Beleidigungen und Schweinemett am Auto: Nachbarschaftsstreit in Hannover eskaliert

Klingelschilder an einem Mehrfamilienhaus. (Symbolbild)

Klingelschilder an einem Mehrfamilienhaus. (Symbolbild)

Hannover. Ein Nachbarschaftsstreit in Hannover ist dermaßen eskaliert, dass der Fall nun vor Gericht landete. Eine 39 Jahre alte Mieterin muss ihre Wohnung nach 14 Jahren und jahrelangen Streitigkeiten womöglich verlassen, am Mittwoch wurde vor dem Amtsgericht die Räumungsklage des Vermieters verhandelt.

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Der Sachverhalt sei „unübersichtlich“, zitiert die „Neue Presse“ die zuständige Zivilrichterin – doch Aussagen von Mieterinnen und Mietern lassen erahnen, was sich in den vergangenen Jahren in dem Wohnhaus in Hannover-Vahrenwald abgespielt haben muss.

Zunächst erzählte die gekündigte Mieterin ihre Geschichte. Sie habe ihre Wohnung für die Pflege ihres Vaters für viel Geld ausgebaut und müsse diese jetzt verlassen. Dabei seien das Problem die anderen Mieterinnen und Mieter. Die Frau spricht von jahrelangem Mobbing und rassistischen Attacken. Sie und ihre Familie hätten sich etwa Beleidigungen wie „Sieg Heil“ und „Heil Hitler“ anhören müssen, einmal sei sie beim Herunterbringen des Mülls angegangen worden.

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Auto mit Schweinemett beschmiert

Im Juli 2020 sei dann das Auto der muslimischen Familie mit Schweinemett beschmiert worden. Später wurde das Auto noch zerkratzt.

Doch das ist nur die eine Seite der Geschichte. Vor Gericht erzählte eine andere Mieterin von ihren Problemen mit der 39-Jährigen. Diese habe sie und andere Mieterinnen häufig beleidigt, etwa als „Nazi-Nutte“. Zudem sei die 39-Jährige verurteilt worden, weil sie die Fahrradreifen einer Nachbarin zerstochen habe, wie sie selbst vor Gericht sagte. Aus ihrer Sicht ein Fehlurteil.

Im November 2020 wurde es dann handgreiflich. Wieder soll die 39-Jährige wüste Beschimpfungen ausgestoßen haben. Eine langjährige Bewohnerin des Hauses soll von ihr auf zwei Fahrräder gestoßen worden sein. Zwei Zeugen bestätigten den Vorfall.

Störung des Hausfriedens

Die Üstra-Versorgungseinrichtung, der Vermieter der 39-Jährigen, kündigte der Frau schließlich. Dabei beruft sich das Unternehmen auf den angeblichen Drogenkonsum der Frau, den sie selbst bestreitet, die Störung des Hausfriedens und Gewalt gegenüber Mitmietern.

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Das Urteil wird am 4. August verkündet. Bei einem zerrütteten Mietverhältnis haben Mieter und Vermieter ein Kündigungsrecht. Insofern dürfte die Klage der Versorgungseinrichtung der Üstra erfolgreich sein.

RND/msc

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