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Corona bleibt die Pest

Die Innenansicht einer FFP2-Maske: Selbst der oberste Pandemiemanager, Gesundheitsminister Karl Lauterbach, ist nun an Corona erkrankt.

Die Innenansicht einer FFP2-Maske: Selbst der oberste Pandemiemanager, Gesundheitsminister Karl Lauterbach, ist nun an Corona erkrankt.

Liebe Leserin, lieber Leser,

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als wir im Juni mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach zum Interview verabredet waren und die Zahl der Corona-Infektionen stieg und stieg, schlugen wir vor, auf Nummer sicher zu gehen. Wir wollten jede Gefahr ausschließen, den obersten Pandemiemanager mit Corona zu infizieren. Er reagierte gelassen, wir würden uns doch alle testen, ließ er ausrichten. Außerdem sei es nur eine Frage der Zeit, bis er nach zweieinhalb Jahren auch mal Corona bekomme, sagte er uns dann in dem Gespräch – am Telefon (+). Trotz negativer Testergebnisse hatten wir ausnahmsweise diesen Weg vereinbart.

Trotz aller Vorsicht des 59-Jährigen, der viermal geimpft ist und Maske trägt, ist er nun positiv getestet worden. Es wäre auch ein kleines Wunder gewesen, wenn es den SPD-Politiker nicht erwischt hätte bei den vielen Kontakten, die er hat. Es gehe ihm gut, er habe nur leichte Symptome und nehme seine Amtsgeschäfte vorübergehend aus der häuslichen Isolation wahr, sagt sein Ministerium.

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Lauterbach gehört zu den Politikern, die nicht erst auf die heiße Platte fassen müssen, um zu wissen, dass sie heiß ist. Er hat auch ohne das Wissen aus eigener Erfahrung vor den Gefahren gewarnt. Erfolglos hat er sich für eine Impfpflicht starkgemacht. Sein eigener Kanzler und der FDP-Koalitionspartner haben ihn im Regen stehen lassen.

Die Anpassungen im Infektionsschutzgesetz, die Lauterbach mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) just am Mittwoch vorgelegt hat, geben leider auch wieder Rätsel auf. In der Konsequenz bedeuten die ab Oktober geltenden Corona-Regeln zu Impfschutz und Nachweiskontrollen, dass man sich regelmäßig testen oder regelmäßig (alle drei Monate) impfen lassen – oder genesen sein – muss, falls die Länder eine Maskenpflicht auch für Gastronomie und Kultur erlassen und man sich davon befreien möchte.

Bundesländer sollen ab Oktober wieder Maskenpflicht verhängen dürfen

In diesem Herbst und Winter soll die Maskenpflicht ein Kerninstrument im Kampf gegen die Corona-Pandemie sein.

Aber wie realitätsnah sind die dafür nötigen Kontrollen? Genesene bekommen in der Regel keinen negativen PCR-Test zum Beweis, dass sie die Infektion überstanden haben. Da bleibt doch nur der aktuelle Bürgertest. Außerdem: Die Ständige Impfkommission empfiehlt die vierte Impfung erst ab 70 Jahren.

Corona und eine Reihe weiterer Krisen

Die polarisierende Impfdebatte der vergangenen Monate könnte ein explosives Gemisch mit den neuen Beschwernissen durch die mögliche Energiekrise werden. Alles wird teurer, es mangelt an Wärme und dann soll man sich auch noch alle drei Monate impfen lassen, obwohl es – wie man an Lauterbach sieht – reihenweise Impfdurchbrüche gibt. Es kommt einem alles so bekannt vor. Corona bleibt die Pest.

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Für Lauterbach und Co. wird es immer und immer wieder darum gehen, zu erklären, dass die Krankheit ohne Impfung mit großer Sicherheit schlimmer verlaufen würde. Nicht zu unterschätzen Post-Covid und Long Covid (+) – die „Schlacht im Kopf“, wie es Lauterbach nennt. Erschöpfungszustände, Konzentrationsschwierigkeiten, Wortfindungsstörungen. Berichte von Betroffenen sind bedrückend.

Spätfolgen nach Corona-Infektion: Was wissen wir über Long Covid?

Long Covid betrifft alle Altersgruppen. Selbst Kinder und Jugendliche können lang anhaltende Symptome entwickeln – wohl aber seltener als Erwachsene.

In der Bundesregierung stellen sie sich darauf ein, dass die hohe Zahl der Infizierten sowie Long Covid ein Riesenproblem für die Volksgesundheit werden – und für die Volkswirtschaft. Es fehlt in allen Bereichen Personal – auch in den Fraktionen des Bundestags.

