Afghanistan verzeichnet steigende Einnahmen und weniger Korruption

Afghanistan, Kabul: Eine afghanische Frau verlässt einen Lebensmittelladen. Seit der chaotischen Übernahme Kabuls durch die Taliban am 15. August steht die bereits vom Krieg zerstörte Wirtschaft, die einst allein durch internationale Spenden am Leben erhalten wurde, kurz vor dem Zusammenbruch.

Afghanistan, Kabul: Eine afghanische Frau verlässt einen Lebensmittelladen. Seit der chaotischen Übernahme Kabuls durch die Taliban am 15. August steht die bereits vom Krieg zerstörte Wirtschaft, die einst allein durch internationale Spenden am Leben erhalten wurde, kurz vor dem Zusammenbruch.

Kabul. Fünf Monate nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan haben die Taliban nach Angaben der UN-Sondergesandten Deborah Lyons ihre Einnahmen gesteigert und die Korruption eingedämmt. Die Exporte hätten zum ersten Mal die Marke von einer Milliarde Dollar erreicht und die Staatsbediensteten seien bezahlt worden, sagte Lyons am Mittwoch auf einer Wirtschaftskonferenz in Kabul, die von den Taliban organisiert wurde. Gleichzeitig betonte sie, die Not im Land sei immens.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Lyons lobte die Taliban für ihren neuen Haushalt, der ausschließlich aus nationalen Einnahmen finanziert werde und nicht von Zuschüssen von Gebern abhängig sei. Sie verwies jedoch auch auf die Krise in Afghanistan. Eine Million Kinder seien vom Hungertod bedroht und fast 90 Prozent der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze. Die Vereinten Nationen warnten, dass 8,7 Millionen Afghanen am Rande des Hungertods stehen.

UN mahnt zur Gleichberechtigung von Frauen

Die UN-Sondergesandte mahnte, die Taliban müssten die Rechte von Frauen und Minderheiten garantieren. „Eine Wirtschaft gedeiht nur, wenn Frauen und alle Teile einer Gesellschaft gleichberechtigt beteiligt sind“, sagte sie. Die internationale Gemeinschaft habe einige Erfolge dabei erzielt, zusätzliche Liquidität nach Afghanistan zu bringen und sogar Wege gefunden, die es den Taliban ermöglichten, einige Rechnungen für Importe zu bezahlen, darunter die für Stromlieferungen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Taliban: Vermögenswerte im Ausland freigeben

An der Konferenz nahmen auch Vertreter von Hilfsorganisationen und Diplomaten teil, die sich noch in Afghanistan aufhalten, außerdem Geschäftsleute, Akademiker und Kabinettsminister der Taliban. Der von den Taliban ernannte Regierungschef Mullah Mohammad Hasan Achund, der sich nur selten in der Öffentlichkeit zeigt, führte den Vorsitz bei dem Treffen im Präsidentenpalast in Kabul.

Achund forderte in seiner Rede die Freigabe der afghanischen Vermögenswerte im Ausland, die nach der Machtübernahme der Taliban eingefroren wurden. Seine Regierung bitte nicht um Geld, sagte er. „Die Hilfe, um die wir bitten, ist nicht für die Regierungsbeamten, sondern für das arme Land.“ Der Finanzminister der Taliban, Mullah Hidajatullah Badri, sagte, dass die afghanische Wirtschaft die im Ausland eingefrorenen Vermögenswerte in Milliardenhöhe dringend benötige.

Die Sondergesandte sagte, die Taliban hätten noch viel zu tun, um das Vertrauen vieler Menschen in Afghanistan zu gewinnen. Die internationale Gemeinschaft werde sich weiterhin für das afghanische Volk einsetzen, fügte sie hinzu. „Wir sind bereit, weiterhin mit Ihnen zusammenzuarbeiten, um dem afghanischen Volk zu dienen und es zu unterstützen.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/AP

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken