Die schläfrigen Liberalen wachen auf

Mehr als 2,5 Millionen Amerikaner demonstrieren für ihre Rechte.

Mehr als 2,5 Millionen Amerikaner demonstrieren für ihre Rechte.

Washington. Mehr als 2,5 Millionen Amerikaner haben öffentlich ihre Entschlossenheit kundgetan, aktiv und friedlich an der Zukunft ihres Landes mitzuwirken.

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Bange werden muss es allenfalls Trump selbst. Eben noch hat er in seiner Antrittsrede „alle Macht dem Volk“ versprochen. Nun, da große Teile dieses Volkes auf der Straße sind, schmollt und grollt er in seinem Weißen Haus. Die 2,5 Millionen werden ignoriert. Seinem Regierungssprecher sind sie in der ersten Pressekonferenz keine Silbe wert.

Ströme aus allen Teilen der amerikanischen Gesellschaft lassen die Meschenmengen auf Straßen und Plätzen überall im Land anschwellen: Frauen und Männer, Großmütter und Teenager, Schwarze und Weiße, Progressive und Konservative, Homosexuelle und Heterosexuelle und ein Haufen Prominenter, vom Popstar Madonna bis zu John Kerry, der vor einer Woche noch Außenminister war.

Trumps Stil lässt viele Frauen erschaudern

Weiße Frauen mittleren Alters hatten zum Marsch der Frauen geblasen: aus Protest gegen einen Präsidenten, dessen Stil nicht nur das Ausland schaudern lässt, sondern auch viele seiner Landsleute. Gegen die Verächtlichmachung von Frauen sollte es gehen, gegen sexuelle Übergriffe und Prahlereien. Doch aus dem Marsch für Frauenrechte wurde am Ende ein Marsch für Bürgerrechte.

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Das liberale Amerika macht wieder mobil. Acht Jahre lang war es schläfrig und selbstzufrieden, es hatte ja seinen Präsidenten. Jetzt aber muss aus dem Protest gegen Trump eine politische Bewegung werden, die strategische Verbündete aktiviert, vor allem bei den republikanischen Abgeordneten und Senatoren, die den Kongress dominieren. Sie werden hinhören: Bereits in zwei Jahren stehen wieder Kongresswahlen an. Und was das Handeln des Präsidenten angeht, war schon der erste Tag alles andere als „great“.

Neuer Präsident kritisiert die unehrlichen Medien

Die Regierung ließ den Twitteraccount der staatlichen Parkbehörde sperren – weil diese Vergleichsfotos von den Zuschauermengen bei der Inauguration Obamas 2009 und Trumps 2017 veröffentlicht hatte. Der neue Regierungssprecher nahm seine Arbeit mit einer Lüge auf. Der neue Präsident auch – und leugnete schlicht all seine frühere Hetze gegen den Geheimdienst, schrieb sie „unehrlichen Medien“ zu. Die 2,5 Millionen haben auch diesen Hang zum Lügen und Drohen zum Thema gemacht.

Die beängstigend aggressive Antrittsrede Trumps hat die Welt entsetzt. Der Marsch der Frauen hat tags darauf gezeigt, dass das andere Amerika noch lange nicht abgeschrieben ist.

Von RND/Susanne Iden

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