„Ich vermisse das deutsche Brot“

Königin Silvia von Schweden.

Königin Silvia von Schweden.

Berlin. Königin Silvia (73) ist gerade in Deutschland – und hat ein volles Programm. In Berlin besuchte sie am Dienstag eine Konferenz und bekam den Theodor-Wanner-Preis für ihr soziales Engagement.

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Das Geld aus dem Theodor-Wanner-Preis geht an das Projekt „Sociedade Beneficente Alemã“ in Brasilien.

Ja, das ist ein altes Projekt, aus dem 19. Jahrhundert. Ein deutscher Hilfsverein - man hat Altersheime, aber man hat auch Programme für 300 Jugendliche in den Elendsvierteln von São Paulo. Sie machen eine fabelhafte Arbeit. Sie sind sehr interessiert an meinem Silvia-Heim in Stockholm, einem Demenzprojekt. Meine Mutter ist ja leider an Demenz erkrankt. In den letzten Jahren wohnte sie bei uns. Da habe ich gemerkt, wie schwer das ist. Das ist eine Kraftanstrengung, schwierig für die Familienangehörigen, für die Person selbst natürlich auch. Aber die Familie muss wirklich Geduld haben, sie muss mehr über Demenz wissen. Und das war damals vor 25 Jahren nicht der Fall.

Hat sich der Umgang mit Demenz geändert?

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Ja, sehr. Damals hat man gedacht bei jemandem, der vergesslich ist, der ist alt und vergesslich, das ist normal. Jetzt wissen wir, dass es eine Krankheit ist und dass man mit Wissen auch anders damit umgehen kann (...). Demenz hat ja verschiedene Stadien, aber man kann das Leben erleichtern.

Sie waren in Berlin bei einem Seminar zur Rolle der Väter und zur Architektur für Kinder. Was machen Eltern heute besser als früher?

Ich finde es fabelhaft, wenn man die Väter in Schweden sieht, wie sehr sie sich mit den Kindern abgeben, wie natürlich sie das machen. Ich sehe das auch an unserem Sohn. Es ist keine Frage, dass ein Vater mit seinem Kind und Kinderwagen in der Stadt herumgeht.

Und er wechselt auch die Windeln?

Ja, das ist alles kein Problem – und das machen sie alle mit einer sehr netten Natürlichkeit. Aber wenn man das vergleicht mit früher, glaube ich, dass die Eltern weniger Zeit mit den Kindern haben. Sie haben ihre Karriere, sie machen also sehr viel. Ich glaube, dass man früher mehr persönliche Qualitätszeit hatte. Da wünsche ich mir doch, dass es eine positive Änderung gibt. Wobei man in Schweden sehr vielen jungen Eltern, die gerade ein Kind bekommen haben, eine lange Elternzeit gibt, nicht nur den Müttern, sondern auch den Vätern.

Sie besuchen diesmal in Deutschland die Insel Mainau im Bodensee, dort geht es um junge Flüchtlinge. Was denken Sie, was bei der Integration gut läuft, was nicht?

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Das ist natürlich eine große Frage, die auch keine einfache Antwort hat. In Deutschland wie auch in Schweden haben wir wirklich sehr viele Flüchtlinge in unserem Land aufgenommen. Wenn Sie jetzt überlegen: Im Jahr haben wir 100 000 neugeborene Kinder - und in einem Jahr, 2015, waren es 40 000 Kinder, die ohne Eltern nach Schweden gekommen sind. Das ist natürlich eine große, eine Riesenzahl und Verantwortung.

In Deutschland gibt es den Satz «Wir schaffen das» – würden Sie den unterschreiben?

Antwort: Man muss natürlich den festen Willen auch haben. Dann schafft man das auch.

Sie sind oft in Deutschland, gibt es etwas, was für Sie typisch deutsch ist?

Das deutsche Brot zum Beispiel.

Vermissen Sie das?

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Ja. Das Brot ist anders in Schweden. Das ist auch gut.

Für viele Leute gehört es heute dazu, Selfies zu machen. Wie erleben Sie das?

Es ist eine Geschmacksfrage. Aber Selfies – das sind doch schlechte Bilder, oder?

Von RND/dpa

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