Steigende Inzidenz

Industrie- und Handelskammertag: „Coronabedingte Personalengpässe sind eine Herausforderung“

Peter Adrian ist seit 2021 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Peter Adrian ist seit 2021 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Berlin. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages sind die derzeitig steigenden Corona-Zahlen und der damit verbundene Personalmangel eine große Belastung für die Wirtschaft mit Konsequenzen für den Betriebsablauf. „Coronabedingte Personalengpässe sind für viele Unternehmen eine Herausforderung – erst recht bei ohnehin schon bestehendem Fachkräftemangel“, sagte DIHK-Präsident Peter Adrian dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Aufträge müssen abgelehnt werden oder ziehen sich in die Länge wie etwa beim Bau.“

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Dienstleistungsangebote würden reduziert und Servicezeiten gekürzt. „Der hohe Krankenstand verlangt den Betrieben viele kurzfristige Anpassungen im betrieblichen Alltag ab“, ergänzte Adrian. „In solchen Situationen sehnen sich Unternehmen noch mehr nach weniger Bürokratie. Das gilt etwa für Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten – denn diese nehmen zusätzlich Zeit und Ressourcen in Anspruch.“

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„Klarer Kompass“ gefordert

Die Betriebe engagierten sich seit Pandemiebeginn mit Teststrategien und Hygienekonzepten intensiv für den Schutz der Beleg- und Kundschaft, betonte er. „Mit Blick auf den Herbst brauchen die Unternehmen vor allem einen klaren Kompass der Politik.“ Notwendig sei dabei ein pragmatischer und zugleich verantwortungsvoller Umgang mit Corona ­– immer unter Berücksichtigung der medizinischen Erkenntnisse.

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„Dabei müssen Regelungen alltagstauglich, nachvollziehbar und an bundesweit einheitlichen Kriterien orientiert sein“, forderte Adrian. „Bei Isolations- und Quarantäneregeln müssen auch die Folgen für den Ausfall von Beschäftigten und damit die Arbeitsfähigkeit in der Wirtschaft immer mitbedacht werden. Kritisch für das Funktionieren des Alltags in unserem Land sind nicht nur das Gesundheitswesen und die staatliche Infrastruktur, sondern weite Bereiche der Wirtschaft.“

Seit einigen Wochen steigen die Corona-Zahlen: Das Robert Koch-Institut (RKI) verzeichnete am Freitag eine bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz von 699,5. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 690,6 gelegen. Die Dunkelziffer ist vermutlich weitaus höher, da nur PCR-positiv Getestete in der Statistik gezählt werden. Viele Erkrankte lassen sich ihr positives Schnelltestergebnis aber nicht mehr per PCR-Methode bestätigen.

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In der Statistik der Krankenkassen spiegeln sich die erhöhten Krankenstände noch nicht wider. Die aktuellsten Zahlen stammen allerdings auch von Mitte Juni. Bei der Barmer-Versicherung hieß es, vom 12. bis 18. Juni seien unter den Barmer-Versicherten rund 75 von 10.000 Krankengeldberechtigten wegen Corona krankgeschrieben. „In den beiden Wochen zuvor waren es jeweils rund 62 je 10.000 Anspruchsberechtigte“, sagte eine Sprecherin dem RND.

Den Höchstwert verzeichnete die Barmer dieses Jahr in der Woche vom 27. März bis 2. April. Da seien 234 je 10.000 Barmer-Versicherte wegen einer Covid-19-Infektion krankgeschrieben worden.

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