Tortenwerferin muss Strafe zahlen

Umstrittene Politikerin: Mit ihren Aussagen macht sich Beatrix von Storch (AfD) viele Feinde.

Umstrittene Politikerin: Mit ihren Aussagen macht sich Beatrix von Storch (AfD) viele Feinde.

Kiel. Die Sahne klebte in ihren Haaren und überzog das gesamte Jackett: Beatrix von Storch schaute ratlos  aus nach dem Angriff in Kassel. Das zeigt das Foto, das die AfD-Politikerin kurz nach einer Tortenattacke im Februar des vergangenen Jahres auf ihrem Facebook-Profil veröffentlichte. Und es sollte nicht der letzte Tortenwurf sein: Im November attackierte eine 22-Jährige Kielerin von Storch mit einem sahnigen Kuchen. Die Angreiferin wurde nun wegen des Tortenwurfs vom Amtsgericht in Kiel zu einer Geldstrafe verurteilt.

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Die Kielerin hatte der stellvertretenden AfD-Bundesvorsitzende bei einem Vortrag in der Landeshauptstadt im November mit einem mit Rasierschaum befüllten Tortenboden beworfen. Gegen einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft hatte sie Einspruch eingelegt, weshalb es nun zur Verhandlung kam.

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Angeklagte will ins Gefängnis

"Ich möchte kein Geld bezahlen, ich möchte die Strafe im Gefängnis absitzen", verkündete die Angeklagte nach der Urteilsverkündung. Mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu zehn Euro war das Gericht deutlich hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft zurückgeblieben, die 20 Tagessätze zu jeweils 30 Euro gefordert hatte.
Die AfD-Politikerin nahm nicht am Prozess teil. Die Polizei sicherte die Eingänge des Amtsgerichts mit zahlreichen Beamten und kontrollierte die Prozesszuschauer vor dem Einlass in den Verhandlungssaal. Vor dem Gebäude demonstrierten rund zwei Dutzend Aktivisten.

Auch andere Politiker haben schon Torten-Attacken hinter sich

Zuvor war von Storch bereits im Februar in Kassel von zwei als Clowns verkleideten Aktivisten mit einer Torte beworfen worden. Die Aktivisten begründeten den Tortenwurf mit Aussagen der 46-Jährigen. Von Storch hatte auf Facebook die Frage bejaht, ob sie den illegalen Grenzübertritt von „Frauen mit Kindern“ notfalls mit Waffengewalt verhindern wolle.

Als Tortenwurf-Opfer befindet sich die 46-Jährige in prominenter Gesellschaft: Vor ihr traf es unter anderen die Bundesvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht, den scheidenden Kieler Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD), Ex-Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), den ehemaligen Innenminister Baden-Württembergs, Reinhold Gall (SPD) sowie den CSU-Politiker Karl Theodor zu Guttenberg.

Den Tortenwurf von Kassel hatte von Storch in einem Facebook-Eintrag als „fürchterlich armselig“ bezeichnet und gefordert: „Das nächste mal aber lieber Erdbeerkuchen.

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Von RND/dpa

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