar erklärt. Kläger sind ein FBI-Agent, der 2012 zum Tatort fuhr, und Angehörige von acht Kindern und Erwachsenen, die in der Schule in Newtown im Staat Connecticut getötet wurden. Richterin Barbara Bellis entschied ohne Verfahren, Jones und die Muttergesellschaft seines Unternehmens Infowars, Free Speech Systems, müssten eine Entschädigung mit Strafcharakter zahlen. Sie bezeichnete ihre Entscheidung als eine Strafe für die wiederholten Versäumnisse des Beklagten, den Klägern Dokumente auszuhändigen.

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Am 14. Dezember 2012 hatte ein 20-Jähriger an der Schule Kinder und Mitarbeiter sowie zuvor seine Mutter getötet. Anschließend erschoss er sich selbst. Die Kläger führen an, Jones' Lügen hätten dazu geführt, dass die Familien der Opfer bedroht und belästigt worden seien. Dabei verdiente Jones viel Geld mit seinen Verschwörungserzählungen: Eine Vertreterin von Free Speech Systems sagte letzte Woche aus, sie glaube, dass Jones und sein Unternehmen seit dem Massaker mindestens 100 Millionen Dollar Umsatz gemacht hätten.

In einem ähnlichen Prozess zu Jones‘ Lügen in Texas im vergangenen Monat sprachen die Geschworenen den Eltern eines der getöteten Kinder fast 50 Millionen Dollar Schadenersatz zu. Wie in Connecticut befand der texanische Richter Jones und Free Speech Systems für haftbar, weil sie nicht alle von den Klägern angeforderten Dokumente herausgegeben hatten.

RND/AP

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