DIHK-Chef kritisiert wirtschaftspolitische Ideenlosigkeit

Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages.

Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages.

Berlin. Vor den Jamaika-Sondierungen zum Thema Wirtschaft am Freitag kritisieren deren Vertreter die bisherige Orientierungslosigkeit von Union, FDP und Grünen bei dem Thema. „Aus den Jamaika-Sondierungen lässt sich noch keine gemeinsame wirtschaftspolitische Leitidee erkennen. Ein solches Ziel braucht unser Land aber dringend“, kritisierte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND, Samstagausgaben). Schweitzer forderte einen „Koalitionsvertrag für Investitionen“ mit drei Schwerpunkten. „Wir müssen in die Menschen investieren, in eine moderne Infrastruktur und in mehr Freiraum für Unternehmen.“

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Trotz besserer Gesamtlage beurteilten viele Firmen Standortfaktoren schlechter als vor vier Jahren, klagte der DIHK-Chef. „Der Fachkräftemangel ist inzwischen das größte Geschäftsrisiko für deutsche Unternehmen. Hier brauchen wir ein besseres Ganztagsschulangebot, gute Weiterbildung sowie eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen.“ Auch in die Infrastruktur müsse mehr investiert werden, verlangte Schweitzer. „Erfolgreiche Betriebe brauchen Breitbandverbindungen, Straßen und Energieleitungen. Sie sind die Lebensadern unserer Wirtschaft.“

Darüber hinaus warb der DIHK-Chef für eine unternehmerfreundlichere Politik. „Allzu oft fühlen sich heute Betriebe von Politik und Verwaltung ausgebremst. Vielen Unternehmen fehlt die Akzeptanz für ihre Tätigkeit vor Ort. Sie wünschen sich einfachere Planungsprozesse und Genehmigungen“, sagte er. „Hier kann die Koalition viel beitragen. Vieles davon kostet noch nicht einmal Geld, sondern einfach etwas Mut.“

Von RND

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