Nach russischer Warnung

„Schmutzige Bombe“: Ukrainischer Betreiber meldet verdächtige Arbeiten in AKW

Von Russland besetzt: das Kernkraftwerk Saporischschja.

Von Russland besetzt: das Kernkraftwerk Saporischschja.

Kiew. Nach russischen Warnungen vor dem Einsatz einer radioaktiv verseuchten „schmutzigen Bombe“ hat der ukrainische Kraftwerksbetreiber Enerhoatom am Dienstag verdächtige Aktivitäten im russisch besetzten AKW Saporischschja gemeldet. Man nehme an, Russland plane dort einen Terroranschlag mit Kernmaterial und radioaktiven Abfällen, hieß es in einer Mitteilung von Enerhoatom.

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Russland hatte am Wochenende eigentlich der Ukraine vorgeworfen, den Einsatz einer „schmutzigen Bombe“ zu planen, durch die Radioaktivität freigesetzt wird. Aus Kiew hieß es postwendend, Russland bringe solche Anschuldigungen vor, weil es selbst einen solchen Angriff plane. Die westlichen Atommächte erklärten die russischen Anschuldigungen für falsch. „Das ist einfach nicht wahr. Wir wissen, dass es nicht wahr ist“ sagte etwa der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby.

Gegenseitige Beschuldigungen

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Dienstag, es sei inakzeptabel, dass die Warnungen aus Moskau einfach so in den Wind geschlagen und als Lügen abgetan würden. „Wir betonen einmal mehr die große Gefahr, die die von den Ukrainern ausgeheckten Pläne darstellen“, sagte Peskow in einer Telefonschalte mit Journalisten.

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Von Enerhoatom hieß es, das russische Militär habe an Lagertanks für verbrauchten Kernbrennstoff im Lauf der vergangenen Woche nicht autorisierte Arbeiten durchgeführt. Weder ukrainische Techniker noch Beobachter der Internationalen Atomenergiebehörde seien in den Bereich der Anlage gelassen worden. Auf dem Gelände befänden sich 174 Behälter mit Kernbrennelementen. „Eine Zerstörung dieser Behälter als Resultat einer Explosion wird zu einem Strahlenunfall und radioaktiver Verstrahlung von mehreren hundert Quadratkilometern des umliegenden Gebiets führen.“ Enerhoatom rief die IAEA dazu auf, zu klären, was im größten Atomkraftwerk Europas vor sich gehe.

RND/AP

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