„Ein ziemlich schüchterner Kerl“

Australische Schulkameraden erinnern sich an Charles III. als 17-Jährigen

Charles als Student – hier in seiner Zeit am Trinity College, Cambridge im Jahr 1969.

Charles als Student – hier in seiner Zeit am Trinity College, Cambridge im Jahr 1969.

Im Oktober 1965 gab der Buckingham Palace bekannt, dass der junge Prinz Charles ein Semester an der Geelong Church of England Grammar School in Australien verbringen werde. Als Charles nach Australien kam, war er gerade mal 17 Jahre alt und der Aufenthalt hatte laut seiner eigenen Aussage den Grund, ihn „auszusortieren“.

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Letztendlich wurden sogar zwei Semester daraus, denn der junge englische Prinz fand allen Anschein nach Gefallen am Leben am anderen Ende der Welt. „Ich habe in Australien enorm viel gelernt und entdeckt, wie direkt, wie freundlich, wie geradlinig und oft auch unverblümt die Australier sind“, soll er laut lokaler australischer Medien später über seinen Aufenthalt in der einstigen britischen Kolonie gesagt haben.

Charles in Australien: Nachtwanderungen mit Blutegeln und Schlangen

Er schätzte – wie er sagte – den „unglaublich guten Sinn für Humor“ der Australier und erinnerte sich an Nachtwanderungen mit „Blutegeln und Schlangen und diesen riesigen Bulldoggenameisen und Trichternetzspinnen“. „Ich habe es geliebt und viel davon gelernt“, sagte er. „Timbertop hat ihm eine wunderbare Liebe zu Australien vermittelt – eine, die er und seine Mutter teilen“, sagte Chas Armytage, ein ehemaliger Klassenkamerad des damaligen Prinzen, der australischen Ausgabe des „Guardian“.

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Timbertop ist der Busch-Campus der australischen Privatschule, wo Schülerinnen und Schüler bis heute hingeschickt werden, um den Schritt vom Teenager ins Erwachsenenalter zu unterstützen. „Die Schüler lernen, in hohem Maß autark zu werden und tragen die volle Verantwortung für die Pflege und Instandhaltung ihres Lebensumfelds“, beschreibt die aktuelle Webseite der Schule die Zeit, die die Schüler im australischen Busch verbringen. Während ihres Aufenthalts werden die Schüler in einem Roster für verschiedene Jobs eingeteilt. Dazu gehört beispielsweise, Holz für den Dauerbrandofen und den Warmwasserboiler zu hacken.

Charles ein „ziemlich schüchterner Kerl“

Auch der damals 17-jährige Charles nahm an Wanderungen im Busch teil und hackte mit Klassenkameraden Holz oder kam seinen Pflichten als Präfekt oder Vertrauensschüler nach. „Er war nicht sportlich“, berichtete Armytage, der 1966 als 14-Jähriger Zeit in Timbertop verbrachte. „Am Ende genoss er das Rennen, das Wandern, das Holzhacken und das Rausgehen in den Busch.“ Armytage erinnert König Charles III. als einen „ziemlich schüchternen Kerl“.

„God Save the King“: Charles III. offiziell zum König ernannt

Mit dem Tod seiner Mutter Elizabeth am vergangenen Donnerstag war die Königswürde auf Charles, die Nummer eins der Thronfolge, übergegangen.

Graeme Burnham, ein weiterer Klassenkamerad aus der damaligen Zeit, sagte, dass der Monarch die Akzeptanz genossen habe, die er bei seinen Mitschülern auf dem abgelegenen Campus fand. Zu Hause war er ein zukünftiger König, aber in Timbertop war er „einfach nur Charles für uns“, erinnerte sich der Australier. „Es muss eine der unkompliziertesten und freiesten Zeiten seines Lebens gewesen sein“, meinte er.

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Ein Locke des britischen Königs

Ein dritter Klassenkamerad, der den jungen Monarchen in den 1960ern ebenfalls kennenlernen durfte, berichtete im Interview mit dem australischen Sender Channel 9, wie er ein paar Haarsträhnen des heutigen Königs in einem Umschlag aufbewahrt hatte. Richard Kumnick gestand, die Haare vom Boden eines Friseursalons aufgesammelt zu haben. Obwohl die Haare, die Kumnick im Interview auch zeigte, nach über 50 Jahren etwas „verblichen“ sind, ist sich der Australier sicher, dass sie Charles gehörten.

Dieser sei an dem Tag der Erste gewesen, der sich die Haare schneiden ließ, meinte der Australier. Kumnick berichtete zudem, wie der neue britische König ihn während seiner Zeit in Timbertop als Präfekt beim Rauchen in einem Heizungskeller erwischte – etwas, das in dem Internat streng verboten war. Charles zog die Zigaretten ein, verpetzte den jüngeren Schüler aber anscheinend nicht bei den Lehrern.

Seit der unbeschwerten Zeit in Timbertop hat König Charles III. offensichtlich eine besondere Bindung zum australischen Bundesstaat Victoria. So war er in den Jahrzehnten danach immer wieder zu Besuch. Beispielsweise stoppte er 1983 in der Region im Südosten Australiens, als er im Rahmen einer vierwöchigen Tour mit seiner damaligen Frau Diana und dem gerade zehn Monate alten Prinz William durch Australien tourte. 2005 kehrte er sogar zum 150-Jahre-Jubiläum seiner ehemaligen Schule zurück.

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