Keine Vene gefunden – Hinrichtung gestoppt

So sehen in den USA die sogenannten Todeszellen aus.

So sehen in den USA die sogenannten Todeszellen aus.

Lucasville. Nach dem Abbruch der Hinrichtung eines todkranken Straftäters hat der US-Staat Ohio einen neuen Termin für die Vollstreckung der Strafe festgelegt. Der 69-Jährige solle nun am 5. Juni 2019 exekutiert werden, entschied Gouverneur John Kasich am Mittwoch. Am gleichen Tag war die Hinrichtung abgebrochen worden, nachdem das verantwortliche Personal 25 Minuten lang vergeblich nach einer brauchbaren Vene für die Injektion der Giftspritze gesucht hatte. Es war erst das dritte Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dass eine Hinrichtung nach Beginn der Tötungsprozedur abgesagt wurde.

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Der Todeskandidat leidet offenbar unter Lungenkrebs

Ein Anwalt des Betroffenen begrüßte den neuen Termin Mitte des übernächsten Jahres. Das gebe ihm und seinem Team Zeit, über weitere Schritte zu beraten. Bereits vor der geplanten Exekution hatte die Verteidigung des Todeskandidaten darauf hingewiesen, ihr Mandant sei zu krank für das Vorhaben. Er nutze einen Gehwagen, habe einen künstlichen Darmausgang, Atemprobleme und womöglich Lungenkrebs. Er brauche viermal täglich eine Atembehandlung, sagten die Anwälte.

Das Personal im Hinrichtungsraum hatte sich mitfühlend verhalten und während der Suche nach einer Vene immer wieder den Arm des Häftlings getätschelt und diesen getröstet. Nachdem der Versuch abgebrochen worden war, schüttelte der Mann zwei Mitgliedern des Teams die Hand und wischte sich Tränen aus dem Gesicht.

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Von dpa / RND

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