Wüstensand in Europa

Naturschauspiel: Saharastaub färbt Himmel über Deutschland rot

Über der Innenstadt von München zieht schlechtes Wetter mit Sahara-Staub auf, dass den Himmel gelb-orange färbt.

München. Südwestwinde tragen Staub aus der Sahara zu uns – und das sorgt für ein ungewöhnliches Naturschauspiel: Am Dienstag färbte sich der Himmel vor allem in Süddeutschland orange-rot. Viele Nutzer aus Bayern und Baden-Württemberg, aber auch aus dem Saarland teilten spektakuläre Bilder auf Twitter.

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Auch die Stadt München veröffentlichte Fotos des Naturschauspiels: „#Saharastaub färbt den Himmel über #München gerade auf spektakuläre Weise rotbraun! Die #Fotos hier sind tatsächlich von heute – und ganz ohne Filter entstanden!“, hieß es am Nachmittag auf dem offiziellen Twitteraccount.

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Wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Dienstag sagte, wird auch am Mittwochmittag mit einer starken rötlich-braunen Verfärbung gerechnet. Durch leichte Niederschläge wird es dabei zu „Blutregen“ kommen, wobei der Wüstensand ausgewaschen wird. Das Wasser färbe sich dann bräunlich. Beispielsweise auf Autos oder Gartenmöbeln kann der Sand sichtbar werden.

Saharastaub: auch Spanien und Österreich betroffen

Doch nicht nur in Deutschland ist das Phänomen zu beobachten: Unmengen von Staub aus der Sahara haben Spanien in Gelb, Orange und Rot getaucht. Staubschichten bedeckten am Dienstag Gehwege und Straßen, Dächer und Fahrzeuge. Die Luft war zum Teil sehr staubig, der Himmel leuchtete vielerorts diesig, mal gelb, mal orange oder rot. Die Zeitung „El País“ sprach von einem „spektakulären Ereignis“. „Seit vielen Jahrzehnten hatte es so etwas nicht mehr gegeben“, so das Blatt. Betroffen waren unter anderem Städte wie Almería im Süden, Alicante, Valencia und Cartagena im Osten und Madrid und Segovia im Zentrum des Landes.

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Wie viele Ärzte warnte auch Madrids Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida, die Qualität der Luft sei aufgrund des Staubs sehr schlecht. Man solle Aktivitäten im Freien möglichst vermeiden. Gefährdet seien insbesondere ältere Bürger und kleine Kinder sowie alle Menschen mit Herz- und Atemproblemen, hieß es. Viele gingen trotzdem auf die Straße, um Fotos zu machen oder ein bisschen Wüstenstaub aufzusammeln und nach Hause zu tragen. Dabei trugen sie oft Mund- und Nasenschutz – obwohl in Spanien wegen der niedrigen Corona-Zahlen keine Maskenpflicht im Freien mehr herrscht.

Auch in Teilen Österreichs hat der Saharastaub weite Flächen bedeckt. So färbte eine Staubschicht unter anderem Teile eines Skigebiets auf dem Stubaier Gletscher orange ein und lieferte Winterurlaubern einen beeindruckenden Anblick der sonst schneeweißen Landschaft.

Wintersportler konnten auf dem Stubaier Gletscher in Österreich das Naturschauspiel auf weißem Untergrund bestaunen.

Wintersportler konnten auf dem Stubaier Gletscher in Österreich das Naturschauspiel auf weißem Untergrund bestaunen.

Saharastaub: Wie kommt es zu dem Phänomen?

Verantwortlich war ein Phänomen, das in Spanien „calima“ oder auch „lluvia de sangre“ („Blutregen“) genannt wird, weil es normalerweise von Niederschlägen begleitet wird – was diesmal aber in den meisten Regionen nicht der Fall war. Ein Tiefdruckgebiet verursacht Winde, die den Wüstenstaub von Afrika nach Europa transportieren. Das kommt zwar nicht selten vor. Doch diesmal war das Phänomen besonders heftig und eindrucksvoll. So stark sei eine „Calima seit Jahrzehnten nicht mehr gewesen“, wurden Meteorologen vom staatlichen Fernseh-Sender RTVE zitiert. Das Phänomen werde noch zwei oder drei Tage anhalten.

Das gar nicht so ungewöhnliche Phänomen entsteht, wenn Wüstensand bei Tiefdruckgebieten über Nordafrika aufgewirbelt und in höheren Luftschichten rund um die Welt getragen wird. Diese Winde erreichen vor allem im Frühjahr und Sommer Europa.

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Derzeit liege nach Angaben des Meteorologen des DWD schon wegen der anhaltenden Trockenheit viel Staub in der Luft. Nordostwinde tragen den Wüstensand ab Donnerstag dann wieder aus Deutschland heraus.

Der Sprecher des spanischen Wetterdienstes, Rubén del Campo, sagte, es sei zwar unklar, ob der Klimawandel in direktem Zusammenhang mit diesem Vorfall stehe. Die Ausdehnung der Sahara-Wüste im letzten Jahrhundert habe das Potenzial für größere Staubstürme in Europa aber erhöht. Auch die zunehmend turbuleten Wettermuster im Zusammenhang mit dem Klimawandel könnten eine Rolle spielen.

RND/dpa/AP/ab

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