EU nimmt Whatsapp ins Visier – Mutterkonzern Meta darf Kundenserviceplattform übernehmen

Facebook, Instagram, Whatsapp, Twitter: Challenges sind derzeit in allen sozialen Netzwerken wieder sehr beliebt.

Auf einem Handybildschirm sind Apps des Meta-Konzerns zu sehen: so etwa Facebook, Instagram und Whatsapp (Symbolbild).

Brüssel. Wegen umstrittener Datenschutzregeln verlangt die EU-Kommission zusammen mit Verbraucherschützern Aufklärung vom Messengerdienst Whatsapp.

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Zusammen mit einem Netzwerk für Verbraucherschutz (CPC) habe man ein entsprechendes Schreiben an das zum Meta-Konzern (ehemals Facebook) gehörende Unternehmen geschickt, teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit. Man verlange hinsichtlich der Nutzungsbedingungen sowie der Datenschutzregeln von 2021 Aufklärung.

Whatsapp hatte im Mai vergangenen Jahres neue Datenschutzbedingungen eingeführt. Die Sorge vieler Kritiker war unter anderem, dass dadurch mehr Daten mit der Konzernmutter geteilt werden sollen. Whatsapp wies dies zurück. Nach einer Strafe der irischen Datenschutzbehörde von 225 Millionen Euro ergänzte Whatsapp schließlich die Nutzungsregeln mit weiteren Informationen.

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Whatsapp muss für Verständlichkeit seiner Bedingungen sorgen

Der zuständige EU-Kommissar Didier Reynders forderte nun: „Whatsapp muss sicherstellen, dass Verbraucher verstehen, wozu sie zustimmen und wie ihre persönlichen Daten genutzt werden.“ Er erwarte von dem Unternehmen, sich an EU-Regeln zu halten. Deshalb habe man nun einen offiziellen Dialog begonnen. Whatsapp habe bis Ende Februar Zeit, konkrete Zusagen zu machen, wie es auf die Bedenken reagieren will.

Der Dienst kündigte in einer Reaktion am Donnerstag lediglich an, man wolle der Kommission erläutern, wie Whatsapp die Privatsphäre der Nutzer gemäß der Verpflichtungen nach EU-Recht schütze.

Konkret geht es in dem Schreiben den Angaben zufolge etwa darum, ob Verbrauchern die Folgen der Zustimmung zu den neuen Regeln deutlich genug sind und um die Benachrichtigungen in der App, mit denen Verbraucher zur Zustimmung aufgefordert werden. Zudem sei man über den Austausch persönlicher Nutzerdaten zwischen Whatsapp und Dritten oder anderen Unternehmen des Meta-Konzerns besorgt.

EU-Wettbewerbshüter genehmigen Übernahmepläne von Meta

Die Wettbewerbshüter der EU haben den vom Internetkonzern Meta (Facebook) geplanten Kauf der Firma Kustomer unter Auflagen genehmigt. Das 2015 gegründete Start-up bietet Kundenserviceplattformen und sogenannte Chatbots an, die Kundenanfragen automatisch beantworten. Für die Genehmigung muss Meta jedoch Auflagen erfüllen, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte. Dazu zählt, dass Meta konkurrierenden Anbietern und neuen Marktteilnehmenden bestimmte Zugänge gewährleistet.

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„Die Kommission ist zu dem Ergebnis gelangt, dass die geplante Übernahme angesichts dieser Zusagen keinen Anlass mehr zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt“, hieß es in der Mitteilung der Kommission. Vergangenen August hatten die Wettbewerbshüter Bedenken gegen die Übernahme geäußert, da Einschränkungen auf dem Markt für Kundendienstsoftware (Customer Relationship Management – CRM) befürchtet wurden.

Auch das Bundeskartellamt beschäftigt sich mit der Übernahme. „Meta sollte nun unverzüglich entsprechende Unterlagen für eine Prüfung des Vorhabens im Rahmen der Fusionskontrolle einreichen“, sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, im Dezember. Vor gut zwei Wochen sei die Fusion offiziell angemeldet worden, so ein Sprecher des Bundeskartellamts. Seitdem prüfe man die Auswirkungen des Vorhabens auf dem Gebiet der Bundesrepublik.

Meta hatte im vergangenen November angekündigt, sich mit dem Kauf von Kustomer bei Angeboten für den Kundendienst verstärken zu wollen. Details zum Preis oder zu sonstigen finanziellen Konditionen wurden damals nicht genannt. Nach früheren Informationen des „Wall Street Journals“ wird Kustomer bei dem Deal mit etwas mehr als einer Milliarde Dollar (842 Mio Euro) bewertet.

RND/dpa

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