Andächtige Reaktionen

„In diesem Moment hält die Geschichte inne“ – Die internationale Presse zum Tod der Queen

„Unsere Herzen sind gebrochen“: Die Titelseite der „Daily Mail“ zum Tod der Queen.

„Unsere Herzen sind gebrochen“: Die Titelseite der „Daily Mail“ zum Tod der Queen.

Die Welt trauert um Elizabeth II.: Wie der Palast mitteilte, starb die Queen am Donnerstag im Alter von 96 Jahren friedlich auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral. Elizabeth II. war länger als jeder andere britische Monarch oder jede andere britische Monarchin vor ihr auf dem Thron. Mit ihrem Tod geht eine Ära zu Ende. Im Folgenden einige internationale Pressestimmen zu seinem Tod.

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+++ Die Queen ist gestorben alle Entwicklungen im Newsblog +++

Pressestimmen aus Großbritannien

Der britische Sender BBC spielte bei der Bekanntgabe des Todes die Nationalhymne „God Save the Queen“. Die Flagge am Buckingham-Palast wurde auf halbmast gesetzt. „In diesem Moment hält die Geschichte inne. Für eine Minute, eine Stunde, für einen Tag oder eine Woche; in diesem Moment hält die Geschichte inne. … Sie prahlte nicht mit besseren Manieren oder feinerer Etikette als andere. Sie erklärte ihre Rolle und ihr Leben. Es war ihr Leben und ihre Arbeit, die Beste von Großbritannien zu sein. Das war der Dienst, den sie leistete.“

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Die Zeitung „The Telegraph“ schreibt: „Der Einfluss, den sie in ihrem ererbten Amt als Staatsoberhaupt ausübte, beruhte auf einer tief verwurzelten Zuneigung des Volkes, von der ein Politiker nur träumen kann. Die Königin erinnerte uns an unsere Vergangenheit, an die Kontinuität unserer nationalen Geschichte und an die Tugenden der Widerstandsfähigkeit, des Einfallsreichtums und der Toleranz, die sie geschaffen haben. Wir sollten auch nicht vergessen, dass nicht nur das Vereinigte Königreich eine Monarchin verloren hat, sondern auch Australien, Kanada, Neuseeland und elf weitere überseeische Gebiete, die die Königin als Staatsoberhaupt behalten haben. Werden sie ohne sie dem Druck widerstehen können, Republiken zu werden?“

„Das Leben der Königin war nicht ohne Wechselfälle. Sie sah sich mit vielen der Schwierigkeiten konfrontiert, die alle Familien heimsuchen, mit zerrütteten Beziehungen, Scheidungen und dem Unglück von Kindern und Enkelkindern. Trotz der Erhabenheit ihrer Position war sie den enttäuschenden Aspekten des Lebens genauso ausgesetzt wie wir alle. Als Nation trauern wir alle gemeinsam um sie. Das zweite Zeitalter einer Königin Elizabeth ist zu Ende. Lang lebe König Charles III.“

Der Londoner „Guardian“ meint: „Die längste monarchische Herrschaft in der britischen Geschichte, mehr als 70 Jahre, ist vorbei. Doch das Buch der Rekorde ist weniger wichtig als das weit verbreitete Gefühl, dass das, was nun vergangen ist, nie mehr zurückkehren wird. Das Leben der Königin umspannte die gesamte Geschichte des modernen Großbritannien. Sie wurde geboren, als Großbritannien ein Weltreich mit etwa 600 Millionen Einwohnern beherrschte. Sie starb, als Großbritannien ein mittelgroßes nordeuropäisches Land mit einer ungewissen Zukunft geworden war.“

„Elizabeth II. hinterlässt eine Lücke, die wahrscheinlich nicht gefüllt werden kann. Die Monarchie der Zukunft wird nicht mehr dieselbe sein. Sowohl die Reform der königlichen Finanzen als auch die der Zivilliste (die staatlichen Zahlungen für den Unterhalt von Mitgliedern der königlichen Familie) müssen sorgfältig durchdacht werden, wobei das Parlament angemessen konsultiert werden und das Recht haben muss, seine endgültige Zustimmung zu geben. Vorrangig muss jetzt die Krönung - eine religiöse Zeremonie, die unter den europäischen Monarchien einzigartig ist - erörtert werden.“

