Endlich Rentner: Kaiser Akihito darf abdanken

Akihito mag nicht mehr: Es wäre das erste Mal seit 200 Jahren, dass ein japanischer Kaiser das Amt niederlegt.

Akihito mag nicht mehr: Es wäre das erste Mal seit 200 Jahren, dass ein japanischer Kaiser das Amt niederlegt.

Tokio. Japans Kaiser Akihito (83) hat einen Traum: Er möchte endlich in Rente gehen. Nun rückt die Erfüllung seines Wunsches nach Abdankung näher. Das Kabinett segnete am Freitag ein entsprechendes Sondergesetz ab, das noch am selben Tag dem Parlament vorgelegt werden sollte. Die Regierung hofft, es Mitte Juni in Kraft zu setzen.

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Kaiser Akihito wäre der erste Monarch nach rund 200 Jahren, der in Japan abdanken würde. Die derzeitige Rechtslage sieht einen solchen Vorgang nicht vor. Nach Vorstellung der Regierung könnte Akihito dann an seinem 85. Geburtstag im Dezember 2018 abdanken.

Akihito hatte den Thron nach dem Tod seines Vaters Hirohito im Januar 1989 im Alter von 56 Jahren bestiegen und wurde 1990 offiziell zum 125. Tenno, dem offiziellen Titel des Kaisers von Japan, ausgerufen. Er ist der erste Tenno ohne gottähnlichen Status. Laut Verfassung ist seine einzige Aufgabe die Einung der Nation, Regierungsbefugnisse hat Akihito nicht.

Im vergangenen August hatte der Kaiser in einer seltenen Videobotschaft deutlich zu erkennen gegeben, angesichts seiner nachlassenden Kräfte irgendwann abdanken zu wollen. Sein ältester Sohn, Kronprinz Naruhito (56), würde seinem Vater auf den Thron folgen. Die Bevölkerung Japans ist mit dem Wunsch ihres Kaisers einverstanden: Umfragen ergeben, dass 90 Prozent das Sondergesetz befürworten. Denn das Volk macht sich zunehmend Sorgen um die Gesundheit Akihitos.

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Die kaiserliche Familie wird immer kleiner

Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte, er erwarte eine zügige Verabschiedung des Abdankungsgesetzes, das sich nur auf Akihito bezieht. Es schließt aus, dass künftige Kaiser ebenfalls zu Lebzeiten abdanken könnten. Doch damit bleibt die Frage, wie eine stabile Thronfolge in der Zukunft gesichert werden kann, auch künftig eine Herausforderung für die älteste Erbmonarchie der Welt. Nach geltendem Recht dürfen nur Männer den Chrysanthementhron besteigen.

Doch die Zahl der kaiserlichen Familienmitglieder nimmt ab. Kürzlich hatte der Hof mitgeteilt, dass das erste Enkelkind des Kaisers, Prinzessin Mako, sich irgendwann bald mit ihrem früheren Studienfreund verloben wolle. Nach dem Haushofgesetz verlieren weibliche Mitglieder der Monarchenfamilie in Japan ihren Status als Angehörige des Hofes, wenn sie einen Bürgerlichen heiraten. Nach ihrer Heirat zählt die Kaiserfamilie nur noch 18 Mitglieder.

Von RND/dpa

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