Dauerregen setzt Harz unter Wasser

Silstedt, die kleine Ortschaft im Harz steht unter Wasser.

Silstedt, die kleine Ortschaft im Harz steht unter Wasser.

Wernigerode/Magdeburg. Tagelanger Dauerregen hat im Harz harmlose Flüsse und Bäche anschwellen lassen. Vielerorts wurden Straßen überflutet. Vor allem trafen die Wassermassen im Landkreis Harz die Orte Wernigerode, Ilsenburg und Derenburg. Straßen wurden überflutet, Keller liefen voll. Rettungskräfte waren im Dauereinsatz. Im südlichen Niedersachsen riefen die Behörden wegen schwerer Überflutungen für den Landkreis Goslar den Katastrophenfall aus.

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Von einer seit Dienstag vermissten 69-jährigen Frau aus Wernigerode fehlte auch am Mittwoch noch jede Spur. Sie wohnt direkt an der Holtemme. Es sei nicht auszuschließen, dass sie in den Fluss gefallen sei, sagte ein Polizeisprecher.

Wegen der starken Regenfälle droht die Zillierbachtalsperre oberhalb von Wernigerode im Harz überzulaufen. „Wir rechnen damit, dass es am späten Nachmittag oder am Abend passiert“, sagte Maren Dietze vom Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt am Mittwochnachmittag in Blankenburg. Die Talsperre habe in den vergangenen Tagen schon eine ganze Menge Wasser zurückgehalten und werde nun wie eine volle Badewanne überlaufen. Andere Möglichkeiten gebe es nicht. Zuvor hatte Radio SAW darüber berichtet.

Das abfließende Wasser aus der Talsperre müsse durch die Stadt Wernigerode, sagte der Leiter der Einsatzstelle Kai-Uwe Lohse. „Wir basteln an Lösungen, dass es gezielt durch die Stadt und in die Holtemme geleitet werden kann“, sagte er.

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Besonders getroffen hat es den Wernigeröder Ortsteil Silstedt, wo das Wasser kietief in den Straßen steht. Bis zum Nachmittag seien zwei Häuser mit etwa 15 Menschen evakuiert worden, sagte Lohse. Dabei kamen auch Schlauchboote zum Einsatz. Weitere Evakuierungen im Unterdorf würden vorbereitet. Das betreffe etwa 150 Menschen. Das sei aber noch nicht endgültig entschieden.

Umweltstaatssekretär Klaus Rehda sagte bei einem Besuch in Ilsenburg: „Die Lage ist gut im Griff“. Die Behörden arbeiteten gut zusammen. Er betonte, für den Einzelnen sei es schlimm, wenn er Schaden durch Hochwasser erleide. In den vergangenen Jahren sei aber schon viel in den Hochwasserschutz investiert worden. Das zahle sich nun aus.

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Während in Wernigerode und Umgebung mehrere Buslinien ihren Betrieb einstellten, lief der Betrieb bei der Deutschen Bahn und dem privaten Harz-Elbe-Express bis zum frühen Nachmittag weitgehend stabil. Die Brockenbahn hatte ihren Betrieb vorübergehend eingestellt. Auch mehrere Zugänge zum Harz wurden gesperrt, weil sich Wanderwege in reißende Gewässer verwandelt hatten.

Der heftige Regen ließ vor allem kleinere Flüsse in dem Mittelgebirge ansteigen. Die Hochwasserwarnstufen bewegten sich laut Landesbetrieb für Hochwasserschutz zwischen 3 und 4. m Norden Sachsen-Anhalts registrierte der Landesbetrieb für die Flüsse Aland und Jeetze mit dem Nebenfluss Dumme im Altmarkkreis Salzwedel steigende Wasserstände, teils bis zur Alarmstufe 2. Für die großen Flüsse Elbe, Mulde und Saale bestehe keine Hochwassergefahr, hieß es.

Laut Deutschem Wetterdienst fielen innerhalb von 48 Stunden bis Mittwochfrüh auf dem Brocken 238 Liter Regen pro Quadratmeter. Das sei doppelt soviel wie sonst in einem durchschnittlichen Monat Juli, sagte der Meteorologe Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst. Auch in Schierke sei die doppelte Monatsmenge gefallen. Nach seinen Angaben zieht das Regengebiet nun aus Sachsen-Anhalt weg. Er rechne damit, dass sich die Lage langsam entspanne, sagte Engelmann.

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So erlebten es die Bewohner:

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Die Polizei gibt am Mittwochnachmittag Entwarnung:

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Von RND/abr/dpa

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