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Nur einmal habe Elizabeth II. ihr Gespür für die öffentliche Meinung verlassen, schreibt der Londoner „Independent“ am Freitag: „Während der öffentlichen Trauer nach dem Tod von Diana, Prinzessin von Wales, verließ die Königin ausnahmsweise einmal ihr sonst so sicheres Gespür für die öffentliche Meinung. Wie es seit langem Tradition ist, wehte die königliche Standarte während der Abwesenheit der Monarchin nicht auf dem Buckingham-Palast, aber die Nation wollte eine Flagge auf Halbmast sehen; zudem wollte die Königin mit ihrer Familie in (ihrem schottischen Schloss) Balmoral bleiben, um diese private Tragödie zu verarbeiten.“

„Die öffentliche Reaktion darauf war ablehnend, aber Elizabeth erholte sich schnell davon. Dem Rat ihres damaligen Premierministers Tony Blair folgend kehrte sie nach London zurück, zeigte sich der Menschenmenge und hielt eine Fernsehansprache an die Nation.“

„In dieser traurigen Zeit können wir nichts Besseres tun, als die Worte zu wiederholen, die Elizabeth … in ihrer eigenen Würdigung von Diana vor vielen Jahren verwendete - dass wir jetzt „eine Chance haben, der ganzen Welt die britische Nation in Trauer und Respekt vereint zu zeigen. Wir danken Gott für jemanden, der viele, viele Menschen glücklich gemacht hat“.“

Pressestimmen aus Deutschland

Aus der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: „Ihre größte Leistung, sagen nicht nur Spötter, sei die Rettung der Monarchie über unmonarchische Zeiten. Ein Gutteil ihrer Arbeit glich einem erstarrten, jedenfalls sentimentalen Ritual: die Begehungen alter Fregatten, die eine große Geschichte hatten, aber wohl nie mehr zum Einsatz kommen; die jährliche Rede vor den Abgeordneten und Lords, die nie Überraschungen enthält und erst beginnen darf, wenn der Parlamentskeller nach Guy Fawkes

Charles ist der neue König

Kein britischer Monarch war so lange auf dem Thron wie Elizabeth II. Mit ihrem Tod geht eine Ära zu Ende. Nachfolger ist Prinz Charles.

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Pressestimmen aus der ganzen Welt

Die Zeitung „Le Mond“ aus Frankreich kommentiert: „Sie war ein Symbol. Unter ihrer Herrschaft erlebte das Vereinigte Königreich die Freuden des Erfolgs und die Schmerzen der Niederlage und bewies, dass die Monarchie das Bindeglied zwischen der alten, zerbrochenen Ordnung und einer neuen, die erst noch erfunden werden muss, sein kann. … Man fragt sich allerdings, ob diese kleine, schüchterne, ungebildete Frau ihre Rolle insgeheim ihr ganzes Leben lang gehasst hat. Niemand war in der Lage, in ihrem teilnahmslosen Gesicht die Geheimnisse zu lesen, die sie mit ins Grab nahm.“

In der US-amerikanischen „Washington Post“ heißt es: „Ihre Regentschaft auf Statistiken herunterzubrechen, würde ihren größeren Beitrag zur britischen Gesellschaft und unserem kulturellen Bewusstsein verfehlen. Stetig wie ihr allgegenwärtiges Profil auf Briefmarken und Münzen verkörperte die Königin die britische Selbstbeherrschung. … Während andere in der königlichen Familie sich lautstark zu ihren Privatleben und Meinungen äußerten – auch zu Regierungsangelegenheiten –, stellte sie die Monarchie vor die Monarchin, gab der Pflicht den Vorrang vor persönlichen und familiären Interessen.“

„Letztlich war ihre praktizierte Unparteilichkeit ein Vorteil, der es ihr ermöglichte, zu einem Nationalismus ohne Parteilichkeit zu inspirieren. Ihr Engagement für den Dienst am Volk war lobenswert – umso mehr für die Dauer ihrer Regentschaft und die Führung, die sie in spaltenden Zeiten anbot. Die Beliebtheit und Langlebigkeit der Queen haben als einende Kraft gewirkt, selbst nachdem der Brexit Großbritanniens Bindung an Europa gelöst hat und sich auch die Bande gelockert haben, die die einzelnen Länder des Vereinigten Königreichs zusammenhalten. Die Monarchie – und Großbritannien – könnten sich ohne die Queen dramatisch verändern.“

