Trotz Corona zur Arbeit?

Keine Isolationspflicht mehr: Was würde das für Schulen und Krankenhäuser bedeuten?

Müssen sich Corona-Infizierte ohne Symptome bald nicht mehr für fünf Tage nach einem positiven Text isolieren? Kassenärztechef Andreas Gassen hatte darüber eine Diskussion angestoßen.

Müssen sich Corona-Infizierte ohne Symptome bald nicht mehr für fünf Tage nach einem positiven Text isolieren? Kassenärztechef Andreas Gassen hatte darüber eine Diskussion angestoßen.

Berlin. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) lehnt eine Aufhebung der Isolationspflicht in der Corona-Pandemie ab. „Eine Pandemie ist keine Privatveranstaltung“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Infizierte, die sich nicht isolieren, können auch ohne eigene Symptome andere anstecken und deren Gesundheit gefährden“, fügte er hinzu. Man löse zudem keinen Personalmangel, indem man viele Infizierte in die Betriebe lasse, die dann wieder andere ansteckten.

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Wer sich gesund fühlt, geht zur Arbeit – so stellt sich Kassenärztechef Andreas Gassen den Alltag vor, würde es keine Isolationspflicht für Corona-Infizierte mehr geben, wie er am Wochenende forderte. Er ist für eine Neuregelung der Isolationspflichten.

Ende der Isolationspflicht: die Bedeutung für Schulen und Krankenhäuser

In Krankenhäusern würde sich der Alltag dann wohl eher schwierig gestalten, meint Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft. „Eine Verkürzung oder Abschaffung der Isolationspflicht ginge nur auf freiwilliger Basis der Mitarbeitenden.“

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„Es müsste dann getrennte Arbeitsbereiche für symptomlos Infizierte geben, in denen sie nicht auf vulnerable Patientengruppen treffen“, sagte sie dem RND. „Zudem müssten wir vermeiden, dass Infizierte ihre Kolleginnen und Kollegen anstecken und so die Lage noch weiter verschärfen.“

Lauterbach warnt vor „katastrophaler“ Corona-Situation

Ohne weitere Maßnahmen könnte es schwierig werden im Herbst. Dafür sei er im Gespräch mit dem Justizminister, sagt Gesundheitsminister Lauterbach.

Und wie ist es an Schulen? Hier könnte eine Abschaffung den Lehrermangel weiter verschlimmern, fürchtet Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung.

Virologe Helmut Fickenscher fordert Fokus auf Symptome

Der Kieler Virologe Helmut Fickenscher plädiert gegenüber dem RND für einen symptomorientierten Umgang mit der Isolation bei Corona-Infizierten. „Das Hauptkriterium sollte sein, ob Menschen krank sind oder nicht“, sagt er. Wer krank oder verschnupft sei, habe am Arbeitsplatz nichts zu suchen. „Vernunft und Eigenentscheidung sind wichtig.“ Aufgrund einer hohen Impfquote und vielen Menschen mit bereits überstandenen Infektionen blickt Fickenscher optimistisch in den Herbst.

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Die Debatte um ein Ende der Isolationspflicht hatte am Wochenende der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, angestoßen. Er forderte eine Aufhebung der Regel, um Personalengpässe zu entschärfen.

Karl Lauterbach: „Infizierte müssen zu Hause bleiben“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach widersprach. „Infizierte müssen zu Hause bleiben. Sonst steigen nicht nur die Fallzahlen noch mehr, sondern der Arbeitsplatz selbst wird zum Sicherheitsrisiko“, schrieb er auf Twitter.

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Auch die Gesundheitspolitikerin Saskia Weishaupt und Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sprachen sich für ein Festhalten an der Regel aus.

Zuspruch bekam Gassen jedoch aus der FDP, unter anderem von Wolfgang Kubicki. „Aus meiner Sicht ist es sowohl epidemiologisch als auch aus Gründen der Eigenverantwortung überfällig, den Menschen diese Entscheidung wieder zu überlassen“, sagt der FDP-Vize den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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Aktuell gilt für die allgemeine Bevölkerung eine vorgeschriebene Isolationszeit von fünf Tagen. Ein negativer Test zum Abschluss wird vom RKI „dringend empfohlen“.

Mit dpa

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