Pferd besucht sterbende Frau im Krankenhaus

Islandpferd Dana besucht seine ehemalige Pflegerin im Krankenhaus.

Islandpferd Dana besucht seine ehemalige Pflegerin im Krankenhaus.

Fürth. Als hätte Dana gewusst, dass dieses Treffen etwas Besonderes ist, stand sie ganz still. Die 15 Jahre alte Stute läuft schnurstracks ans Bett ihrer früheren Pflegerin und schaut die 58-Jährige eine halbe Stunde lang an. Mit der ungewöhnlichen Aktion hat das Klinikum Führt einer sterbenden MS-Patientin ihren letzten Wunsch erfüllt: Sie brachten das ehemalige Pflegepferd in den Hof des Krankenhauses – und stellten das Krankenbett der Frau daneben.

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Es sei der „Herzenswunsch“ der schwerkranken Frau gewesen, das Tier noch einmal zu sehen. Die Besitzerin brachte das Pferd mit dem Hänger ins etwa 15 Kilometer entfernte Fürth und die Frau konnte ihre Dana ein letztes Mal streicheln. „Eigentlich war der Plan, die Patientin noch einmal in den Stall zu bringen, wo sie viel Zeit verbracht hat“, sagt Josef Rauch, Teamleiter der Palliativstation.

Die im Sterben liegende Frau konnte Dana noch einmal berühren.

Die im Sterben liegende Frau konnte Dana noch einmal berühren.

Das Krankenhaus hatte von der Aktion vor einer Woche auf Facebook berichtet und unzählige positive Reaktion darauf bekommen. Knapp 12 000 Menschen gefällt der Beitrag bisher, mehrere Medien berichteten inzwischen über die Aktion. Mit einem solchen Echo habe die Klinik nicht gerechnet, sagte ein Sprecher. Immer wieder versuche die Palliativ-Station, sterbenden Patienten einen letzten Wunsch zu erfüllen. „Es gibt da für uns keine Grenzen. Ein Anruf kostet nichts. Fragen kann man immer und ,Nein‘ sagen können die Gefragten auch immer.“ Danas Besitzerin sagte nach der Anfrage sofort zu: „Es war überhaupt keine Frage, das zu machen.“

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Die Beobachter sind sich einig, dass die Aktion ein Erfolg war: „Ich habe die Hand der Patientin immer wieder auf Dana drauf gelegt“, sagt die Besitzerin des Islandpferdes. Nach einer Weile habe man sehen können, wie sich die 58-Jährige entspannte. Auch Rauch sagt: Man habe ihre Freude bemerkt, sie sei ruhiger und gelöster gewesen. „Alle hatten das Gefühl, dass es ihr geholfen hat, loszulassen und in Frieden zu gehen“, sagt der 48-Jährige.

Nur drei Tage nach dem Besuch starb die Patientin.

Von RND/dpa/iro

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