„Dunkelziffer bei 1.500 bis 2.000 “

Angesichts hoher Inzidenzen: Lauterbach verteidigt breitere Empfehlung zur vierten Corona-Impfung

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit

Berlin. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verteidigt ob der neuen Corona-Zahlen und einer deutschland­weiten Inzidenz von 752,7 vom Samstag seine breite Empfehlung zu einer vierten Corona-Impfung auch für unter 60‑Jährige. Bei Twitter schreibt der SPD‑Minister: „Die Inzidenz wird wohl mit Dunkelziffer bei 1500 bis 2000 liegen. Daher ist nicht falsch, wenn ich auch Jüngeren mit sehr vielen Kontakten empfehle, nach Rücksprache mit dem Hausarzt die vierte Impfung zu erwägen.“

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Lauterbach erläuterte im „Spiegel“ seinen Vorstoß. Mit einer zweiten Booster-Impfung habe man „eine ganz andere Sicherheit“. Sie verringere das Infektionsrisiko für ein paar Monate deutlich. Auch das Risiko, an Long Covid zu erkranken, sei deutlich geringer, sagte er mit Blick auf länger anhaltende Beeinträchtigungen.

Stiko-Chef Mertens wendet sich gegen Empfehlung des Ministers

Mit seinem Tweet verteidigt sich Lauterbach gegen die Kritik von Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko). Der wandte sich gegen die Empfehlung des Ministers. Er kenne keine Daten, die einen solchen Ratschlag rechtfertigten, sagte er der „Welt am Sonntag“ und fügte hinzu: „Ich halte es für schlecht, medizinische Empfehlungen unter dem Motto „Viel hilft viel“ auszusprechen.“

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Die Stiko empfiehlt einen zweiten Booster bislang für über 70‑Jährige und einige andere Risikogruppen. Viele Ärzte orientieren sich an der Stiko. EU‑Fachbehörden hatten sich kürzlich für eine weitere Auffrischung ab 60 Jahren ausgesprochen. Mertens dazu: „Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für einen schweren Verlauf. Es ist nicht einfach, hier einen genauen Cut beim Alter zu machen.“

RKI: Hoher Infektionsdruck in allen Altersgruppen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 752,7 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 719,2 gelegen (Vorwoche: 700,3; Vormonat: 480,0). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Die Gesund­heitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 123.046 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 95.919) und 134 Todesfälle (Vorwoche: 104) innerhalb eines Tages.

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Das RKI sieht generell einen weiterhin hohen Infektionsdruck in allen Altersgruppen, wie es im Wochenbericht von Donnerstagabend hieß. Die Sieben-Tage-Inzidenz der gemeldeten Fälle blieb demnach im Vergleich zur vorherigen Berichtswoche weitgehend unverändert – „es zeichnet sich ein Plateau ab“, schrieb das Institut. Allerdings seien auch bei gleichbleibenden Fallzahlen weitere Anstiege schwerer Erkrankungen, von Hospita­lisierungen und Todesfällen zu erwarten.

RND/fw/dpa

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