Brasiliens Ex-Präsident Lula zu Haftstrafe verurteilt

Ex-Präsidentin Dilma Rousseff (l) und Luiz Inacio Lula da Silva bei einer Versammlung der Partei der Arbeiter (PT) in Brasilia (Archiv).

Ex-Präsidentin Dilma Rousseff (l) und Luiz Inacio Lula da Silva bei einer Versammlung der Partei der Arbeiter (PT) in Brasilia (Archiv).

Curitiba. Der brasilianische Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist von einem Bundesgericht wegen Korruption und Geldwäsche zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Während des Berufungsverfahrens wird er auf freiem Fuß bleiben. Der Fall ist Teil von umfassenden Korruptionsermittlungen, die die brasilianische Politik erschüttert haben.

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Richter Sérgio Moro verkündete das Urteil am Mittwoch in der brasilianischen Großstadt Curitiba. Laut Gericht soll der Baukonzern OAS ein Apartment in Guarujá an der Atlantikküste aufwendig für den Ex-Präsidenten renoviert haben. Im Gegenzug soll Lula der Baufirma Aufträge des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras verschafft haben. Lula hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und bestritten, Eigentümer der Immobilie zu sein.

Politische Klasse erleidet massiven Vertrauensverlust

Lula regierte Brasilien von 2003 bis 2010. Ihm folgte Rousseff nach, die dann wegen angeblicher Haushaltstricksereien des Amtes enthoben wurde – seither regiert der konservative Michel Temer (76) das fünftgrößte Land der Welt.

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Der frühere Schuhputzer Lula ist immer noch beliebt in den ärmeren Bevölkerungsschichten – leidet aber wie die ganze politische Klasse wegen der Korruptionsaffären unter einem großen Vertrauensverlust. Er modernisierte während seiner Amtszeit das Land, verschaffte Millionen armer Menschen ein besseres Leben. Lula profitierte dabei von hohen Öleinnahmen. Das Wirtschaftswachstum legte stark zu, vom erwachenden grünen Riesen Brasilien war die Rede. Doch all das ist verpufft. Derzeit steckt Brasilien jedoch in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Über zwölf Millionen Menschen sind arbeitslos.

Mit dem Gerichtsurteil dürfte jedenfalls seine geplante Präsidentschaftskandidatur vorerst auf Eis gelegt sein.

Von RND/jsg

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