Höchste Sicherheits­stufe in Köln: Diese Vorkehrungen wurden für den Drach-Prozess getroffen

Polizisten stehen vor Beginn des Prozesses gegen den früheren Reemtsma-Entführer Thomas Drach auf dem Gelände des Justiz­zentrums.

Polizisten stehen vor Beginn des Prozesses gegen den früheren Reemtsma-Entführer Thomas Drach auf dem Gelände des Justiz­zentrums.

Köln. Am Dienstag­morgen startete der Prozess gegen den früheren Reemtsma-Entführer Thomas Drach am Kölner Land­gericht. Für die insgesamt 53 geplanten Verhandlungs­tage bis Ende September sind höchste Sicherheits­vorkehrungen getroffen worden.

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„An diesen Tagen sollte der Bereich des Justiz­zentrums Luxemburger Straße zu den üblichen Geschäfts­zeiten weit­räumig umfahren werden, weil eine ungehinderte Durch­fahrt nicht garantiert werden kann“, warnte das Gericht in einer Mitteilung vor dem Prozess­start. Wie mehrere örtliche Medien berichten, kam es am Dienstag­morgen zu Straßen­sperrungen.

Thomas Drach wird mit einer Fahrzeug­kolonne zum Land­gericht Köln gefahren.

Thomas Drach wird mit einer Fahrzeug­kolonne zum Land­gericht Köln gefahren.

Drach wurde am Dienstag­morgen gegen 8.20 Uhr in einer Kolonne von drei schwarzen Wagen mit Blaulicht in das Gerichts­gebäude gefahren. Schwer bewaffnete Polizisten sicherten das Land­gericht ab. Laut des Kölner „Express“ trugen die Beamten Maschinen­gewehre bei sich. Ursprünglich sollte er per Helikopter eingeflogen werden, doch die Polizei plante noch einmal wegen einer „Flucht- und Befreiungs­gefahr“ um, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ schreibt. Dem Bericht zufolge herrsche unter den Ermittlerinnen und Ermittlern die Sorge, dass Drach Komplizen für einen Befreiungs­versuch engagiert haben könnte.

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Drach wird gefesselt in den Gerichts­saal geführt

Die „Bild“-Zeitung berichtet, dass Drachs Kleidung an jedem Prozess­tag in der JVA Köln durchsucht und geröntgt werde. Er werde an Händen und Füßen gefesselt und mit einer Augen­binde in den Gerichts­saal geführt. Die Zeitung berichtet auch von zugeschweißten Gully­deckeln rund um das Gebäude.

Nicht nur für Drach, sondern auch für Zuschauer und Journalisten gelten höchste Sicherheits­vorkehrungen. So werde es nach Angaben eines Gerichts­sprechers aufwendige Zugangs­kontrollen geben. Prozess­besucher werden zwei anstatt nur wie üblich einer Sicherheits­kontrolle unterzogen, bevor sie den Gerichts­saal betreten dürfen.

Der Angeklagte Thomas Drach sitzt 2011 in einem Saal des Hamburger Landgerichts.

Der Angeklagte Thomas Drach sitzt 2011 in einem Saal des Hamburger Landgerichts.

Prozess­start wegen Sicherheits­vorkehrungen und Kopfschmerzen verzögert

Der Auftakt des Prozesses war ursprünglich für 9.15 Uhr geplant. Wegen der hohen Sicherheits­vorkehrungen verzögerte sich der Start allerdings um anderthalb Stunde. Gegen 10.45 Uhr startete der Prozess. Es dauerte aber keine drei Minuten, bis er wieder unterbrochen wurde. Drachs mutmaßlicher Komplize gab Kopfschmerzen an und dass er eine Tablette nehmen wolle. Nach einer kurzen Pause sollte es weitergehen.

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Drach bestreitet die Vorwürfe

Thomas Drach ist wegen vier Überfällen auf Geld­transporter angeklagt. An den 53 Verhandlungs­tagen sollen insgesamt 75 Zeugen angehört werden. Die Urteils­verkündung ist für den 29. September geplant.

Bei den Überfällen 2018 und 2019 in Köln, Frankfurt am Main und Limburg sollen Drach und ein Mitangeklagter insgesamt mehr als 230.000 Euro erbeutet haben. Bei zwei der Taten soll Drach jeweils auf einen Sicherheits­mitarbeiter geschossen haben – die beiden Männer erlitten schwere Verletzungen. Drach bestreitet die Vorwürfe.

1996 hatte er den Erben der Hamburger Tabak­dynastie Reemtsma, Jan Philipp Reemtsma, entführt und ihn später gegen Löse­geld wieder freigelassen.

RND/nis mit dpa

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