Gericht verhandelt über Hitlers Geburtshaus

Hitlers Geburtshaus in Braunau ist eine Kultstätte für Rechtsextreme.

Hitlers Geburtshaus in Braunau ist eine Kultstätte für Rechtsextreme.

Wien. Sechs Monate nach der Enteignung der Eigentümerin von Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn durch die Republik Österreich steht der Schritt auf dem gerichtlichen Prüfstand. Die ehemalige Besitzerin hat vor dem österreichischen Verfassungsgerichtshof (VfGH) die Maßnahme als unverhältnismäßig und rechtswidrig angefochten.

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Nicht nur das Haus selbst, sondern auch weitere 1000 Quadratmeter Parkflächen und Garagen seien enteignet worden, sagte ihr Anwalt am Donnerstag in Wien. Vertreter der österreichischen Bundesregierung verteidigten in der einstündigen mündlichen Verhandlung den Parlamentsbeschluss vom Dezember 2016. Mit einer Umgestaltung des Areals sollten künftig Neonazi-Umtriebe an diesem mystifizierten Ort verhindert werden. „Diese tiefgreifende architektonische Veränderung kann nur der Eigentümer machen“, sagte ein Regierungsvertreter.

In dem Haus in Braunau nahe der österreichisch-bayerischen Grenze war der spätere Diktator Adolf Hitler (1889-1945) geboren worden. Mit kurzen Unterbrechungen war die öffentliche Hand seit mehr als 60 Jahren Mieter des Hauses. Darin waren zunächst eine Schule, später über Jahrzehnte eine Behindertenwerkstätte untergebracht. Seit 2011 steht das Gebäude leer. Laut Innenministerium lassen sich immer wieder Rechtsextremisten gerne vor dem Haus fotografieren. Die Entscheidung des VfGH wird voraussichtlich in wenigen Wochen fallen.

Von RND/dpa

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