Besser ist, man kriegt es nicht. Lauterbach ließ auch aus häuslicher Isolation ausrichten, „dass bei der hochansteckenden Omikron-Variante eine Infektion selbst bei äußerster Vorsicht nicht vollständig auszuschließen ist“. Er appelliere erneut an alle, sich umsichtig zu verhalten. Bundesweit soll weiter eine FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen und Flugzeugen gelten sowie wieder neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Bleibt noch die Debatte um die Isolationspflicht. Zur Arbeit gehen trotz Infektion, weil man keine großen Symptome hat? Unverantwortlich sei das, sagte uns SPD-Chefin Saskia Esken vor wenigen Tagen in einem Interview. „Eine symptomfreie Infektion bedeutet ja nicht, dass der Infizierte nicht ansteckend ist.“

„Eine symptomfreie Infektion bedeutet ja nicht, dass der Infizierte nicht ansteckend ist", sagt SPD-Chefin Saskia Esken.

„Eine symptomfreie Infektion bedeutet ja nicht, dass der Infizierte nicht ansteckend ist", sagt SPD-Chefin Saskia Esken.

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Sie spricht auch aus eigener Erfahrung. „Ich selbst war eine Woche krank, aber mehr als zwei Wochen nachgewiesen positiv und damit ansteckend, und habe mich selbstverständlich über die gesamte Zeit isoliert, um niemanden zu gefährden.“

Lauterbach teilte seinen mehr als eine Million Followern auf Twitter mit: „Bin leider trotz großer Vorsicht an Corona erkrankt. Trotz vierter Impfung.“ Er danke für die guten Wünsche. Hass und Niedertracht würden ignoriert.

Nach unserem Interview mit Lauterbach im Juni war selbst meine Timeline bei Twitter vollgemüllt mit Hassbotschaften gegen ihn. Eine ganze Woche lang. Das habe ich noch nach keinem Interview erlebt. Möge Lauterbach schnell wieder gesund werden und mögen die Hetzer im Netz tatsächlich ignoriert werden.

 

Bittere Wahrheit

Durch den russischen Angriffskrieg gibt es zurzeit mehr als genug internationale Spannungen. In dieser Situation hat Pelosis Besuch eine rein symbolische Bedeutung, durch die China wiederum sich unvermeidbar provoziert fühlt.

Norbert Röttgen,

CDU-Außenpolitiker im RND-Gespräch

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Hält den Zeitpunkt des Taiwan-Besuchs von US-Politikerin Nancy Pelosi für falsch: CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen

Hält den Zeitpunkt des Taiwan-Besuchs von US-Politikerin Nancy Pelosi für falsch: CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen

Chinas Drohgebärden angesichts des Besuchs von Nancy Pelosi seien zwar völlig inakzeptabel, sagt Röttgen. Er hält aber den Zeitpunkt des Besuchs der US-Spitzenpolitikerin in Taiwan für falsch. Für eine Krise gibt es zwar nie den richtigen Zeitpunkt und es ist immens wichtig, den Blick nach Taiwan zu richten, das sich China womöglich so versuchen wird einzuverleiben, wie es Wladimir Putin mit der Ukraine macht.

Aber je mehr Brennpunkte es gibt, desto schwieriger wird es, die einzelnen Feuer auszutreten. Die Menschen können sich auch nicht auf alles gleichzeitig konzentrieren. Hunger in Afrika, Krieg in der Ukraine, Energiekrise zu Hause. Die USA und Deutschland haben Taiwan Unterstützung versprochen. Im Angriffsfall werden sie das einhalten müssen. Welche genau, ist offen. Die internationale Gemeinschaft wird mit ihren Kräften haushalten müssen.

 

Wie unsere Leserinnen und Leser auf die Lage schauen

An dieser Stelle geben wir Ihnen das Wort:

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Hajo Zeller aus Marburg zum Kommentar über den Atomstreit der Ampel:

„Den Stammtischen der Republik ist es nachzusehen, wenn unberührt von Fakten die Weltlage zu einem Brei verrührt und vermanscht wird. Einer Journalistin darf dies nicht nachgesehen werden. Auch nicht in einem Kommentar. Bereits die Aussagen des ersten Absatzes sind schlicht falsch. Die Aussage „Man kann nicht mehr Geld ausgeben, als man einnimmt“ gilt nur für Währungsnutzer: Privatpersonen, Haushalte und Unternehmen. Für Währungsemittenten, also Staaten mit einer eigenen Währung, gilt dieser Satz nicht. Wer das moderne Geldsystem verstanden hat, weiß, dass Staaten mit eigener Währung keinerlei Budgetrestriktionen unterliegen.

Frau Dunz verschweigt wohlweislich auch, wer für die sich anbahnende Versorgungskrise und die verschlafene Wende im Energiesektor verantwortlich ist. Es sind die politischen Kräfte, welche die Energieversorgung nicht als ein Element der Daseinsvorsorge betrachten. Wer, wie die EU-Kommission und die Bundesregierung, die Energieversorgung „liberalisiert“, das heißt, den Marktteilnehmern zum Fraß vorwirft, muss sich nicht wundern, wenn die Marktteilnehmer nehmen, was sie kriegen können.

