Retter sprechen von einem „Wunder“

Zwei kleine Jungen überleben einen Monat in Brasiliens Urwald

Der brasilianische Urwald. (Symbolbild)

Der brasilianische Urwald. (Symbolbild)

Manaus. Zwei kleine Jungen eines indigenen Volkes in Brasilien sind Medienberichten zufolge fast einen Monat nach ihrem Verschwinden im Dschungel lebend gefunden worden. „Dieser Fall ist so komplex und so mysteriös“, sagte Pedro da Silva, der für den Indigenistischen Missionsrat Cimi im Bundesstaat Amazonas arbeitet, der Deutschen Presse-Agentur. „Diese Kinder haben ein bisschen Ortskenntnis, aber selbst Erwachsene verlieren sich im Wald.“

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Die Brüder Glaucon (7) und Gleison (9) hätten sich in der Gegend um Manicoré im Bundesstaat Amazonas verlaufen, als sie auf der Jagd nach Vögeln gewesen seien, hieß es in den Berichten. Seit dem 18. Februar galten sie demnach als vermisst. Am 15. März seien sie dann durch Zufall von einem Holzfäller entdeckt und am Donnerstag (Ortszeit) in ein Krankenhaus geflogen worden, berichtete das Nachrichtenportal „G1“ unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden.

„Der Ältere beschützte den Jüngeren“

Die Kinder ernährten sich nach eigenen Angaben von Früchten und gesammeltem Regenwasser, wie eine Krankenschwester, die bei der Erstversorgung in Manicoré dabei war, dem Portal „UOL“ sagte. Die Jungen seien unterernährt und dehydriert gewesen und hätten wegen Verletzungen an den Füßen kaum noch laufen können. Gleison habe seinen jüngeren Bruder zeitweise getragen. „Der Ältere beschützte den Jüngeren. Er trug ihn auf dem Rücken, bis der andere sich etwas erholt hatte“, wurde die Krankenschwester zitiert. Die beiden seien kilometerweit von der Stelle gefunden worden, wo sie zuletzt gesehen worden seien.

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Die Behörden hatten die Suche schon aufgegeben, während die Indigenen noch weitermachten. Dutzende Feuerwehrleute und Freiwillige hatten nach den Jungen, die dem Volk der Mura angehören, gesucht.

Zustand ernst, aber stabil

Der Zustand der Brüder sei ernst, aber stabil, sagte der Kinderarzt Eugênio Tavares gegenüber „G1“. Noch könnten sie keine feste Nahrung zu sich nehmen. „Sie müssen mindestens die Hälfte des Gewichts zurückgewinnen, das sie verloren haben, ehe sie nach Manicoré zurückkehren können.“

„Einige sprechen von einem Wunder. Wie die Indigenen sagen: Die Geister der Natur haben sie beschützt“, sagte da Silva der dpa. Die Behörden hatten das Alter der Brüder zunächst mit 6 und 8 Jahren angegeben, die Mutter korrigierte später die Angaben.

RND/dpa

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