Neuseeland und Australien bekunden Beileid

Premierministerin Ardern zum Tod der Queen: „Seit 70 Jahren eine Konstante in unserem Leben“

Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland, spricht auf einer Pressekonferenz nach der Nachricht vom Tod von Königin Elizabeth II. im Beehive.

Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland, spricht auf einer Pressekonferenz nach der Nachricht vom Tod von Königin Elizabeth II. im Beehive.

Rund 17.000 Kilometer liegen zwischen Australiens Hauptstadt Canberra und London, fast 19.000 Kilometer sind es von der britischen Metropole bis nach Wellington in Neuseeland. Trotzdem sind viele Menschen in den einstigen britischen Kolonien bis heute eng mit dem britischen Königshaus verbunden: Queen Elizabeth II. war auch das Staatsoberhaupt Australiens und Neuseelands. Ihr Sohn wird als König Charles III. nun in ihre Fußstapfen treten.

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Als die Meldung des Todes der Queen um die Welt ging, war es in Australien und Neuseeland früh am Morgen. Die jeweiligen Regierungschefs und -chefinnen mussten aus dem Schlaf gerissen werden. Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern berichtete in einer Pressekonferenz, wie sie kurz vor 5 Uhr morgens aufgeweckt worden war, als ein Polizist mit seiner Taschenlampe in ihr Schlafzimmerfenster leuchtete.

Sydneys Oper wird zu Ehren der Queen erstrahlen

In beiden Ländern war die Trauer am Freitag groß. Die Flaggen wurden auf Halbmast gesetzt. In Sydney wird das berühmte Opernhaus in den kommenden zwei Nächten zu Ehren der Queen beleuchtet. 96 Salutschüsse, ein Schuss für jedes Lebensjahr der Königin, sollen der Queen am Parlament in Canberra Tribut zollen. Australien wird zudem seine Parlamentssitzungen für die kommende Woche aussetzen.

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Charles ist der neue König

Kein britischer Monarch war so lange auf dem Thron wie Elizabeth II. Mit ihrem Tod geht eine Ära zu Ende. Nachfolger ist Prinz Charles.

Der australische Premierminister Anthony Albanese sagte, es sei ein Tag tiefer Trauer und Traurigkeit. Mit dem Tod von Königin Elizabeth II. sei eine „historische Regentschaft“ zu Ende gegangen sowie ein langes Leben, das der Pflicht, der Familie, dem Glauben und dem Dienst gewidmet war. Trost würde er in den eigenen Worten Ihrer Majestät finden: „Trauer ist der Preis, den wir für die Liebe zahlen“.

„Konstante in unserem Leben“

Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern brachte ebenfalls ihre Trauer zum Ausdruck. Die letzten Tage im Leben der Königin zeigen, wer sie in vielerlei Hinsicht war, schrieb Ardern auf Facebook. So habe die Queen bis zum Schluss im Namen der Menschen gearbeitet, die sie liebten. Die Monarchin hatte erst zwei Tage vor ihrem Tod noch die neue britische Premierministerin Liz Truss auf Schloss Balmoral in Schottland empfangen. Als die am längsten amtierende Monarchin in der britischen Geschichte sei die Queen „seit 70 Jahren eine Konstante in unserem Leben“, so Ardern weiter. Während ihrer Regentschaft habe sie die Begriffe Dienst, Nächstenliebe und Beständigkeit definiert, aber auch Mut, Mitgefühl und Humor bewiesen. Vor allem ihr Lachen sei erinnerungswürdig gewesen.

In beiden Ländern – in Australien wie auch in Neuseeland – soll die Queen nun wie auch in Großbritannien geehrt werden. Neben offiziellen Gedenkveranstaltungen und -gottesdiensten werden Kondolenzbücher für die Bevölkerung ausgelegt. Beide Regierungschefs werden zur Beerdigung nach Großbritannien reisen. Diese wird zehn Tage nach dem Tod von Elizabeth II. in der Westminster Abbey in London stattfinden. Auch der neuseeländische König Kiingi Tuuheitia Potatau Te Wherowhero VII. schrieb in einer öffentlichen Erklärung, dass er traurig über die Nachricht sei. Er merkte zudem die enge Beziehung an, die die Königin und Prinz Philip zu seiner Mutter, der verstorbenen Königin Te Arikinui Te Atairangikaahu, hatten.

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Kritik von indigenen Vertretern

Andere Vertreter und Vertreterinnen indigener Völker äußerten sich dagegen kritisch über die britische Monarchin und bezeichneten sie als Aushängeschild der Kolonialmacht, die ihre Heimatländer unterdrückt hatte. So schrieb Sandy O‘Sullivan, eine indigene Frau aus Australien, auf Twitter, dass zu viele Menschen nicht verstehen würden, wie „Untätigkeit und das Anhäufen von Reichtum bei einer kolonialen Invasion von grundlegender Bedeutung“ seien. Alle, die sagen würden, sie sei „eine freundliche Großmutter“ gewesen, würden Übersehen, dass sie jahrzehntelang Aktionen beaufsichtigt habe, die das Leben der indigenen Völker verschlechtert hätten.

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Noch offen ist, was sich in Neuseeland und in Australien durch den Tod der Queen in den kommenden Jahren verändern wird. Beide Länder werden sicher über kurz oder lang neue Münzen in Umlauf bringen, die nicht mehr den Kopf der Königin tragen werden. In Australien könnte zudem die Diskussion um eine Republik wieder hochkochen. Bei früheren Debatten fielen häufig die Worte, dass man mit einem Volksentscheid bis nach dem Tod der Königin warten wolle. Bereits seit der australischen Parlamentswahl im Mai gibt es mit Matt Thistlethwaite einen sogenannten „Assistant Minister for the Republic“. Letzterer postete am Freitag jedoch nur Beileidsbekundungen auf seinem Twitter-Account. Das Thema Republik blieb bisher (noch) unerwähnt.

Die Wurzeln der Queen in Hannover

Elizabeth II. war eine direkte Nachfahrin von Georg I., der 1714 als Kurfürst von Hannover in Personalunion auch den Königsthron in London bestieg.

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