Fordert weiter Bundeswehreinsatz im Sahel

Baerbock mahnt: Energiekrise nicht gegen Hilfe für Afrika oder Ukraine ausspielen

Außenministerin Annalena Baerbock im Bundestag

Außenministerin Annalena Baerbock im Bundestag

Berlin. Außenministerin Annalena Baerbock hat angesichts geplanter Kürzungen der Gelder für Friedenssicherung oder bei der humanitären Hilfe davor gewarnt, die Menschen in der Ukraine und anderen Teilen der Welt zu vernachlässigen. In einer der größten außenpolitischen Krisen dürfe nicht im Außenbereich und bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit gekürzt werden, sagte die Grünen-Politikerin am Mittwoch in der ersten Debatte über den nächsten Haushalt des Auswärtigen Amtes im Bundestag in Berlin. Vielmehr müsse man konstruktiv überlegen, wie man in diesen Zeiten klare Prioritäten setzen könne „bei der humanitären Hilfe, aber eben auch weiter bei der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik“.

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Angesichts der Debatte über Unterstützung für die Bürgerinnen und Bürger wegen der hohen Energiepreise warnte Baerbock davor, die Lage in Deutschland gegen die Hilfe für die Menschen in der Ukraine oder in Afrika auszuspielen. Die Solidarität mit den aus der Ukraine Geflüchteten sei „unsere gemeinsame Stärke“. Die Ministerin ergänzte: „Lassen Sie uns es dem russischen Regime nicht so einfach machen, in diesen Momenten unsere größte Stärke anzugreifen. Und das ist unser Zusammenhalt.“

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Außenministerin: Strom- oder Gasrechnung nicht gegen Nöte in Afrika ausspielen

Es sei zynisch, Menschen, die sich in Deutschland Sorgen darüber machten, wie sie ihre Strom- oder Gasrechnung bezahlen könnten, gegen Menschen in Afrika auszuspielen, die nicht wüssten, wie sie ihre Kinder in den nächsten Tagen versorgen könnten, kritisierte Baerbock. Zudem dürften Gasrechnungen nicht ausgespielt werden „gegen ukrainische Mütter und Kinder, die jeden Tag nichts sehnlicher erhoffen, als endlich ihre Ehemänner wieder in die Arme zu schließen“.

Es sei wichtig, dass im Haushalt deutlich gemacht werde: „Wir unterstützen jetzt erst recht, wo unsere europäische Friedensordnung angegriffen wird (...) international diejenigen, die am meisten Unterstützung brauchen.“

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Bundeshaushalt 2023 sieht weniger Geld für Friedenssicherung vor

Der Etatentwurf für das Auswärtige Amt sieht für 2023 Ausgaben von 6,4 Milliarden Euro vor nach 7,11 Milliarden im laufenden Jahr. Für die Sicherung von Frieden und Stabilität soll Baerbock 3,43 Milliarden Euro ausgeben können, in diesem Jahr stehen dafür 4,07 Milliarden Euro zur Verfügung.

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Davon entfallen 822,2 Millionen Euro auf Leistungen an die Vereinten Nationen und im internationalen Bereich (2022: 969,67 Millionen Euro). Kürzungen sind auch bei der humanitären Hilfe und der Krisenprävention geplant, der Ansatz soll von drei Milliarden Euro auf 2,52 Milliarden Euro schrumpfen. Für die bilaterale Zusammenarbeit und die Pflege der Auslandsbeziehungen sieht der Etat 147,62 Millionen Euro vor (2022: 164,96 Millionen).

Energiekrise entfacht hitzige Debatte im deutschen Bundestag

Oppositionsführer Merz warf der Ampel-Koalition in der Generaldebatte im Bundestag vor, eine Lösung der Energiekrise zu verschleppen.

Baerbock weiter für Bundeswehreinsatz in Sahelzone

Außerdem hat Baerbock für das militärische Engagement in der Sahelzone geworben. Deutschland dürfe es sich im Sahel „nicht zu einfach machen“, sagte sie am Mittwoch bei der ersten Lesung zu ihrem Etat im Bundestag in Berlin. Sie könne als deutsche Außenministerin schwer an andere Länder appellieren: „Bitte helft uns bei der Verteidigung unserer europäischen Friedensordnung“, und dann zu sagen: „Aber wir haben gerade nicht Kraft oder Ressourcen, uns weiter im Sahel zu engagieren“.

Die Sicherheit der deutschen Soldatinnen und Soldaten sei zentral, bekräftigte sie. „Aber es ist eben auch zentral, dass wir gerade in diesem Moment verlässliche Partner sind.“

Explosion in Mali: Zwei UN-Soldaten durch improvisierten Sprengsatz getötet

Bei der Explosion eines improvisierten Sprengsatzes in Mali sind zwei ägyptische UN-Soldaten getötet worden. Fünf weitere Blauhelme seien verletzt worden.

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UN-Mission in Mali wieder aufgenommen

Erst am Dienstag hat das Einsatzführungskommando der Bundeswehr bestätigt, dass die deutschen Streitkräfte ihre Operationen im westafrikanischen Sahel-Land Mali im Rahmen der UN-Mission wieder vollumfänglich aufgenommen haben.

Wegen eines Streits um Kontingentwechsel und Überflugsrechte mit der malischen Militärregierung hatte die Bundeswehr die operativen Tätigkeiten im Rahmen des Blauhelmeinsatzes am 12. August ausgesetzt. Aktuell sind rund 1.000 Bundeswehrsoldaten an dem Blauhelm-Einsatz Minusma beteiligt. Der UN-Einsatz in Mali gilt derzeit als der weltweit gefährlichste.

RND/dpa/epd

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