Erst Waldbrände, dann Starkregen: schwere Überschwemmungen auf griechischer Insel Euböa

Das durch ein mit Regentropfen bedecktes Fenster eines Autos aufgenommene Foto zeigt verbrannte Bäume in der Nähe des Dorfes Milies auf der Insel Euböa.

Das durch ein mit Regentropfen bedecktes Fenster eines Autos aufgenommene Foto zeigt verbrannte Bäume in der Nähe des Dorfes Milies auf der Insel Euböa.

Athen. Heftige Wolkenbrüche haben am Wochenende auf der griechischen Insel Euböa große Schäden angerichtet. Sturzfluten zerstörten zahlreiche Straßen, Häuser wurden überschwemmt. Die Region war im August von verheerenden Waldbränden heimgesucht worden. Die Feuer vernichteten rund ein Drittel der Wälder auf Euböa.

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Jetzt bestätigen sich die Befürchtungen von Fachleuten, die infolge der Brandkatastrohe vor Überflutungen gewarnt hatten. In den abgebrannten Wäldern prasselte der Regen ungebremst auf die Erde, löste vielerorts Schlammlawinen und Sturzbäche aus. Im Küstenort Agia Anna mussten 100 Menschen aus ihren überfluteten Häusern gerettet werden. Die Wassermassen spülten Straßen fort und zerstörten Versorgungsleitungen.

Wasserversorgung vielerorts unterbrochen

Die Wasserversorgung ist vielerorts unterbrochen. Der Bürgermeister der am schwersten betroffenen Gegend um die Gemeinde Mantoudi, Giorgos Tsapourniotis, sprach von einer „unbeschreiblichen Katastrophe“. In einem Interview mit dem Staatsfernsehen ERT sagte der Lokalpolitiker: „Alles hier ist unter Wasser, die Flüsse sind in die Häuser eingedrungen, kein Stein steht mehr auf dem anderen, so etwas haben wir noch nie erlebt.“

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Der Vizepräfekt von Euböa, Giorgos Kelaiditis, berichtete von unterspülten Straßen und überfluteten Häusern. Menschen kamen nach den bisherigen Berichten nicht zu Schaden. Alle von den Fluten Eingeschlossenen konnten gerettet werden. Während Hilfsmannschaften am Sonntag versuchten, mit Bulldozern die von Schlamm und Geröll bedeckten Straßen frei zu bekommen und die Wasserleitungen zu reparieren, warnten die Meteorologen vor neuen Niederschlägen. Von Westen zog eine weitere Gewitterfront heran. Sie könnte Euböa am kommenden Montag erreichen.

Im Sommer erlebte Griechenland eine extreme Hitzewelle

Im vergangenen Sommer erlebte Griechenland die extremste Hitzewelle seit Menschengedenken. Im Norden Euböas waren bei verheerenden Bränden mehr als 50.000 Hektar Wald verbrannt. Die Waldbrände vernichteten damit doppelt so viel Waldfläche wie im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2020. Überflutungen sind in Waldbrandgebieten ein bekanntes Phänomen. Weil die Vegetation zerstört ist, versickert das Regenwasser nicht, sondern fließt ab und reißt dabei die Humusschicht mit. Damit drohen nicht nur Schlammlawinen in den Tälern, es schwinden auch die Aussichten, dass sich die abgebrannten Wälder regenerieren.

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