Zahl der Todesopfer steigt auf 133

Stadion-Tragödie: Polizei bemängelt fehlende Fluchtwege – Sperre für zwei Vereins-Vertreter

Ein Mann steht an einem Eingang am Kanjuruhan-Stadion an dem Graffitis zu lesen sind: «Mein Bruder wurde getötet, untersucht gründlich» (l) und «Auf Wiedersehen, mein Bruder». Unter den mehr als 133 Toten bei der Massenpanik in einem indonesischen Fußballstadion sind den Behörden zufolge mindestens 33 Kinder und Jugendliche.

Ein Mann steht an einem Eingang am Kanjuruhan-Stadion an dem Graffitis zu lesen sind: «Mein Bruder wurde getötet, untersucht gründlich» (l) und «Auf Wiedersehen, mein Bruder». Unter den mehr als 133 Toten bei der Massenpanik in einem indonesischen Fußballstadion sind den Behörden zufolge mindestens 33 Kinder und Jugendliche.

Malang. Während der Massenpanik in einem indonesischen Fußballstadion haben nach Angaben der Polizei nicht ausreichend Fluchtwege zur Verfügung gestanden. Die Tore des Stadions in Malang seien zu klein gewesen, es hätten nur zwei Menschen gleichzeitig hindurch gepasst, teilte die Polizei am Dienstag mit. Dabei hätten am Samstagabend Hunderte versucht zu entkommen.

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Zahl der Todesopfer steigt weiter

Die Ermittlungen konzentrierten sich der Polizei zufolge auf sechs der 14 Tore, an denen die mittlerweile 133 Todesopfer ums Leben kamen. Unter den Toten seien mindestens 37 Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren, so das Ministerium für Frauenförderung und Kinderschutz.

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Polizeisprecher Dedi Prasetyo sagte, die Türen seien nicht verschlossen gewesen: „Diese sechs Tore waren zwar nicht geschlossen, aber sie waren zu klein.“ er ergänzt: „Sie hatten eine Kapazität für zwei Personen, aber es kamen Hunderte hindurch.“ So sei es zu dem tödlichen Gedränge gekommen. Die Tore fielen seinen Angaben zufolge in den Zuständigkeitsbereich der Veranstalter.

Konsequenzen bei Polizei und Fußball-Verband

Als erste personelle Konsequenz war am Montag der Polizeichef von Malang, Ferli Hidayat, von seinem Amt entbunden worden. Neun weitere Beamte wurden suspendiert, gegen mindestens 28 Polizeibeamte werde wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Berufsethik ermittelt, wie der nationale Polizeisprecher Dedi Prasetyo mitteilte.

Überdies sperrte der nationale Fußball-Verband PSSI am Dienstag zwei Funktionäre des Arema FC lebenslang, die für Spielorganisation und Sicherheitskoordination zuständig waren. Dies teilte der indonesische Fußballverband mit. „Abdul Haris als leitender Spielorganisator und Suko Sutrisno als Spielsicherheitskoordinator sind lebenslang nicht mehr zu fußballerischen Aktivitäten zugelassen“, sagte Erwin Tobing, Mitglied der Disziplinarkommission des Verbandes (PSSI).

Zudem dürfe Arema FC für den Rest der Saison keine Spiele mehr ausrichten und müsse eine Geldstrafe in Höhe von 250 Millionen Rupien (16 600 Euro) zahlen, so PSSI.

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Das war geschehen

Nach dem Erstliga-Spiel zwischen Arema FC und Persebaya FC in der Stadt Malang auf der Inel Java waren am Wochenende Tausende Fans auf das Spielfeld des Kanjuruhan-Stadions gestürmt. Die Polizei setzte massiv Tränengas ein und drängte die Menschen mit Schlagstöcken zurück auf die Ränge. Es kam zu einer Massenpanik, für viele gab es kein Entkommen. Die meisten Opfer starben an Sauerstoffmangel oder wurden zu Tode getrampelt. Hunderte Zuschauer wurden verletzt. Es ist eine der schlimmsten Stadion-Katastrophen in der Geschichte des Fußballs.

Die Regierung setzte zudem ein unabhängiges Expertenteam zur Klärung der Hintergründe ein. Dieses soll untersuchen, warum die Polizei auf dem mit Menschen überfüllten Platz überhaupt Tränengas eingesetzt hat. Dies ist nach den Regeln des Weltverbands FIFA in Stadien verboten.

RND/dpa

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