Anstatt eine Rückkehr zu einer vernunftgeleiteten, an den Interessen der großen Mehrheit der Bevölkerung orientierten Politik anzumahnen, betätigt sich Frau Dunz als Verteidigerin eines „Weiter so“. Und hilft bei der Ablenkung von den wichtigen Problemen, indem sie unwichtige, wie einen Koalitionskrach, dramatisiert.“

Die Ampelkoalition diskutiert noch über die Atomkraft: hier das AKW Isar 2.+

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Gerhard Kindler zum Kommentar über deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine:

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„In Ihrem Kommentar sprechen Sie von einer neuen Qualität im Ukraine-Konflikt. Die neue Qualität besteht darin, massiv Waffensysteme an die Ukraine zu liefern. Täglich werden wir darüber informiert, was diese Waffen alles können. Diese Waffen können nur eins, Menschen töten und Infrastruktur zerstören. Deutschland sollte die Führungsposition in Sachen Frieden sofort übernehmen, den Krieg sofort beenden und Verhandlungsführer sein. Eine Friedensinitiative eben.

Deutschland sollte sich seiner geschichtlichen Verantwortung für diese Region bewusst sein. Die Verluste in diesem Krieg sind schon enorm. Die Ukraine sollte ihre Verluste einmal aufzeigen und Russland ebenfalls. Leider gibt es dazu nur Propaganda. Ich verurteile diese vom Mainstream vorgegebene Politik, immer mehr Waffen zu liefern. Fragen Sie doch uns, den Souverän, ob wir mit dieser neuen Qualität einverstanden sind. Meine Meinung ist, der Krieg könnte sofort beendet werden, wenn die USA mit Russland in Verhandlungen einträten.“

Hardo Kendschek aus Leipzig zum Kommentar über Gerhard Schröders Treffen mit Putin:

„Da haben Sie recht. Ihr Artikel zu Gerhard Schröder ist zum Fremdschämen. Billige und platte Polemik. Vielleicht sollten Sie lieber statt über Politik etwas zu Kleingärten oder Kochrezepten schreiben.“

Gab in dieser Woche ein Interview: Altkanzler und Gaslobbyist Gerhard Schröder.

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Burkhard Hatwich-Schreiber zum selben Thema:

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„Wieder einmal vielen Dank für Ihre klaren Worte, denen nichts hinzuzufügen ist! Da ist kein Wort zu viel, aber auch keines zu wenig!“

Willy Schäfer zum Newsletter „Zwischen Hoffnung und Buhrufen: mit Robert Habeck auf Tour“:

„Was Herr Habeck in Bayreuth erlebte, ist noch sehr bescheiden gewesen. Er sollte mal eine der Städte in den neuen Bundesländern besuchen! Da würde er nicht zum Reden kommen! Wenn es den Leuten an den Geldbeutel geht, dann gibt es wenig Akzeptanz! Ich habe mit einem ehemaligen Busfahrer aus den neuen Bundesländern gesprochen! Er hat eine Rente von 1400 Euro gemeinsam mit seiner Ehefrau! Jetzt hat sich der Gaspreis verdreifacht und er zahlt über 2000 Euro nur an Gas im Jahr! Er weiß nicht, wie er das stemmen soll! Da liegt viel mehr Problematik drin, als die Politiker wahrhaben wollen. Bitte unterschätzt nicht die Basis in den neuen Bundesländern. Es brodelt!!!!!!!!“

Andreas Kramer aus Hamburg zum Newsletter „You‘ll never walk alone, Teil II“:

„Seit Jahren verwenden größere Unternehmen Begriffe aus dem Sportbereich, genauer aus der Fußballsprache, um Kundennähe oder Volkstümlichkeit vorzutäuschen. Scheint jetzt auch in der Politik zu klappen. Und niemand aus der Journalistenblase thematisiert es. Armselige Marketingpoesie.“

Harald Mann zu allen Newslettern:

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„Ich finde Ihre Genderei absolut beschissen und fehl am Platz. Merken Sie nicht selbst, wie blöde sich der Text lesen lässt? Oder lesen Sie Ihre eigenen Texte gar nicht? Wird wohl so sein. Können Sie gerne, wenn Sie Eier in der Hose haben, veröffentlichen.“

 

Das ist auch noch lesenswert

Alisha Mendgen über das CSU-gemachte bayerische Stromproblem (RND+)

Matthias Koch zum Taiwan-Konflikt (RND+)

Das Altmaier-Interview (RND+)

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Das Autorenteam dieses Newsletters meldet sich am Dienstag wieder. Dann berichtet mein Kollege Markus Decker. Bis dahin!

Herzlich

Ihre Kristina Dunz

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