Die Briten und NRW

Prinz Edward in Ostwestfalen: Jüngster Queen-Sohn besucht Paderborn

Prinz Edward, der jüngste Sohn der verstorbenen britischen Königin, besuchte am Freitag (23. September) die ostwestfälische Stadt Paderborn in NRW.

Prinz Edward, der jüngste Sohn der verstorbenen britischen Königin, besuchte am Freitag (23. September) die ostwestfälische Stadt Paderborn in NRW.

Paderborn. Am Montag schauten Milliarden Menschen bei der Beerdigung seiner Mutter nach London, vier Tage später zeigt sich der trauernde jüngste Sohn von Queen Elisabeth II. in Deutschland ganz volksnah.

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Im ostwestfälischen Paderborn schüttelt der Prinz aus dem englischen Königshaus viele Hände an den Absperrungen und nimmt eine Rose als Zeichen des Mitgefühls entgegen. Ganz in Schwarz gratuliert Edward, Graf von Wessex, vor dem Paderborner Rathaus einem gerade frisch vermählten Paar zur Hochzeit - mit einem freudigen Lachen im Gesicht.

In welcher Sprache wurde gesprochen? „Englisch“, freut sich der Bräutigam und spricht von einem ganz besonderen Moment. Vor der Fahrt ins Rathaus, wo sich der Prinz ins Goldene Buch der Stadt eintrug, hatte Edward sein in Ostwestfalen stationiertes Regiment, die Royal Wessex Yeomanry, besucht.

Bei dem Gespräch des Ehrenoberst am Morgen mit den britischen Soldaten in Paderborn-Sennelager war die Öffentlichkeit nicht zugelassen. Sein Besuch war Teil der Königlichen Trauerzeit für die verstorbene Königin.

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Prinz Edward eher selten im Rampenlicht

Sonst steht der jüngste Sohn von Queen Elizabeth II. eher selten im Rampenlicht. Sein ältester Bruder Charles war schon als Thronfolger jahrzehntelang im Fokus. Als neuer König dürfte ihm noch mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden. Und auch über Bruder Prinz Andrew, wegen Missbrauchsvorwürfen das schwarze Schaf der Familie, ist deutlich häufiger in den Medien zu lesen.

In der Corona-Pandemie nahm vor allem Edwards Ehefrau Gräfin Sophie - über Videoschalte - viele royale Termine wahr. Sie forderte mehr Offenheit über Probleme von Frauen in den Wechseljahren oder plauderte, natürlich in gebotener Zurückhaltung, über die Trauer in der Familie um Queen-Gatte Prinz Philip. Die Königin, so war zu hören, sei sehr angetan gewesen von Sophie.

Wichtigere Rolle nach Tod der Queen möglich

Doch nun fällt dem Grafen von Wessex, wie Edwards offizieller Titel lautet, die Ehre der ersten royalen Auslandsreise nach dem Tod der Queen zu. Ihm könnte ohnehin nach dem Tod seiner Mutter eine wichtigere Rolle zukommen.

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Denn König Charles III. will das Königshaus verschlanken. Wie die konservative Boulevardzeitung „Daily Express“ jüngst berichtete, sollen noch sieben Royals die Monarchie aktiv vertreten: Außer dem Regenten und seiner Königsgemahlin Camilla seien dies Thronfolger Prinz William und dessen Ehefrau Prinzessin Kate sowie Prinzessin Anne - und eben Edward und Sophie.

Trauer über Queen mischt sich mit Kritik an „langer“ Phase des Stillstandes

Zehn Tage stand Großbritannien mehr oder weniger still. Die Phase der Trauer um Elizabeth II. hatte das Königreich fest im Griff.

Das Paar, das mit Lady Louise (18) und James (14), bekannt als Viscount Severn, zwei Kinder hat, gilt als bodenständig und ist seit vielen Jahren skandalfrei. Prinz Edward ist das einzige Kind der Queen, das sich nicht hat scheiden lassen. Sophie stammt aus einer Mittelschichtsfamilie, längst hat sie sich den Respekt der Royals erarbeitet und gilt auch in der Bevölkerung als beliebt.

Das sind nach Einschätzung von Experten genau die Eigenschaften, die die Royal Family braucht, um auch in der modernen Zeit als Institution akzeptiert zu werden.

Bedeutung von NRW für das britische Königshaus

Warum Paderborn, warum der Besuch in Ostwestfalen? Die Mutter von Prinz Edward hatte Paderborn 1965, 1977 und 1985 besucht und sich dabei ebenfalls ins Goldene Buch der Stadt eingetragen.

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Die Briten hatten Nordrhein-Westfalen als Besatzer nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Bis heute sind Soldaten in dem Bundesland stationiert - als Teil der Nato-Truppen am Rande des Teutoburger Waldes.

Nordrhein-Westfalens Landtagspräsident André Kuper wiederholte am Freitag den in NRW geflügelten Satz im Zusammenhang mit den britischen Streitkräften: „Aus Besatzern wurden Freunde.“

RND/dpa

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