Bundeswehr-Generalinspekteur Zorn warnt

Russland könnte weiteren Kriegsschauplatz eröffnen

Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr.

Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr.

Berlin. Nach Einschätzung des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Eberhard Zorn, könnte Russland einen weiteren Kriegsschauplatz eröffnen. „Die Masse der russischen Landstreitkräfte mag im Moment zwar in der Ukraine gebunden sein“, sagte Zorn der Nachrichtenagentur Reuters. „Dennoch sollten wir das Potenzial der russischen Streitkräfte, einen zweiten Kriegsschauplatz zu eröffnen, nicht unterschätzen.“

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Neben der Armee könne Russland nämlich noch seine Marine und Luftwaffe einsetzen, so Zorn. „Der Großteil der russischen Marine ist noch nicht in den Ukraine-Krieg geschickt worden“, sagte der ranghöchste deutsche Soldat. Auch habe die russische Luftwaffe „signifikantes Potenzial“ – dies stelle eine „große Bedrohung“ für die Nato dar.

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„Russland könnte den Konflikt regional ausdehnen“

Die Bundeswehr unterstützt die Luftüberwachung der Nato über dem Baltikum mit Kampfjets. Eine mögliche Gefahrenzone ist hier die russische Exklave Kaliningrad. Das russische Staatsgebiet liegt zwischen den EU- und Nato-Staaten Polen und Litauen und beherbergt die baltische Flotte der russischen Marine sowie atomwaffenfähige Raketen des Typs Iskander. Russland hatte bereits in der Vergangenheit damit gedroht, nukleare Waffen in Kaliningrad zu stationieren, sollten Finnland und Schweden der Nato beitreten.

Generalinspekteur Zorn warnte vor der Offensive der ukrainischen Streitkräfte im Süden des Landes derweil, dass Russland weiterhin über substanzielle Reserven verfüge. „Russland könnte den Konflikt regional ausdehnen“, sagte der Bundeswehrgeneral. Auch wenn dies für Russland ein unvernünftiger Schritt wäre, fügte Zorn hinzu.

Generalinspekteur Zorn: Russland wird die Munition nicht ausgehen

Dem Generalinspekteur zufolge verlangsamten sich die russischen Angriffe zwar – dennoch stoße Russland noch immer vor. „Unterstützt durch massives Artilleriefeuer treiben sie ihren Angriff nach vorne, ohne Rücksicht auf zivile Opfer der Ukraine.“ Auch werde Russland nicht die Munition ausgehen, so Zorn. „Diese Munition ist in Teilen sehr alt und unpräzise, aber genau deshalb erreicht sie so hohe Schäden an der zivilen Infrastruktur.“ Russland feuere täglich etwa 40.000 bis 60.000 Schuss Munition ab.

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Gleichwohl sieht der Generalinspekteur zurzeit keine weitreichenden russischen Offensiven in der Ukraine. Die russischen Truppen konzentrierten sich Zorn zufolge gerade darauf, die Region Donbass zu erobern.

RND/alx

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