Vorrang vor Autos: Karlsruhe testet dauergrüne Ampeln für Fußgänger

Eine Fußgängerampel, die Grün zeigt, und eine Ampel für Fahrzeuge, die auf Rot steht.

Eine Fußgängerampel, die Grün zeigt, und eine Ampel für Fahrzeuge, die auf Rot steht.

Karlsruhe. Fußgängerinnen und Fußgänger müssen an Deutschlands Straßenübergängen in der Regel geduldig warten, bis die Ampel für sie auf Grün umspringt. Nur in Karlsruhe wurde das System im Rahmen eines Modellprojektes nun auf den Kopf gestellt: Zwei Ampeln stehen hier für Passantinnen und Passanten so lange auf Grün, bis Autos ihrerseits das grüne Signal anfordern.

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Keine langen Wartezeiten bei hohem Verkehrsaufkommen

Und das funktioniert folgendermaßen: Sobald sich ein Auto nähert, springen die ansonsten dauergrünen Ampelanlagen für Fußgängerinnen und Fußgänger automatisch auf Rot. Dazu wurden die beiden Anlagen umprogrammiert und eine sogenannte Induktionsschleife in die Fahrbahn eingebaut beziehungsweise ein Radarsensor am Ampelmast befestigt.

Damit für Fußgängerinnen und Fußgänger bei hohem Verkehrsaufkommen keine langen Wartezeiten entstehen, springt beim Erfassen mehrerer Autos ein automatischer Rhythmus von 45 Sekunden an. Zu Fuß kann die Straße dann sieben Sekunden lang überquert werden – es folgen einige Sekunden an Puffer. Dann springen die Ampeln, die sich an Abzweigungen an der Kaiserallee und an der Knielinger Allee im Karlsruher Westen befinden, maximal 27 Sekunden lang für Autos auf Grün.

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Wissenschaftliche Begleitung durch Hochschule Karlsruhe

Das Pilotprojekt, das den Namen „Grünes Licht“ trägt, wurde von der Stadt Karlsruhe initiiert und wird von der Hochschule Karlsruhe wissenschaftlich begleitet. Man wolle im kleinen Rahmen starten und das Angebot ausbauen, wenn die ersten Ergebnisse positiv sind, so Projektbetreuer Jan Riel von der Hochschule Karlsruhe gegenüber dem „SWR“.

Um herauszufinden, ob sich das Projekt positiv auf die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auswirkt, wurde deren Verhalten zunächst vor der Umstellung der beiden Ampeln beobachtet. Bei erneuter Beobachtung nach Abschluss des Projekts sollen dann mögliche Veränderungen festgestellt werden können. Eine erste Bewertung soll bis Ende des Jahres vorliegen.

RND/jaf

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