50 Islamistinnen kehren nach Deutschland zurück

Andrea B. war 2015 einer der ersten Frauen, die sich wegen Unterstützung der islamistischen Al-Nusra-Front verantworten musste.

Andrea B. war 2015 einer der ersten Frauen, die sich wegen Unterstützung der islamistischen Al-Nusra-Front verantworten musste.

Berlin. Rund 50 deutsche Islamistinnen sind inzwischen aus den umkämpften Regionen in Syrien und Irak nach Deutschland heimgekehrt. Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Funke-Mediengruppe vorliegt. Insgesamt sind demnach in den vergangenen Jahren 960 Menschen in Richtung Kriegsgebiet ausgereist, um sich Extremistenmilizen anzuschließen. „Etwa ein Drittel der ausgereisten Personen befindet sich derzeit wieder in Deutschland. Davon sind mehr als 15 Prozent weiblich“, schreibt das Auswärtige Amt dem Bericht zufolge.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bisher führt die Bundesanwaltschaft jedoch nur selten Terrorverfahren gegen heimgekehrte deutsche Islamistinnen. Gegen zwei aus Syrien oder Irak zurückgereiste Frauen seien Verfahren wegen des Verdachts der Mitgliedschaft oder Unterstützung einer Terrororganisation eingeleitet, schreibt die Regierung. Die Linken-Politikerin Ulla Jelpke forderte eine konsequente Strafverfolgung: „Auch Frauen haben sich an schrecklichsten Verbrechen beteiligt, sei es in der „Sittenpolizei“ oder bei der Beteiligung an der Versklavung jesidischer Frauen und Mädchen.“

Die Behörden trauen den Dschihadisten Anschläge zu

Anfang Dezember hatte Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen gemahnt, es gebe Kinder und Jugendliche, die in „Schulen“ im IS-Gebiet eine Gehirnwäsche durchlaufen hätten und in starkem Maße radikalisiert seien. Bei ihrer Rückkehr stellten sie ein Problem dar, weil sie mitunter gefährlich seien. Auch heimkehrende Frauen von IS-Kämpfern seien zum Teil eine Bedrohung. „Frauen, die in den vergangenen Jahren in IS-Gebieten gelebt haben, sind oftmals derart radikalisiert und identifizieren sich so mit der IS-Ideologie, dass man sie mit Fug und Recht auch als Dschihadistinnen bezeichnen kann.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Zahl islamistischer Gefährder in Deutschland ist mit mehr als 720 so hoch wie nie. Dies sind Personen, denen die Sicherheitsbehörden grundsätzlich zutrauen, dass sie schwerste Straftaten wie einen Terroranschlag begehen könnten. Überwiegend handelt es sich um Männer. Seit einiger Zeit rücken aber zunehmend auch Frauen und Jugendliche in das Blickfeld von Polizei und Geheimdiensten.

Von dpa/RND

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken