Steinmeiers Privatstunde beim Papst

Im Gespräch: Papst Franziskus und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Im Gespräch: Papst Franziskus und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Rom. Deutschlands Bundespräsident hat das katholische Oberhaupt getroffen. Steinmeier bekam am Montag eine der begehrten Privataudienzen. Bei dem ersten Treffen zwischen Frank-Walter Steinmeier und Franziskus hat der Papst Deutschland zu weiterem Engagement in der Flüchtlingsfrage aufgefordert. Der Pontifex habe seinen Respekt bekundet, wie Deutschland in der Flüchtlingskrise seine Verantwortung wahrgenommen habe, sagte Steinmeier am Montag nach seiner Privataudienz im Vatikan. „Und er hat seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, dass Deutschland sich nicht abwendet von einem Problem, das uns begleiten wird.“

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Das Treffen zwischen Steinmeier und dem Papst war mit einer Stunde verhältnismäßig lang. Dabei habe sich Franziskus auch über die Bundestagswahl erkundigt. „Der Papst war sehr informiert über die Ergebnisse“, so Steinmeier. Ihn habe interessiert, welche Auswirkungen die Wahl auf Deutschland und die Welt haben werde.

Wenig Chancen, den Chef persönlich zu treffen

Wer den Papst besuchen, gar sprechen möchte, der muss das frühzeitig planen. Es gibt drei Möglichkeiten. Die Privataudienz, die Gruppenaudienz und die Generalaudienz am Mittwoch. Die Privataudienz ist für Normalbürger ein schwieriges Unterfangen. Sie ist in der Regel nur Persönlichkeiten wie Politikern, Staatsoberhäuptern, geistlichen Würdenträgern und anderen prominenten Menschen vorbehalten. Selbst als katholischer Priester hat man wenig Chancen, bei seinem obersten Chef eine Privataudienz zu erhalten. Auch ein Bischof bekommt in der Regel nur aller fünf Jahre anlässlich eines sogenannten „ad limina-Besuchs“ in Rom die Gelegenheit, den Papst in einer persönlichen Unterredung zu treffen.

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Leichter ist es, während einer Gruppenaudienz dem Oberhaupt der katholischen Kirche nahezukommen. Allerdings kann es bei dem Besuch ganz schön eng werden. Bei mehr als 2000 Personen, beispielsweise einer Gruppe von Pilgern oder Mitgliedern eines Kongresses, wird es in der Vatikanischen Audienzhalle schon einmal unübersichtlich.

Am Montagvormittag hat Papst Franziskus Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender getroffen.

Am Montagvormittag hat Papst Franziskus Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender getroffen.

Ist man weder berühmt noch Teil einer Gruppe bleibt noch die Generalaudienz, die jeden Mittwoch um 11.30 Uhr stattfindet. Bei schönem Wetter trifft sich der Papst-Fan dann auf dem Petersplatz, spielt der Wettergott nicht mit, findet die Begegnung in der Audienzhalle Paolo VI. statt. Ist der Papst im Urlaub oder auf Reisen, wird es nichts mit dem Mittwochsbesuch. Wer bei der Generalaudienz in einer der ersten Reihen dabei sein möchte, muss sich allerdings vorher Eintrittskarten besorgen. Die sind kostenlos und über eine Anmeldung beim deutschen Pilgerbüro oder bei der Präfektur des Päpstlichen Hauses zu bekommen.

Manchmal versuchen windige Geschäftsleute, die Besucherkarten zu verkaufen. Wer frisch verheiratet ist (bis drei Monate nach der Hochzeit), kann beim deutschen Pilgerzentrum übrigens Sonderkarten beantragen. Damit bekommt man dann bessere Plätze und den speziellen Segen für Neuverheiratete vom Papst persönlich.

Von dpa/RND/hma

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