Die belgische Zeitung „De Standaard“ schreibt am Freitag: „Queen Elizabeth wurde Königin, als Winston Churchill, Harry Truman und Josph Stalin die Welt regierten und ihr Land noch ein globales Imperium war, das große Teile Afrikas beherrschte. Die Botschaft, mit der sie den Thron bestieg, war einfach und klar - und vielleicht gerade deshalb so anziehend. Sie sprach von ihrer lebenslangen Pflicht, dem Volk zu dienen. Die Welt hat sich seither sehr stark verändert, aber ihre Botschaft der Pflicht schien nie altmodisch zu werden und hat Generationen von Briten verzaubert. Immer wenn die Königin einen Jahrestag zu feiern hatte, füllten sich die Straßen Londons mit Hunderttausenden von Menschen und im ganzen Land wurden Volksfeste veranstaltet. Auch viele Nicht-Briten werden zugeben, dass sie sich regelmäßig von der Aura einer Königin mitreißen ließen, die selbst von Netflix als ein Weltstar betrachtet wurde.“

In der australische Zeitung „Sydney Morning Herald“ heißt es: „Es war der Tag, vor dem sich die Briten so lange gefürchtet haben. Sie ist tot. Die Nation hat ihre größte Stärke verloren – den Kitt, der die Union so lange zusammengehalten hat – während diese versucht, ihren Platz in der Welt für die kommenden Jahrzehnte zu definieren. 70 Jahre lang war sie deren beste Diplomatin, die größte Vertreterin von Soft Power. (...) Sie hinterlässt ein Königreich, das tief trauert und von ihrem Tod schwer erschüttert ist. Für viele waren die Monarchin und die Monarchie unteilbar geworden. Es ist ein Hammerschlag für die britische Psyche. Die Nation in ihrem gegenwärtigen Zustand wird große Probleme haben, um ihren Verlust zu verkraften.“

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Die schwedische Tageszeitung „Dagens Nyheter“ (Stockholm) kommentiert zum Tod der Queen: „Königin Elizabeth führte ihr Königreich sieben Jahrzehnte lang. Sie symbolisierte ein Imperium in großer Wandlung und Auflösung - doch selbst schien sie sich kaum zu verändern. Ihr Sohn und Nachfolger Charles steht nun vor einer unmöglich erscheinenden Aufgabe. Und fast dieselbe Aufgabe wartet auf die gesamte Bevölkerung. Die Briten stehen jetzt an einem Punkt, an dem sie sich selbst neu erfinden müssen. Sie haben zudem eine neu gewählte Premierministerin und die Bande zu ihren Nachbarn und Freunden in Europa durchtrennt. Das Europa, das erneut von Krieg und Krisen heimgesucht wird. Auch der überzeugteste Republikaner kann größten Respekt vor dem Lebenswerk von Königin Elizabeth empfinden. Ein Land wie Großbritannien hätte sich keine bessere Landesmutter wünschen können.“

Bundespräsident Steinmeier erinnert an Queen Elizabeth

Nach dem Tod von Königin Elizabeth II. gab es Beileidsbekundungen aus aller Welt. In vielen Ländern wurde an offiziellen Gebäuden Trauerbeflaggung aufgezogen.

Die italienische Zeitung „La Repubblica“ aus Rom am Freitag: „Wenn die Trompeten verstummen und die Kutschen wieder in den Gärten der Königsschlösser geparkt sind, beginnt die eigentliche kollektive Besinnung. Theoretisch wird ein neuer König das Volk anführen, eine alte, barsche und leidenschaftslose Gestalt, die - und das ist wichtig - von einer neuen Königin, der Ex-Konkubine Camilla begleitet wird, deren Beförderung von einem Volk, das so sehr Diana an der Seite von Charles bevorzugt hätte, nicht allumfassend akzeptiert wurde.“

„Die wahren Protagonisten der neuen Phase der Monarchie und diejenigen, die entscheiden werden, welches Ende sie nehmen wird, werden die Untertanen sein. Es sind dieselben, die Elizabeth nie Taktlosigkeit, Sünden oder schlimmer noch Verbrechen einer königlichen Familie vorgeworfen haben, die nie auf der Höhe der Queen war. Die Monarchie wird vielleicht den Tod Elizabeths überleben, aber in einer anderen und mit ziemlicher Sicherheit geschwächten Form, nämlich wegen der Unzulänglichkeit Charles‘, aber auch aufgrund der Tatsache, dass der Tod seiner Mutter vielen die Daseinsberechtigung der Institution entziehen wird.“

