LGBTIQ+-Demo

Ärger über russischsprachiges „No War“-Plakat beim Berliner CSD

Hunderttausende Menschen zogen beim CSD durch Berlin.

Hunderttausende Menschen zogen beim CSD durch Berlin.

Berlin. Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin war laut Veranstalterinnen und Veranstaltern ein voller Erfolg – von der großen Demonstration und den Veranstaltungen drumherum am Samstag sei ein starkes Signal ausgegangen, sagte Sprecherin Sandrina Koemm-Benson am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Doch nun gibt es Ärger wegen eines Plakats, das beim CSD gezeigt wurde.

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Konkret geht es um ein Banner, auf dem der Schriftzug „НЕТ ВОЙНЕ“ stand, was so viel bedeutet wie „Kein Krieg“ oder „Nein zum Krieg“. Was ist also falsch daran? Dazu bezieht „Vitsche“, ein Zusammenschluss junger Ukrainer und Ukrainerinnen in Deutschland, der sich für Geflüchtete einsetzt, auf Twitter in einem längeren Thread Stellung.

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„Russische Propaganda“

„Es ist kein neuer Slogan, und er ist nicht von selbst aufgetaucht“, heißt es da. „,НЕТ ВОЙНЕ' ist eine Waffe pazifistischer Erzählungen, die durch russische Propaganda verwendet wird, um die Trennung zwischen Gut und Böse verschwimmen zu lassen, Werte neu zu definieren und Zweifel an der Wahrheit zu säen.“ Später präzisiert das Bündnis das noch: Der Slogan werde oft von Russinnen und Russen verwendet, die nach Europa kommen und ihr „Business as usual“ fortsetzen wollten anstatt sich ehrlich der Realität des Krieges zu stellen.

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Auch dass der Spruch auf russisch ist, kritisiert „Vitsche“, und kommt auch auf das Zeigen beim CSD zurück: „,НЕТ ВОЙНЕ‘ ist in der Sprache des Aggressors. Wie kann es sein, dass eine Veranstaltung, die Liebe und Vielfalt feiert, die Sprache des Staates in den Mittelpunkt stellt, der genau diese Werte und die Menschen, die sie unterstützen, bekämpft?“ Dass das Plakat beim CSD gezeigt worden sei, sei „sehr schade“.

Der CSD-Umzug zieht durch Berlin

Unter dem Motto „United in love!“ haben am Samstag Zehntausende in der Hauptstadt gegen Hass, Krieg und Diskriminierung demonstriert.

Zahlreiche ukrainische Teilnehmende wären dadurch erneut Schmerzen und Stress ausgesetzt gewesen, ausgelöst dadurch, dass sie „mit einer solchen Gefühllosigkeit konfrontiert“ worden seien. Zudem kritisiert der Zusammenschluss, dass auf den Plakaten nicht deutlich werde, um welchen Krieg es gehe – „in einer Zeit, die klare, eindeutige Aussagen verlangt“.

Positive Bilanz der CSD-Veranstalter

Die Veranstalter des CSD in Berlin haben währenddessen eine positive Bilanz gezogen. „Wir sind viele, und wir sind laut. Und wir lassen uns nicht den Mund verbieten. Wir stehen für unsere Rechte ein“, sagte Sprecherin Koemm-Benson am Sonntag der dpa. Der CSD habe einmal mehr gezeigt, dass man politische Ziele auch mit viel Spaß vertreten und damit viele Menschen überzeugen könne.

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Der Berliner CSD ist eine der größten Veranstaltungen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, queeren und intergeschlechtlichen Community (LGBTQI) in Europa. Am Samstag waren Hunderttausende bei einer bunten Parade durch mehrere Berliner Stadtteile gezogen, am Abend gab es ein großes Fest am Brandenburger Tor. Die Veranstalterinnen und Veranstalter schätzten die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf insgesamt 600.000. Die Polizei hatte zunächst von etwa 150.000 Teilnehmenden gesprochen und aktualisierte die Zahl am späten Abend auf 350.000.

Keine großen Zwischenfälle bei CSD

Polizei und Veranstalter bilanzierten übereinstimmend, dass es keine großen Zwischenfälle gegeben habe. „Alles war großartig organisiert, Hand in Hand mit der Polizei“, sagte die CSD-Sprecherin. „Wenn so viele Menschen zusammenkommen, gibt es immer ein paar kleinere Fälle. Aber in der Menge nichts Außergewöhnliches“, sagte ein Polizeisprecher mit Blick auf vereinzelte Straftaten.

RND/hsc/mit dpa

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