Nach Attentat bei Wahlkampfrede

Leichnam von Shinzo Abe bereits nach Tokio überführt – Debatte über Sicherheitsprotokolle

Ein Auto, das offenbar den Leichnam des getöteten japanischen Ex-Premiers Shinzo Abe transporiert, ist auf einer Straße nahe seines Wohnsitzes in Tokio zu sehen.

Ein Auto, das offenbar den Leichnam des getöteten japanischen Ex-Premiers Shinzo Abe transporiert, ist auf einer Straße nahe seines Wohnsitzes in Tokio zu sehen.

Tokio. Der Leichnam des getöteten früheren japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe ist einen Tag nach dem Attentat in der alten Kaiserstadt Nara in die Hauptstadt Tokio gebracht worden.

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Ein Leichenwagen verließ am Samstagmorgen (Ortszeit) das Krankenhaus, in dem der Politiker mit Schusswunden behandelt und später für tot erklärt worden war, in Begleitung von Abes Frau Akie. Später traf der Wagen vor ihrem Wohnsitz in Tokio ein, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Regierungschef Fumio Kishida stattete der Witwe einen Kondolenzbesuch ab. Derweil legten auch am Tag nach dem Attentat viele Menschen am Tatort Blumen nieder und beteten für Abes Seele.

Tod von Shinzo Abe: Größen der Politik zeigen sich bestürzt

Auch aus dem Kreml in Moskau kamen Worte der Anteilnahme. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sprach am Rande des G20-Gipfels auf Bali.

Unterdessen ging der vom Attentat überschattete Wahlkampf zur Oberhauswahl des Parlaments an diesem Sonntag in seine Endphase. Bereits vor dem Anschlag deuteten Umfragen auf einen klaren Sieg der regierenden Koalition aus Liberaldemokratischer Partei (LDP), die Abe lange Zeit geführt hatte, und der kleineren Partei Komeito hin. Sie dürften sich die Mehrheit in der Kammer sichern.

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Abe war am Freitag während einer Wahlkampfrede auf offener Straße von einem 41-jährigen Ex-Angehörigen der Marine mit einer selbstgebauten Waffe niedergeschossen worden. Laut Medien ist am Montag eine Totenwache für Abe und am folgenden Tag die Bestattung im Kreise naher Verwandter vorgesehen.

Attentat auf Shinzo Abe: Waren die Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend?

Nach dem Attentat steht die Polizei des Landes vor vielen Fragen. Fachleute beschäftigte am Samstag unter anderem, wieso das Sicherheitspersonal vor Ort den Anschlag mit einer selbstgebauten Schusswaffe nicht verhindern konnte. „Ich glaube nicht, dass es in Japan mit seinen strengen Waffengesetzen genügend Vorsichtsmaßnahmen für Schusswaffen gibt“, wurde ein Experte für Personenschutz von der Zeitung „Nikkei“ zitiert.

Die Nationale Polizeibehörde will laut Medienberichten nun ihr Sicherheitsprotokoll für prominente Persönlichkeiten auf Mängel hin überprüfen. Die Polizei durchsuchte noch am Tag des Attentats die Wohnung des Täters. Dabei seien mehrere selbstgebaute Schusswaffen sichergestellt worden.

Der 41 Jahre alte Arbeitslose, der bis 2005 drei Jahre lang in der Marine gedient hatte und dort auch an Handfeuerwaffen ausgebildet worden sein soll, war unmittelbar nach dem Anschlag festgenommen worden. Japan gilt als eines der sichersten Länder der Welt und verfügt über äußerst strenge Waffengesetze.

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RND/dpa

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