Die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ aus Mailand kommentiert: „Elizabeth II. war nicht nur die Monarchin des Vereinigten Königreichs, sie war die Königin von uns allen, eine Herrscherin par excellence. Eine Flut an Kummer, Nostalgie und Rhetorik wird unweigerlich kommen: Diese kleine, große Frau hat das Leben von vier Generationen begleitet, und jeder verarbeitet Trauer auf seine Art. Man sollte aber trotzdem behutsam sein. Eine siebzigjährige Regentschaft ist derart außerordentlich, dass von voreiligen Resümees abgesehen werden sollte. Geschichte liest man nicht mit feuchten Augen. Aber auch mit feuchten Augen und schwerem Herzen kann man versuchen, zu verstehen, was sie uns als Erbe hinterlässt.“

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„Elizabeth II. ist sich selbst immer treu geblieben, bis hin zu dem Punkt, an dem sie manchmal gegenwartsfremd erschien. Doch die Zuneigung, die in diesen Stunden empfunden wird, zeigt, dass es nicht immer notwendig ist, in Mode zu sein, um sich Wertschätzung und Sympathie zu verdienen. Regierende und Politiker - nicht nur in Großbritannien - sollten dies im Hinterkopf behalten.“

Die konservative Zeitung „Lidove noviny“ aus Tschechien kommentiert: „Königin Elizabeth II. war für mehr als 70 Jahre ein Bindeglied für die Menschen in ihrem Land, ein Symbol der Würde und des Dienstes für den Staat. In ihrer Ära ist Großbritannien in das Atomzeitalter eingetreten, hat sein Imperium aufgelöst, ist der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft beigetreten und wieder aus der EU ausgetreten. Über all diesen Geschehnissen wachte fast unsichtbar die Persönlichkeit einer Herrscherin, die de facto gar keine Exekutivrechte hatte. Die Stabilität der Monarchie dürfte nun vor neuen Herausforderungen stehen. Eines ist sicher: Die Ära von Elizabeth II. ist unwiederbringlich zu Ende. Möglicherweise war sie bedeutender als das Elisabethanische Zeitalter, wie wir es durch die Werke William Shakespeares kennen.“

Die konservative norwegische Tageszeitung „Aftenposten“ (Oslo) kommentiert den Tod der britischen Queen Elizabeth II.: „Die Geschichte von Queen Elizabeth ist mehr als nur die Erzählung eines Landes. Sie handelt davon, wie ein Mensch nationale Traditionen und Symbole in sich als Person tragen kann. Niemand stand so lange und so unbeirrt im gnadenlosen Rampenlicht wie sie. Das Gesicht und die Gestalt der Königin, die farbenfrohen Kostüme und Hüte, die kleine Tasche an ihrem Arm, sind in allen Ecken der Welt bekannt. Sie war wahrscheinlich die berühmteste Person auf dem Planeten. Niemand war auf die gleiche Weise wie sie ein globales Symbol der Hingabe zur Würde, Pflicht und Berufung. Deshalb wurde sie auf der ganzen Welt geliebt und bewundert.“

Die bulgarische Zeitung „24 Tschassa“ kommentiert am Freitag: „Nur wenige (Menschen) haben Erinnerungen aus der Zeit vor ihrer Königszeit. Deswegen lässt der Tod von Elizabeth II. die Menschen nicht gleichgültig. Viele machen sich nun Gedanken darüber, wie seltsam diese undenkbare Abwesenheit sein wird. Sie ist der einzige Monarch, den die Menschen auf der Erde erkennen. Deshalb nannten sie sie einfach die Queen. (...)

Als 1901 Königin Victoria im Alter von 82 Jahren stirbt, verweigert das Bewusstsein ihrer Untertanen, zu akzeptieren, dass die Königin sterblich ist. Ihr Ableben stellt plötzlich alles ins Risiko. Die Menschen halten ihren Nachfolger Edward VII. für zu alt und unzuverlässig. Sie befürchten, dass mit dem Ableben der Königin unsichere Zeiten kommen werden. Die Ähnlichkeit mit den heutigen Sorgen der Briten ist sehr offensichtlich.“

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RND/vkoe/dpa

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