Kaum Verstärkung für die Herbstferien

Erst 91 Visaanträge von Hilfskräften für deutsche Flughäfen

Zahlreiche Koffer lagerten im Sommer im Gepäckausgabebereich eines deutschen Flughafens.

Zahlreiche Koffer lagerten im Sommer im Gepäckausgabebereich eines deutschen Flughafens.

Berlin. Bisher haben lediglich 91 Menschen aus dem Ausland einen Visaantrag zur Arbeit an deutschen Flughafen gestellt, obwohl ursprünglich die Anwerbung von zweitausend Hilfskräften geplant war. „Nach unseren Erkenntnissen wurden in diesem Zusammenhang bisher 91 Visaanträge an den Auslandsvertretungen gestellt“, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschlands (RND) mit.

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Wie viele Antragsteller respektive türkische Hilfskräfte tatsächlich von ihrem Visum Gebrauch gemacht hätten und eingereist seien, könne man nicht sagen, hieß es weiter. Die bisher eingesetzten türkischen Hilfskräfte seien nach Ministeriumserkenntnissen an den Flughäfen Nürnberg und München tätig.

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Im Sommer 2022 hatten chaotische Szenen an Flughäfen in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt: Es kam zu langen Warteschlangen bei der Gepäckabgabe und beim Sicherheitscheck sowie zu zahlreichen Flugstreichungen. Kritiker warfen den Airlines und Flughäfen vor, in den letzten Pandemiejahren zu viel Personal abgebaut zu haben. Die Branche bat die Bundesregierung um Hilfe, damit sie etwa 2000 Menschen aus dem Ausland kurzfristig anstellen kann. Daraufhin kündigte die Bundesregierung eine Erleichterung des Anwerbeverfahrens an, um Menschen aus der Türkei für kurzfristige Arbeit nach Deutschland zu holen.

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Im August hieß es dann jedoch seitens des Arbeitgeberverbands der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL), dass nur 150 Hilfskräfte aus der Türkei kommen sollen. „Es sind rund 150 Arbeitsverträge geschrieben“, sagte Verbandschef Thomas Richter damals der Nachrichtenagentur Reuters. Der Flughafenbetreiber Fraport erklärte darüber hinaus, dass die tatsächliche Qualifikation der Hilfskräfte „vielfach deutlich unter unseren geforderten Minimalanforderungen liegt“. Dies betreffe etwa einschlägige Flughafenerfahrung und Deutschkenntnisse.

Doch es droht erneutes Flughafenchaos: Einige Bundesländer sind bereits in den Herbstferien, in den kommenden Wochen gehen die restlichen Länder in die Ferien. In einem Antrag forderte die Unionsbundestagsfraktion daher diese Woche „gezielt geeignete arbeitsfähige Bezieher von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch für einfache Beschäftigungen im Flughafenbereich“ zu gewinnen. Diese sollten beim Erwerb der „notwendigen Voraussetzungen wie der Zuverlässigkeitsüberprüfung“ unterstützt werden. Gemeinsam mit den Ländern solle die Bundesregierung die Einführung einer bundesweit gültigen Zuverlässigkeitsüberprüfung und die Schaffung eines entsprechenden Registers vorantreiben, damit die Mitarbeiter von Sicherheitsdienstleistern flexibel an allen Flughäfen in Deutschland eingesetzt werden können.

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