Messerstecher vom Rosenheimer Platz festgenommen

Rosenheimer Platz in München.

Rosenheimer Platz in München.

München. Die ersten Notrufe gehen am Samstagmorgen ein: Urplötzlich hat ein Mann mit einem Messer in München an verschiedenen Orten acht Menschen angegriffen und verletzt. Die Polizei ruft die Anwohner über den Kurznachrichtendienst Twitter auf, in ihren Häusern zu bleiben und die Umgebung zu meiden. Nach gut drei Stunden kann München aufatmen: Zivile Fahnder nehmen den mutmaßlichen Täter fest.

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Wieder via Twitter geben die Beamten Entwarnung: „Es besteht keine Gefahr mehr.“ Der dringend Tatverdächtige ist ein 33 Jahre alter Deutscher, der in München gemeldet ist. Er schweigt, wie die Polizei berichtet. Nach Angaben der Beamten gibt es keine Hinweise auf ein terroristisches oder religiöses Tatmotiv. Der Mann sei vermutlich psychisch krank, sagen die Ermittler. Sie gehen davon aus, dass alle Verletzten als reine Zufallsopfer ins Visier des Mannes gerieten.

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Der Vorfall ruft Erinnerungen an den Amoklauf vom Juli 2016 wach, bei dem ein 18-Jähriger in München neun Menschen und dann sich selbst erschoss. Damals war München in eine regelrechte Schockstarre gefallen, die Straßen waren fast menschenleer. Dieses Mal bleiben sicher auch viele Menschen vorsichtshalber zuhause, aber auf den Straßen ist es das gewohnte Bild: Der Verkehr verläuft weitgehend reibungslos, die Geschäfte bleiben geöffnet. Manche Schaulustige machen sogar Fotos vom Polizeieinsatz am Rosenheimer Platz.

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„Was für uns auch von ganz großer Bedeutung war, das war die besonnene und überlegte Reaktion der Münchnerinnen und Münchner“, sagt Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä nach dem Erfolg seiner Beamten. „Es war keine Panikreaktion. Es gab zwar ein erhöhtes Notrufaufkommen, aber auch das hielt sich in Grenzen.“

Polizisten in der Nähe des Rosenheimer Platzes in München

Polizisten in der Nähe des Rosenheimer Platzes in München

Die Besonnenheit dürfte aber auch daran gelegen haben, dass es keinen Toten gegeben hat und nicht mal Schwerverletzte - alle Opfer, sechs Männer, ein 12-jähriger Junge und eine Frau, kommen mit leichten Verletzungen davon. Die Männer und das Kind werden wegen Schnittverletzungen ambulant behandelt, die Frau nach einem Faustschlag.

Die Fahndung der Polizei ist dadurch erleichtert, dass es dank Augenzeugen eine gute Täterbeschreibung gibt. Sie sucht einen Mann um die 40 mit schwarzer Hose, grüner Trainingsjacke, einem Rucksack mit Isomatte und wahrscheinlich einem schwarzen Fahrrad. In der Nähe der Ottobrunner Straße klicken die Handschellen bei einem 33-Jährigen - der Verdächtige ist jünger als erwartet.

Der Mann sei in der Vergangenheit schon mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten - wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahl und Drogendelikten. Alle Angegriffenen seien Zufallsopfer gewesen. Bei den männlichen Opfern handele es sich um fünf Deutsche, einen Rumänen und einen Italiener, die attackierte Frau sei eine Deutsche.

Von dpa/RND

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