Kachelmann sprengt Schwarzer-Vortrag

Ex-Wettermoderator Jörg Kachelmann verfolgt im Hörsaal der Kölner Uni den Vortrag seiner Dauerfeindin, der Feministin Alice Schwarzer.

Ex-Wettermoderator Jörg Kachelmann verfolgt im Hörsaal der Kölner Uni den Vortrag seiner Dauerfeindin, der Feministin Alice Schwarzer.

Köln. Mitten im Vortrag zum Thema "Sexualgewalt gegen Frauen und Recht" erhebt sich ein Mann im Publikum und verlangt nach dem Mikrofon. Die Dozierende, Publizistin Alice Schwarzer, erkennt zunächst nicht, um wen es sich handelt. Laut der Berliner Zeitung spielt sich daraufhin folgende Szene ab.

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Der Gast sagt: „Danke, dass ich heute Abend hier sein darf. Ich habe meinen Namen oft gehört.“ „Wer sind Sie denn, Lieber?“, fragt Schwarzer geblendet vom Gegenlicht. Der Mann antwortet: „Mein Name ist Jörg Kachelmann.“

Kachelmann und Schwarzer verbindet seit dem Vergewaltigungsprozess gegen den ehemaligen Wettermoderator eine Feindschaft. Schwarzer hatte die Gerichtsverhandlungen für die „Bild“-Zeitung begleitet und Partei ergriffen: Die Herausgeberin der feministischen Zeitschrift „Emma“ stellte sich auf die Seite des mutmaßlichen Opfers.

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Kachelmann: Bin selber Opfer eines Verbrechens

Kachelmann freilich rückte die Geschehnisse in ein gänzlich anderes Licht. Im Hörsaal spricht er in einem ruhigen und sachlich Ton, das ist auf einem bei Youtube hochgeladenen Video zu sehen. An seiner Seite: sein Anwalt. Der Ex-Wettermann versichert den Anwesenden, dass er selbst Opfer eines Verbrechens geworden sei – eine Anspielung auf die Vergewaltigungsvorwürfe, denen er sich 2010 und 2011 in einem von den Medien ausgeschlachteten Prozess ausgesetzt sah. An denen, wie sich aber erst viel später herausstellte, nichts dran war. So entschied seinerzeit zumindest das Gericht.

Doch nicht wenige Prozessbeobachter sind bis heute nicht von der Unschuld Kachelmanns überzeugt, der weiter an seiner Rehabilitation arbeitet. Entsprechend wird auch sein Wortbeitrag im Hörsaal von Buh- und Zwischenrufen begleitet.

Schwarzer nimmt den Auftritt gelassen

Die steigern sich, als Kachelmann seine publizistische Widersacherin direkt angeht, wie auf dem Video weiter zu sehen ist: Dort ist deutlich hörbar, wie Kachelmann sagt, dass es im „Hörsaal nur eine vorbestrafte Täterin“ gebe und die „sitzt da vorne“, poltert er in Richtung Schwarzer. Zum Hintergrund: Die „Emma“-Herausgeberin war 2014 der Steuerhinterziehung im sechsstelligen Bereich überführt worden.

Und Schwarzer selbst? Die nahm das kleine Intermezzo ihres ewigen Widersachers augenscheinlich gelassen: Sie wolle etwas mehr Licht bei Wortbeiträgen auf ihrem Publikum haben, sagt die Publizistin dort in Richtung Regie, damit sie den Herrn Kachelmann doch etwas besser sehen könne.

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Später richtet sie ihr Wort auch direkt an den einstigen Wettermoderator, der extra aus Zürich angereist war. Es sei ihr eine Ehre, sagt Schwarzer. Und: „Ich muss sagen, und ich hoffe, Sie verstehen das richtig – ich meine es sogar ernst – irgendwo bin ich gerührt.“

Von RND/caro/aks

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